Un­wet­ter trifft Fried­richs­ha­fen be­son­ders hart

Re­gen, Sturm und Ha­gel rich­ten Ver­wüs­tun­gen an – 360 Ein­sät­ze al­lein in Fried­richs­ha­fen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Am See - Von Ha­gen Schön­herr und Micha­el Tschek

- Ein Un­wet­ter mit Stark­re­gen und Ha­gel hat am Sams­tag­abend für Über­schwem­mun­gen und Ver­wüs­tun­gen im ge­sam­ten Bo­den­see­kreis ge­sorgt. Fried­richs­ha­fen war be­son­ders be­trof­fen: Rund 360 von kreis­weit rund 500 Feu­er­wehr­ein­sät­zen spiel­ten sich hier ab. Die La­ge im Über­blick:

Was war pas­siert?

Hef­ti­ge und schwe­re Re­gen­fäl­le sind am Sams­tag­abend nach ei­nem hei­ßen Tag am Bo­den­see her­un­ter­ge­kom­men. Ört­lich gab es da­bei sehr un­ter­schied­li­che Nie­der­schlags­men­gen – von 38 Li­tern pro Qua­drat­me­ter in Me­cken­beu­ren bis zu

Wäh­rend das Was­ser man­cher­orts als hef­ti­ger Re­gen fiel, gab es an­dern­orts Ha­gel – von klei­nen Körn­chen bis of­fen­bar zu Pfir­sich­kern­grö­ße. Das Un­wet­ter wur­de von schwe­ren Sturm­bö­en be­glei­tet.

in Fried­richs­ha­fen. Wer war be­trof­fen?

Wohn­ge­biet am

155 Li­tern Wel­che di­rek­ten Fol­gen gab es ?

Die Was­ser­mas­sen sorg­ten al­lein schon für

über­flu­te­te Stra­ßen, Tief­ga­ra­gen, Woh­nun­gen und Kel­ler.

In man­chen Räu­men stand das Was­ser laut Feu­er­wehr bis zu an­dert­halb Me­ter hoch. Teil­wei­se kam es zu klei­ne­ren Erd­rut­schen durch auf­ge­weich­ten Bo­den. Der

Ha­gel mach­te al­les aber noch schlim­mer:

„Der riss das Laub von den Bäu­men“, er­klär­te Lou­is Lau­rösch, Feu­er­wehr­kom­man­dant in Fried­richs­ha­fen, das Pro­blem. Da­durch sei­en Gul­lis und Ab­läu­fe ver­stopft wor­den, das Was­ser konn­te noch schlech­ter ab­flie­ßen. Ver­ein­zelt wa­ren Stra­ßen auch durch her­ab­ge­fal­le­ne Äs­te un­pas­sier­bar.

Vom Ein­fa­mi­li­en­haus bis zum Kli­ni­kum hat das Was­ser un­ter­schieds­los für Auf­re­gung ge­sorgt. In Fried­richs­ha­fen war das nörd­li­che Stadt­ge­biet, ins­be­son­de­re

Wag­gers­hau­sen, Jet­ten­hau­sen, Wig­gen­hau­sen Ried­le­wald

und das be­son­ders be­trof­fen. Ver­ein­zelt muss­ten Fa­mi­li­en von dort die

ver­brin­gen. Au­ßer­dem kam es ver­stärkt zu Ein­sät­zen in

Kreis­weit hat das Wet­ter vor al­lem Meers­burg und Ha­gnau heim­ge­sucht, Or­te wie Mark­dorf oder Me­cken­beu­ren hat­ten of­fen­bar ge­rin­ge­re Schä­den.

Fisch­bach. Fried­richs­ha­fen Zep­pe­lin Nacht in Not­un­ter­künf­ten Gab es her­aus­ra­gen­der Schä­den? Kli­ni­kum

Der Eing­ags­be­reich im

war zeit­wei­se über­flu­tet. „Es hat­te ei­nen Rück­stau in der Ka­na­li­sa­ti­on ge­ge­ben“sag­te der Ober­arzt der Anäs­the­sie, Mar­tin Eb­le, der als ers­ter die Über­flu­tung fest­ge­stellt hat­te. Kur­ze Zeit spä­ter rück­ten zwei Feu­er­wehr-Fahr­zeu­ge aus Mark­dorf und vier von der Feu­er­wehr-Stadt­mit­te an. Mit Un­ter­stüt­zung von Nass­kehr­ma­schi­nen konn­te der Be­reich zu­min­dest so­weit wie­der tro­cken ge­legt wer­den. Auch der

wur­de vom Ha­gel ge­trof­fen: „Wir hat­ten das Un­wet­ter auf un­se­ren Wet­ter­schir­men recht­zei­tig lo­ka­li­siert und un­se­ren Flug­be­trieb be­reits ge­gen 16 Uhr ein­ge­stellt“, sag­te der neue Ge­schäfts­füh­rer der ZLT, Eck­hard Breu­er. Wäh­rend der ers­te Zep­pe­lin dann in die Werft ein­ge­fah­ren wur­de, stand der zwei­te, als das Un­wet­ter los­ging, noch drau­ßen. Durch den Ha­gel­schlag sei das Hö­hen­ru­der am Heck­an­trieb be­trof­fen wor­den, er­klär­te Breu­er. We­gen der Was­ser­mas­sen war auch der

bis zum Sonn­tag­mor­gen ge­sperrt. Auch in der Go­ckel­werk­statt der See­go­ckel stand das Was­ser. Am drang Was­ser aus den De­cken ins Ge­bäu­de, der Flug­be­trieb war bis auf ei­ne ge­rin­ge Ver­spä­tung aber nicht vom Un­wet­ter be­trof­fen. Ei­nen mas­si­ven Was­ser­ein­bruch soll es auch im Ma­te­ri­al­la­ger der ge­ge­ben ha­ben. Auch die

im Land­rats­amt mel­de­te ei­nen Was­ser­ein­bruch. In Ha­gnau stürz­te ein Baum auf ein

in Im­men­staad wur­de auch ein Au­to durch ei­nen Baum be­schä­digt. Am Sonn­tag muss­te au­ßer­dem der

Flug­ha­fen Ried­le­park­tun­nel Fried­richs­ha­fen Sport­bad­bau­stel­le Ret­tungs­leit­stel­le

Wohn­mo­bil,

Ufer­ab­schnitt Man­zell-Fisch­bach

ge­sperrt wer­den. Die Sper­rung dau­ert an und be­trifft den Be­reich vom MTU-Werks­ge­län­de in Man­zell, das Frei­zeit­ge­län­de Man­zell, See­hag und die Wie­se un­ter­halb der Tan­nen­hag­schu­le bis zum Frei- und See­bad.

Gab es Ver­letz­te?

Nach In­for­ma­tio­nen von Po­li­zei und Feu­er­wehr wur­de bei dem Un­wet­ter nie­mand ernst­haft ver­letzt.

Wer war al­les im Ein­satz?

Die Feu­er­wehr Fried­richs­ha­fen war von 17.30 Uhr bis 3 Uhr nachts im Ein­satz, bis zu 150 Mann hat­ten dort zu tun. Am Sonn­tag­mor­gen gab es noch wei­te­re Ein­sät­ze. Un­ter­stüt­zung gab es vom THW und den Feu­er­weh­ren aus Me­cken­beu­ren, Keh­len, Sa­lem, Mark­dorf, Ober­teu­rin­gen, Über­lin­gen und dem Deg­gen­hau­ser­tal so­wie von den Städ­ti­schen Bau­be­trie­ben Fried­richs­ha­fen.

FO­TO: TOM­MY WA­GNER

Wag­gers­hau­sen war be­son­ders be­trof­fen, un­ter an­de­rem war die­se Stra­ße kom­plett ge­flu­tet.

FO­TOS: AN­DY HEIN­RICH. JU­LI­AN PAWLOWSKI, MICHA­EL TSCHEK, PR

Die Feu­er­wehr muss­te im Fel­sen­bir­gen­weg Woh­nun­gen und Kel­ler aus­pum­pen (gro­ßes Fo­to). In vie­len Häu­sern drück­te das Was­ser aus der Ka­na­li­sa­ti­on em­por und flu­te­te Ba­de­zim­mer und gan­ze Woh­nun­gen (oben rechts). In der In­nen­stadt drang das Was­ser auch in Ge­schäf­te am Buch­horn­platz ein (rechts, Mit­te). Im Kli­ni­kum Fried­richs­ha­fen wur­de der Ein­gangs­be­reich kom­plett ge­flu­tet (rechts un­ten).

FO­TO: LE­NA REI­NER

Bei viel Re­gen hilft viel Schirm? Bau­bür­ger­meis­ter Ste­fan Köh­ler (links) und SPD-Chef Die­ter Stau­ber beim SPD-„Som­mer­fest“.

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