GZG-Schwa­b­itu­ri­en­ten fei­ern mit Schmackof­atz

Abi­ball-Pro­gramm mit in­ter­es­san­ten Pro­gramm­punk­ten – Der Ge­samt­no­ten­durch­schnitt liegt bei 2,23

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen - Von Le­na Rei­ner

- Sel­ten ist ein Abi­ball run­der ver­lau­fen wie der des Graf-Zep­pe­lin-Gym­na­si­ums am Sams­tag­abend im Graf-Zep­pe­linHaus. „Schwa­bi – koschd ja nix!“lau­te­te das Abi­mot­to, das sämt­li­che Red­ner des Abends in ih­re Bei­trä­ge ein­be­zo­gen.

„Koschd ja nix?“, frag­te Schef­fel­preis­trä­ge­rin Jac­que­line Leo­pold in ih­rer An­spra­che. „Stimmt das über­haupt?“Leicht oder bil­lig sei das Abitur nicht zu ha­ben, lau­te­te ih­re Ant­wort dar­auf. Auch den Ner­ven, die die letz­ten zwei Jah­re ih­re Leh­rer ge­kos­tet hat­ten, ge­dach­te sie und bat das Pu­bli­kum au­ßer­dem um ei­ne „Schwei­ge­se­kun­de“für je­de Spül­ma­schi­ne, die un­aus­ge­räumt ge­blie­ben sei. Den­noch wür­de sie, wä­re sie so tief­sin­nig wie die Ro­man­fi­gur Ag­nes, für die­sen Schul­ab­schluss ei­nen gro­ßen Punkt ma­len: „Denn für sie malt man Glück in Punk­ten.“Dar­auf lenk­te sie zu den erns­te­ren The­men über: „Ich ge­hö­re zu den Glück­li­chen auf der Welt, für die Bil­dung ein Recht ist“, be­gann sie und for­der­te ih­re Mit­schü­ler da­zu auf, sich die­sen Um­stand ab und an be­wusst zu ma­chen. Denn, so zi­tier­te sie John F. Ken­ne­dy: „Es gibt nur et­was, das teu­rer ist als Bil­dung: kei­ne Bil­dung.“

Mo­de­ra­to­rin Emi­ly Fe­der­mann ver­wies im An­schluss auf die gel­ben Spar­schwei­ne, die auf je­dem Tisch stün­den und de­ren ge­sam­ter In­halt als Spen­de an ei­ne Schu­le in Ugan­da ge­hen wer­de. Über­haupt hat­ten die Ab­sol­ven­ten ih­ren Abi­ball bis ins kleins­te De­tail per­fekt ge­plant, so­gar ei­ne Ne­bel­ma­schi­ne kam ge­zielt für ein­zel­ne Pro­gramm­punk­te zum Ein­satz und die Büh­nen­show wirk­te durch­weg pro­fes­sio­nell. Ins Zeug ge­legt hat­te sich auch Jo­na­than May­er, der ge­mein­sam mit Jür­gen Bin­der – Ko­lum­nist der Schwä­bi­schen Zei­tung – ei­nen ur­schwä­bi­schen Text an­läss­lich des Abi­balls ver­fasst hat­te

und im Rah­men des kurz­wei­li­gen Pro­gramms vor­trug – an­ge­kün­digt als „schwä­bi­sches Schmackof­atz“von Mo­de­ra­tor Ma­xi­mi­li­an Lio­min. „Du bleibsch im Länd­le, du bisch ja ned dumm, gehsch aufs Graf-Zep­pe­lin-Gym­na­si­um“, lau­te­te es in­mit­ten ei­ner bei­na­he phi­lo­so­phi­schen Rei­me­rei über den Ernst des Le­bens, der nur ein­mal be­gin­ne.

Schwä­bi­sches Quiz­du­ell

Wer schon den Be­griff „Schmackof­atz“nicht ver­stan­den hat­te, für den folg­te dann ein be­son­ders in­ter­es­san­ter Pro­gramm­punkt. In ei­nem klei­nen Quiz­du­ell stell­ten Leh­rer und Schü­ler ih­re Kennt­nis­se des hie­si­gen Dia­lekts un­ter Be­weis. Wäh­rend „Butza“, „Mig­ge“und „Hai­le“schnell ins Hoch­deut­sche über­setzt wa­ren, schei­ter­ten bei­de Grup­pen an „Hurg­ler“(für Hoch­deutsch: un­zu­ver­läs­si­ger Mensch). Hät­ten Sie’s ge­wusst? Mit ei­nem Un­ent­schie­den und vie­len La­chern ging das klei­ne Du­ell zu En­de.

Dann hieß es ein­mal mehr Büh­ne frei für das Vo­kal­ensem­ble un­ter der Lei­tung von Sven Ha­na­g­arth, der au­ßer­dem die Abi­band lei­te­te. Doch da­mit nicht ge­nug: Der Abitu­ri­ent war zwei Jah­re lang Schü­ler­spre­cher, hat den Schul­sa­ni­tä­ter­dienst und au­ßer­dem in Leh­r­er­funk­ti­on den Schul­chor ge­lei­tet, au­ßer­dem war er Big-Band-Mit­glied. Für sein En­ga­ge­ment ver­lieh im Schul­rek­tor Her­mann Dollak den GZG-Preis: „Wir ha­ben für die­sen Preis sehr ho­he Kri­te­ri­en und da­her ver­ge­ben wir ihn nicht je­des Jahr, aber in die­sem Fall war sich die Ge­samt­leh­rer­kon­fe­renz so­fort ei­nig.“

Sei­ne mu­si­ka­li­schen Fä­hig­kei­ten stell­te der Preis­trä­ger im bun­ten Pro­gramm wie­der­holt un­ter Be­weis. Ton- und takt­si­cher er­klan­gen die Abi­band und das Vo­kal­ensem­ble und meis­ter­ten mehr­stim­mi­ge A-ca­pel­laVer­sio­nen in al­len Hö­hen, Tie­fen und Tem­pi. Es er­klan­gen un­ter an­de­rem Rammsteins „En­gel“oder Cold­plays „When I Ru­led The World“.

FO­TO: LE­NA REI­NER

Zeigt her eu­er Zeug­nis: Die Abitu­ri­en­ten ha­ben die Früch­te ih­rer Ar­beit in Hän­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.