Sa­lems Plä­ne zum Un­ter­zen­trum wer­den kon­kre­ter

Durch Auf­wer­tung des Re­gio­nal­ver­bands wür­de Ge­mein­de be­son­ders für Ge­wer­be und Han­del at­trak­ti­ver

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem/deggenhausertal - Von Mar­vin We­ber

SALEM - Die Ge­mein­de Salem soll zu­künf­tig vom Klein­zen­trum zum Un­ter­zen­trum auf­ge­wer­tet wer­den. Ei­nen ent­spre­chen­den Auf­stel­lungs­be­schluss will der Pla­nungs­aus­schuss des Re­gio­nal­ver­bands Bo­den­see-Ober­schwa­ben am 15. De­zem­ber auf den Weg brin­gen. Mit der Auf­wer­tung wür­de die Ge­mein­de be­son­ders für Ge­wer­be­be­trie­be und den Han­del at­trak­ti­ver.

„Für Salem wä­re die­ser Schritt ein wich­ti­ger und wür­de den Stel­len­wert der Ge­mein­de im west­li­chen Bo­den­see­kreis deut­lich er­hö­hen“, sagt Bür­ger­meis­ter Man­fred Här­le. Bis­her ist die 11 000-Ein­woh­ner-Ge­mein­de noch als so­ge­nann­tes Klein­zen­trum ein­ge­ord­net. Be­son­ders die Ent­wick­lung in der neu­en Ge­mein­de­mit­te sei ein ent­schei­den­der Fak­tor, da­mit Salem zu­künf­tig vom Re­gio­nal­ver­band in die hö­he­re Ka­te­go­rie der Raum­ord­nung ein­ge­stuft wird. Für Salem wür­de die­se Neu­ein­stu­fung be­son­ders ei­ne ge­stei­ger­te At­trak­ti­vi­tät für grö­ße­re Ein­zel­han­dels­be­trie­be be­deu­ten. In ei­nem Un­ter­zen­trum kön­nen sich Ein­zel­han­dels­be­trie­be mit ei­ner Ver­kaufs­flä­che mit mehr als 800 Qua­drat­me­tern an­sie­deln. In Klein­zen­tren darf ein Le­bens­mit­tel­markt bei­spiels­wei­se die­se Grö­ße nur mit ei­ner Son­der­ge­neh­mi­gung über­schrei­ten. „Durch die Auf­wer­tung wür­den bei der Fort­schrei­bung des Flä­chen­nut­zungs­plans Wün­sche wohl eher be­rück­sich­tigt“, sagt Här­le.

Durch öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen wie Schu­len, Kin­der­gär­ten oder eben auch die Neue Mit­te tra­ge die Ge­mein­de auch für die über­ört­li­che Ver­sor­gung der Nach­bar­ge­mein­den wie Hei­li­gen­berg oder Fri­ckin­gen bei. Die­se Ver­sor­gung der Nach­bar­kom­mu­nen im Ver­flech­tungs­be­reich ist ei­ne der Grund­la­gen für Kom­mu­nen, um als Un­ter­zen­trum ein­ge­ord­net zu wer­den.

Steck­brie­fe be­wer­ten Kom­mu­nen

Ei­ne Stu­fe höher wer­den die so­ge­nann­ten Mit­tel­zen­tren ein­ge­ord­net, die den ge­ho­be­nen und spe­zi­el­len Be­darf an über­ört­li­chen Ver­sor­gungs­an­ge­bo­ten, Di­enst­leis­tun­gen und Ar­beits­plät­zen ab­de­cken, wie es von­sei­ten des Re­gio­nals­ver­bands heißt. In der Re­gi­on sind un­ter an­de­rem Kom­mu­nen wie Über­lin­gen, Pfullendorf oder Sig­ma­rin­gen in die­se Ka­te­go­rie ein­ge­ord­net. Als Ober­zen­trum, die höchs­te Ein­stu­fung, sind Fried­richs­ha­fen, Ravensburg und Wein­gar­ten im Lan­des­ent­wick­lungs­plan aus­ge­wie­sen. Sie gel­ten nach An­ga­ben des Re­gio­nal­ver­bands als wirt­schaft­li­ches und kul­tu­rel­les Zen­trum der Re­gi­on Bo­den­see­Ober­schwa­ben.

„Je höher ei­ne Kom­mu­ne im Lan­des­ent­wick­lungs­plan ein­ge­stuft ist, des­to höher ist ih­re Be­deu­tung und ihr Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al“, sagt Wil­fried Fran­ke, Ge­schäfts­füh­rer des Re­gio­nal­ver­bands. Die größ­te Ver­bes­se­rung durch die Auf­wer­tung als Un­ter­zen­trum ist auch aus Sicht von Fran­ke die Mög­lich­keit, dass sich groß­flä­chi­ge Han­dels­be­trie­be in der Ge­mein­de nie­der­las­sen könn­ten. Um die Kom­mu­nen in die ent­spre­chen­den Klas­sen ein­zu­ord­nen hat der Re­gio­nal­ver­band Steck­brie­fe über die ein­zel­nen Kom­mu­nen in der Re­gi­on er­stellt. In die­sen wer­den un­ter an­de­rem Aspek­te wie die Ein­woh­ner­ent­wick­lung oder die Wirt­schafts­kraft be­rück­sich­tigt.

Ne­ben Salem sol­len auch die Kom­mu­nen Me­cken­beu­ren, Aulendorf und Kiß­legg zu­künf­tig als Un­ter­zen­trum ein­ge­stuft wer­den. Wann ge­nau die vier Kom­mu­nen im Lan­des­ent­wick­lungs­plan in die­ser Ka­te­go­rie ein­ge­ord­net wer­den ist nicht ge­nau ab­seh­bar. „Wir hof­fen je­doch, dass wir im Jahr 2019 in Rich­tung Ge­neh­mi­gung ge­hen kön­nen“, sagt Win­fried Fran­ke. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dungs­ho­heit über die Ein­tei­lung hat das ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart.

FO­TO: AR­CHIV

Salem könn­te zu­künf­tig noch at­trak­ti­ver für grö­ße­re Be­trie­be wer­den.

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