Die Blu­men von ges­tern

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Szene Am Wochenende -

Dass sich an „Die Blu­men von ges­tern“die Geis­ter schei­den wür­den, war klar vor­aus­zu­se­hen: Bei ei­ner schwarz­hu­mo­ri­gen Tra­gi­ko­mö­die über den Ho­lo­caust und die Er­in­ne­rung dar­an kann ei­ni­ges schief­ge­hen. Doch auch wenn Re­gis­seur Chris Kraus manch­mal da­ne­ben­langt, ist es sehr er­fri­schend, mit wel­cher kom­pro­miss­lo­sen Wucht er sich auf das The­ma stürzt. Ge­tra­gen wird der Film von der Dy­na­mik zwi­schen sei­nen Haupt­dar­stel­lern. Lars Ei­din­ger spielt den Ho­lo­caust­for­scher To­ti­la „To­to“Blu­men, der sich in ei­ner Le­bens­kri­se be­fin­det. Die ver­stärkt sich noch, als ihm die fran­zö­si­sche Prak­ti­kan­tin Za­zie Lin­deau (Adè­le Ha­en­el) be­geg­net. Denn die En­ke­lin ei­nes Ho­lo­caus­tOp­fers kon­fron­tiert To­to nicht nur mit der Schuld sei­nes SS-Groß­va­ters, son­dern ist auch durch ih­re un­ge­zwun­ge­ne Art ei­ne kon­stan­te Pro­vo­ka­ti­on für den Neu­ro­ti­ker.

Das Auf­ein­an­der­pral­len der bei­den führt zu vie­len scharf­zün­gi­gen Wort­ge­fech­ten, die über ei­ni­ge grob ge­zeich­ne­te Ne­ben­fi­gu­ren hin­weg­se­hen las­sen. Wer die vol­le Aus­wahl an Ex­tras ha­ben will, muss zur Dop­pel-DVD oder Blu-Ray grei­fen. Dort fin­den sich ei­ne Do­ku zur Pro­duk­ti­on, ei­ne ent­fal­le­ne Sze­ne, In­ter­views und ein Nach­ruf für Darstel­le­rin Si­grid Mar­quardt.(rot)

FO­TO: EDITH HELD_FOUR MINUTES FILMPRODUKTIION

Mit To­to (Lars Ei­din­ger) und Za­zie (Adé­le Ha­en­el) pral­len zwei ge­gen­sätz­li­che Cha­rak­te­re auf­ein­an­der.

FO­TO: MAJESTIC

Wenn das mal gut geht: Lo­cke (Tho­mas Thie­me), Jo­chen Falk (Hen­ry Hüb­chen) und Ja­ecki (Micha­el Gwis­dek; von links) zwei­feln an ih­rem ei­ge­nen Plan.

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