Meers­bur­ger räu­men nach Un­wet­ter auf

Noch sind nicht al­le Spu­ren be­sei­tigt – Feu­er­wehr sieht zu en­ge Ka­nä­le als Pro­blem

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg/uhldingen-mühlhofen - Von Na­di­ne Sapot­nik

- Das Un­wet­ter von Sams­tag­abend hat sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen. 15 Mal muss­te der Trupp der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Meers­burg aus­rü­cken, vor al­lem um Was­ser aus Un­ter­füh­run­gen oder Kel­lern ab­zu­pum­pen. Auch der Kel­ler des Win­zer­ver­eins an der Kro­nen­stra­ße so­wie der des Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­ums und die Mi­ni­golf­an­la­ge an der Ufer­pro­me­na­de sind voll Was­ser ge­lau­fen – und die Spu­ren sind noch nicht voll­stän­dig be­sei­tigt.

Meh­re­re St­un­den war die Feu­er­wehr am Sams­tag­abend bei Mi­ni­golf­an­la­ge im Ein­satz. Im Ab­stell­raum stau­te sich im­mer mehr Was­ser. „Die Feu­er­wehr hat Sand­sä­cke aus­ge­legt, um den Fluss zu stop­pen“, sagt Be­trei­be­rin Pia Schmidt. Bis in die Nacht rein hat sie mit ih­rem Team und ei­ni­gen hilfs­be­rei­ten Gäs­ten die An­la­ge auf­ge­räumt. Am Sonn­tag­mor­gen ging die Ak­ti­on dann wei­ter. „Wir hät­ten es sonst nicht ge­schafft, am nächs­ten Tag wie­der zu öff­nen“, sagt Schmidt.

Im In­nen­be­reich der Mi­ni­golf­an­la­ge ist so­weit wie­der auf­ge­räumt, doch drau­ßen auf der Spiel­flä­che muss noch ein biss­chen ge­ar­bei­tet wer­den. „Der Platz sieht noch aus wie Schwein“, sagt Schmidt. Die Bah­nen sei­en über­flu­tet und durch das Ge­röll und dem Lehm stark ver­schmutzt wor­den. Viel von dem sei von oben von den Re­ben her­un­ter­ge­kom­men. Hin­zu ka­men die über­flu­te­ten Ka­nä­le, die das Was­ser auf die Stra­ße drück­ten.

Mit den Fol­gen des Un­wet­ters kämpft auch noch der Win­zer­ver­ein. Im Auf­zugs­schacht des Wein- und Kul­tur­zen­trums an der Kro­nen­stra­ße stand Was­ser. Ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Frank sei über den Alarm­knopf im Auf­zug be­nach­rich­tigt wor­den, dass et­was nicht stim­me. Er sei Zu Hau­se ge­we­sen, als der Alarm an­ge­schla­gen hät­te. „Ich ha­be mich dann ge­wun­dert, weil wir kei­ne Ver­an­stal­tung an dem Abend hat­ten“, sagt er. Dar­auf­hin ha­be er sich auf den Weg zur Ge­schäfts­stel­le ge­macht und ent­deckt, dass im Kel­ler das Was­ser 15 Zen­ti­me­ter hoch­steht.

Mitt­ler­wei­le sei­en die Räu­me wie­der ei­ni­ger­ma­ßen tro­cken. Noch zit­tert er aber dar­über, in­wie­fern die Ver­si­che­rung den Scha­den über­neh­men wird. „Wir müs­sen auch noch schau­en, ob der Estrich er­neu­ert wer­den muss und wir ein Tro­cken­ge­rät brau­chen“, sagt er.

Was­ser dringt in den Kel­ler

Auch die Kel­ler­räu­me des Dros­teHüls­hoff-Gym­na­si­ums müs­sen noch trock­nen und auch dort stand am Mon­tag­vor­mit­tag noch nicht fest, ob ein Tro­cken­ge­rät be­nö­tigt wer­den. Es sei Glück ge­we­sen, so Schul­lei­ter Phil­ipp Strack, dass die Was­ser­men­gen über­haupt be­merkt wor­den sei­en, schließ­lich sei nor­ma­ler­wei­se nie­mand am Sams­tag­abend in der Schu­le. „Wir ha­ben ge­ra­de den Abi­ball ge­fei­ert, als das Un­wet­ter los­ging“, sagt Strack. Ei­ner sei­ner Kol­le­gen sei dann auf die Idee ge­kom­men, in der Schu­le nach­zu­schau­en, ob al­les in Ord­nung sei.

15 Zen­ti­me­ter hoch ha­be zu die­sem Zeit­punkt das Was­ser ge­stan­den. „Wir sind froh, dass nicht un­ser Thea­ter­kel­ler mit dem Par­kett­bo­den ge­flu­tet wur­de“, sagt Strack. Le­dig­lich ein paar Was­ser­fle­cken sei­en auf dem Bo­den, aber kei­ne grö­ße­re Schä­den. Mitt­ler­wei­le sei al­les wie­der auf­ge­räumt. Das Un­wet­ter ha­be so kei­ne dra­ma­ti­schen Fol­gen für das Gym­na­si­um ge­habt. „Es wird nun un­ter­sucht, wie das Was­ser in den Kel­ler ge­lan­gen konn­te“, sagt Strack. Denn vor acht Wo­chen sei be­reits ein­mal bei ei­nem Un­wet­ter Was­ser in den Kel­ler ge­ra­ten.

Se­bas­ti­an Kol­be von der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Meers­burg sieht das Haupt­pro­blem in den viel zu klei­nen Ka­nä­len in der Stadt. „Die Ka­nä­le müs­sen über­ar­bei­tet wer­den“, sagt er. Nur so könn­ten in Zu­kunft Über­flu­tun­gen wie die vom Sams­tag­abend ver­mie­den wer­den.

Bei die­sem Un­wet­ter sind al­le noch ein­mal glimpf­lich da­von­ge­kom­men. Trotz­dem bleibt ein un­gu­tes Ge­fühl. „Ich ha­be Angst, dass so et­was wie­der pas­sie­ren könn­te“, sagt Schmidt. Des­halb möch­te sie bei der Stadt nach­fra­gen, ob es ei­ne Lö­sung gibt, um den Schmutz und das Was­ser, das bei ei­nem Un­wet­ter in die Un­ter­stadt strömt, auf­zu­hal­ten.

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Die Stra­ßen der Un­ter­stadt ver­wan­deln sich in ei­nen rei­ßen­den Fluss.

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15 Zen­ti­me­ter hoch steht das Was­ser beim Win­zer­ver­ein.

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Die Mi­ni­golf­an­la­ge muss drau­ßen noch auf­ge­räumt wer­den.

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