Hen­nen­schlit­ter ist jetzt nicht mehr al­lein

Ein­wei­hung kurz­fris­tig ab­ge­sagt – Fol­ge der Nach­we­hen des Un­wet­ters

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Immenstaad - Von Kim Gün­ther

- Die Bron­ze­fi­gur des Hen­nen­schlit­ters auf der al­ten Mu­sik­ter­ras­se in Im­men­staad hat Ge­sell­schaft be­kom­men. Ei­ne Bäue­rin mit Hen­ne und zwei Kü­ken sitzt nun dem jun­gen Mann mit Schlit­ten und Kä­fig ge­gen­über. Die of­fi­zi­el­le Ein­wei­hung der neu­en Fi­gur am Sonn­tag wur­de we­gen des Un­wet­ters am Sams­tag ab­ge­sagt. Wind­bö­en und Stark­re­gen hat­te den Fest­platz übel zu­ge­rich­tet, so­dass die vor­be­rei­te­ten Ein­rich­tun­gen ab­ge­baut wer­den muss­ten.

Die Künst­le­rin und rund 50 Gäs­te, die von der Ab­sa­ge nichts mit­be­kom­men hat­ten, ha­ben sich am Sonn­tag­vor­mit­tag trotz­dem vor der Hen­nen­mut­ter ver­sam­melt. Das Wet­ter zeig­te sich jetzt von sei­ner freund­li­chen Sei­te. Ein Früh­schop­pen­kon­zert mit den Fi­de­len Brumm­bä­ren wä­re gut an­ge­kom­men. Doch so ganz oh­ne Be­wir­tung wä­re es ei­ne hal­be Sa­che ge­wor­den.

Ton, Wachs und Bron­ze

Die Sa­le­mer Künst­le­rin Es­t­her Sei­del, die auch schon die Bron­ze­fi­gur des Hen­nen­schlit­ters an­ge­fer­tigt hat, er­klär­te den lang­wie­ri­gen Pro­zess von der Idee bis zur Fer­tig­stel­lung der Fi­gur. „Ins­ge­samt gibt es drei Skulp­tu­ren, die Ton­fi­gur, die Wachs­fi­gur und dann die fer­ti­ge Bron­ze­fi­gur“, sag­te Sei­del. Zu­erst wer­de die Fi­gur aus Ton mo­del­liert, an­schlie­ßend wer­den Gips­ab­drü­cke ge­macht, die mit Wachs aus­ge­gos­sen wer­den. In das Wachs kommt ein Kern aus Gips und Ten­nis­er­de, die Wachs­fi­gur kom­me an­schlie­ßend in ei­nen Ofen, so­dass das Wachs schmilzt und ab­fließt. Der Hohl­raum, der da­bei ent­steht wer­de dann mit Bron­ze auf­ge­füllt. „Wenn das al­les ge­sche­hen ist, kommt erst die Fein­ar­beit“, so die Künst­le­rin. Für die Bäue­rin ha­be ihr ei­ne Freun­din Mo­dell ge­ses­sen, die Skulp­tur sol­le aber kei­ne be­stimm­te Per­son dar­stel­len, son­dern ha­be vie­le Ei­gen­schaf­ten von ver­schie­de­nen Per­so­nen. „Es ist scha­de, dass die Ein­wei­hung ab­ge­sagt wer­den muss­te, es wä­re ein sehr schö­nes Fest ge­wor­den, aber im­mer­hin sind mei­ne Fi­gu­ren sturm­si­cher“, sagt Es­t­her Sei­del schmun­zelnd. Viel­leicht kön­ne man ja nächs­tes Jahr ei­ne Ein­wei­hung fei­ern. Der Bau­er, al­so der Hen­nen­va­ter, fehlt noch in der Run­de. „Wir müs­sen für die letz­te Fi­gur noch Spon­so­ren fin­den“, sag­te Ge­mein­de­rä­tin Hel­ga Bau­er vom Hei­mat­ver­ein, die zu­sam­men mit der Nar­ren­ge­sell­schaft Hen­nen­schlit­ter die Initia­ti­ve für das Hen­nen­schlit­ter­denk­mal er­grif­fen hat.

FO­TO: KIM GÜN­THER

Es­t­her Sei­del auf dem Bänk­le mit ih­rer neu­en Fi­gur, der Bäue­rin, die ei­ne Hen­ne mit ih­ren Kü­ken füt­tert.

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