Po­li­zis­ten für De­mons­tra­ti­ons­frei­heit ge­op­fert

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meinung & Dialog -

Zum Ar­ti­kel „Zu hart? Zu weich? Über­for­dert? Falsch ge­plant?“hat uns die­ser Le­ser­brief er­reicht (8.7.): Wel­che De­mons­tra­ti­ons­ro­man­ti­ker ha­ben tat­säch­lich ge­glaubt, dass Ran­da­lie­rer auf­grund vor­he­ri­ger Ge­sprä­che nun mit Wat­te­bäusch­chen statt St­ei­nen wer­fen? Hier muss nicht nur Po­li­ti­kern son­dern auch welt­frem­den Rich­tern ein Vor­wurf ge­macht wer­den, die Po­li­zis­ten zu­guns­ten ei­ner über­stra­pa­zier­ten De­mons­tra­ti­ons­frei­heit op­fern.

Da­zu kommt, dass durch Ak­tio­nen wie zum Bei­spiel ei­ne nicht ge­ahn­de­te Sitz­blo­cka­de des ehe­ma­li­gen SPD-Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten Thier­se oder das Po­li­zei­ba­shing durch die Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin Si­mo­ne Pe­ters im Nach­gang zu den Sil­ves­ter­kra­wal­len Ran­da­lie­rer in­di­rekt durch Tei­le der Po­li­tik ge­schützt wer­den. Man darf ge­spannt sein, wie die in der Ver­gan­gen­heit von gu­ten So­zi­al­pro­gno­sen durch­zo­ge­nen Ur­tei­le für Ran­da­lie­rer dem­nächst aus­fal­len wer­den.

Aber auch den Me­di­en muss der Vor­wurf ge­macht wer­den, dass sie nur auf die Aus­schrei­tun­gen ge­war­tet ha­ben, um dann aus­führ­lichst und in vor­ders­ter Li­nie dar­über be­rich­ten zu kön­nen. Da­mit ge­wäh­ren sie lei­der den Chao­ten ei­ne Büh­ne, die sie nicht ver­dient ha­ben.

Tho­mas Asche, Bad Wald­see

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