Mark­dor­fer ge­den­ken dem Stadt­brand

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf -

(bw) - In der Nacht vom 10. auf den 11. Ju­li 1842 ist ein Teil der Mark­dor­fer Ober­stadt ab­ge­brannt. Zum Ge­den­ken an die­se Ka­ta­stro­phe ha­ben sich zahl­rei­che Mark­dor­fer am Di­ens­tag­abend vor dem Ober­tor ge­trof­fen. So wie es da­mals ei­ne gro­ße So­li­da­ri­tät in der Bür­ger­schaft gab, brach­ten auch zum Hock zahl­rei­che Gäs­te ein Ve­sper mit, um es mit den an­de­ren zu tei­len. Die His­to­ri­sche Nar­ren­zunft hielt die Ge­trän­ke da­zu be­reit. Das ein­zig Po­si­ti­ve an dem gro­ßen Brand vor 175 Jah­ren in „der Gass“, heu­te Ober­tor­stra­ße, sei ge­we­sen, dass es kei­ne To­ten ge­ge­ben ha­be, stell­te Stadt­ar­chi­var Wal­ter Hut­ter fest. Da­mals brann­ten 78 Ge­bäu­de im Be­reich Ober­tor­stra­ße und Markt­platz ab, 99 Fa­mi­li­en mit et­wa 350 Personen wur­den ob­dach­los. Es gab noch kei­ne Feu­er­wehr, je­der Bür­ger war ver­pflich­tet beim Lö­schen zu hel­fen. Nach der Ka­ta­stro­phe ha­be es ei­ne gro­ße Spen­den­be­reit­schaft ge­ge­ben. Aus dem gan­zen Land gab es fi­nan­zi­el­le Hil­fen, so­dass sehr schnell mit dem Wie­der­auf­bau be­gon­nen wur­de. Be­reits nach ei­nem Jahr konn­ten die ers­ten Fa­mi­li­en wie­der in ihr Haus ein­zie­hen. Beim Bau hat­te es stren­ge Vor­schrif­ten ge­ge­ben, so muss­ten Brand­mau­ern zwi­schen den Häu­sern er­rich­tet wer­den, Tür- und Fens­ter­stür­ze muss­ten aus Sand­stein sein. Der Stadt­ar­chi­var er­läu­ter­te auch den Be­reich des Bran­des an der gro­ßen Stadt­kar­te, aus der Aus­stel­lung zum Stadt­ju­bi­lä­um. Das Bild ma­che deut­lich wie sich die Stadt in die­sem Be­reich nach dem Brand und durch den Wie­der­auf­bau ver­än­dert ha­be, stell­te Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann fest. Fo­to: bw

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