Grü­nes Licht für Be­treu­ungs­kon­zept 2.0

Kin­der­haus Schul­stra­ße wird Krip­pe – Im See­gad­del nur Ganz­tags­be­treu­ung Ü3

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Immenstaad/meckenbeuren - Von An­ton Fuchs­loch

IM­MEN­STAAD - Mit dem so­ge­nann­ten Be­treu­ungs­kon­zept 2.0 will sich die Ge­mein­de Im­men­staad für die Her­aus­for­de­run­gen in der Kin­der­be­treu­ung rüs­ten. Spe­zia­li­sie­rung ist an­ge­sagt: Das Kin­der­haus in der Schul­stra­ße soll aus­schließ­lich für die Krip­pen­be­treu­ung für Kin­der un­ter drei Jah­ren (U3) zur Ver­fü­gung ste­hen. Der Kin­der­gar­ten See­gad­del soll sich auf die Ganz­tags­be­treu­ung (Ü3) für Kin­der von drei Jah­ren bis zum Schul­ein­tritt kon­zen­trie­ren. Der Ge­mein­de­rat stimm­te dem Kon­zept am Mon­tag zu.

Wie Bür­ger­meis­ter Jür­gen Beiss­wen­ger be­ton­te, han­delt es sich zu­nächst um ei­nen Grund­satz­be­schluss, der erst mit Er­öff­nung des Neu­baus im See­gad­del zum Tra­gen kommt. Die­ses Er­eig­nis dürf­te aber noch ei­ni­ge Jah­re auf sich war­ten las­sen. Es wird im­mer noch an dem Be­bau­ungs­plan ge­tüf­telt, des­sen Ent­wurf der Ge­mein­de­rat En­de Mai be­schlos­sen hat. Der Pla­nungs­auf­trag für den Neu­bau der Kin­der­ta­ges­stät­te und die Än­de­rung des Be­bau­ungs­plans Hap­pen­wei­ler wur­den En­de 2016 an das Bü­ro Ba­ech­le­meid aus Kon­stanz ver­ge­ben.

Vom Land gibt es für den Neu­bau be­reits ei­nen Zu­schuss­be­scheid über 250 000 Eu­ro. Hoff­nung macht sich der Bür­ger­meis­ter, dass auch vom Bund et­was kommt. Wenn al­les glatt geht, könn­te das neue Kin­der­haus 2021 ste­hen.

Zu we­ni­ge Ganz­tags­plät­ze

Wie Beiss­wen­ger im Ge­mein­de­rat be­ton­te, wer­de das Be­tre­ungs­kon­zept 2.0 von al­len Be­tei­lig­ten mit­ge­tra­gen. Das sei zu­letzt bei ei­nem Work­shop mit Ver­wal­tung, Er­zie­he­rin­nen, El­tern­ver­tre­tern und Ge­mein­de­rä­ten deut­lich ge­wor­den. Seit Ok­to­ber 2016 be­schäf­ti­ge man sich mit der Fra­ge, wie die Ge­mein­de die wach­sen­den Auf­ga­ben im Be­treu­ungs­be­reich bün­deln kön­ne, sag­te Haupt­amts­lei­ter Michael Haa­se. Der Be­darf an Ganz­tags­plät­zen neh­me kon­ti­nu­ier­lich zu. Mo­men­tan kön­ne die Nach­fra­ge nur durch die Wei­ter­füh­rung der Klein­kind­grup­pe mit ma­xi­mal zehn Plät­zen im Grund­schul­ge­bäu­de ge­deckt wer­den, so Haa­se. Er ge­he da­von aus, dass die bis 2017 be­fris­te­te Be­treibs­ge­neh­mi­gung für das Pro­vi­so­ri­um ver­län­gert wer­de. Ab 2018 wür­den auch zu­sätz­li­che Krip­pen­plät­ze be­nö­tigt, so der Haupt­amts­lei­ter.

Kos­ten und Ge­büh­ren stei­gen

Der Kin­der­gar­ten­be­darfs­plan 2017/ 2018, den der Ge­mein­de­rat zur Kennt­nis nahm, schreibt die Ent­wick­lung le­dig­lich fort und birgt kei­ne gro­ßen Über­ra­schun­gen. Bei den El­tern­bei­trä­gen hält sich Im­men­staad an die Emp­feh­lun­gen der Kir­chen und kom­mu­na­len Lan­des­ver­bän­de, die im Re­gel­kin­der­gar­ten ei­ne mo­de­ra­te Er­hö­hung von 121 auf 124 Eu­ro für ein Kind aus ei­ner Fa­mi­lie vor­se­hen. Für ei­nen Ganz­tagskrip­pen­platz müs­sen El­tern bis zu 518 Eu­ro pro Mo­nat be­zah­len. Ak­tu­ell liegt die Be­treu­ungs­quo­te für Kin­der un­ter drei Jah­ren in Im­men­staad bei 56 Pro­zent.

2017 rech­net die Ge­mein­de mit Be­triebs­aus­ga­ben für al­le fünf Kin­der­gär­ten von 3,9 Mil­lio­nen Eu­ro, da­von ent­fal­len 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro al­lein auf Per­so­nal­kos­ten, die im Ver­gleich zum Vor­jahr um acht Pro­zent stei­gen. Die El­tern­bei­trä­ge de­cken 9,8 Pro­zent der Be­triebs­aus­ga­ben ab. Der Kos­ten­de­ckungs­grad sinkt laut Haus­halt von 47 auf 41 Pro­zent. Das heißt, 59 Pro­zent der Be­treu­ungs­kos­ten wer­den über Steu­er­mit­tel fi­nan­ziert.

Im Ge­mein­de­rat führ­te die An­fra­ge von SPD und Grü­nen nach so­zi­al ge­staf­fel­ten El­tern­bei­trä­gen zu Dis­kus­sio­nen. Der Ver­wal­tungs­auf­wand sei da­für un­ver­hält­nis­mä­ßig hoch, sag­te Bür­ger­meis­ter Beiss­wen­ger. Bei 230 Kin­dern Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se der El­tern zu re­cher­chie­ren, über­stei­ge die Ka­pa­zi­tä­ten. Wer So­zi­al­leis­tun­gen und da­mit be­dürf­tig sei, be­kom­me vom Land­rats­amt die nö­ti­ge Un­ter­stüt­zung.

An­ge­li­ka Eck­stein (Grü­ne) wies dar­auf hin, dass es ei­ne klei­ne Grup­pe von Men­sch­nen ge­be, die knapp über der So­zi­al­hil­fe lie­gen und sich nur mit Zweit- und Dritt­jobs über Was­ser hal­ten. Die­se Fa­mi­li­en bräuch­ten drin­gend ei­ne Ent­las­tung. Sie sei über­zeugt, dass es da­für auch ein stim­mi­ges Kon­zept ge­ben kön­ne, das die Ver­wal­tung nicht über Ge­bühr be­las­tet. SPD und Grü­ne wol­len das zu­min­dest un­ter­sucht ha­ben und ent­hiel­ten sich des­halb am En­de ih­rer Stim­me.

FO­TO: BA­ECH­LE­MEID

Der Neu­bau im See­gad­del soll für die Ganz­tags­be­treu­ung von Kin­dern über drei Jah­ren bis zum Grund­schul­al­ter zur Ver­fü­gung ste­hen.

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