Ge­büh­ren für Kin­der­be­treu­ung stei­gen

Im Herbst wird ab­ge­stimmt – Bo­ris Mat­tes (SPD) wünscht sich ei­ne So­zi­al­klau­sel

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg - Von Mar­ti­na Wol­ters

- Um ge­stie­ge­ne Kos­ten zu de­cken, hat sich der Ge­mein­de­rat am Di­ens­tag­abend bei ei­ner Ge­gen­stim­me für hö­he­re Be­treu­ungs­ge­büh­ren für Kin­der­gar­ten, Krip­pe und Grund­schu­le aus­ge­spro­chen. Wie be­reits bei den Ge­büh­ren­an­pas­sun­gen in 2015 und 2016 wird in die­sem und nächs­ten Jahr wie­der in zwei Schrit­ten, je­weils zum 1.Sep­tem­ber, an­ge­passt. Auf An­trag von Bo­ris Mat­tes (SPD) soll bis zum Herbst ge­prüft wer­den, ob ein­kom­mens­schwa­che Fa­mi­li­en im Rah­men ei­ner Sat­zungs­än­de­rung be­rück­sich­tigt wer­den kön­nen.

Die Krip­pen- und Kin­der­gar­ten­ein­nah­men de­cken die durch hö­he­re Per­so­nal­aus­ga­ben und bes­se­re Be­tre­ungs­be­din­gun­gen ge­stie­ge­nen Kos­ten der­zeit nur noch zu 13,62 Pro­zent. Zwei Jah­re zu­vor wa­ren es noch 14,45 Pro­zent. Der von Kir­chen und kom­mu­na­len Lan­des­ver­bän­den emp­foh­le­ne Kos­ten­de­ckungs­grad lie­ge bei 20 Pro­zent, teil­te Ute Rose, Lei­te­rin der Ab­tei­lung Fa­mi­lie, Ju­gend und Bil­dung, mit. Sie wies auf ei­nen Rats­be­schluss aus 2013 hin, laut dem sich die Ge­büh­ren­kal­ku­la­ti­on an eben die­sen Sät­zen ori­en­tie­ren soll­te. Ana­log zu die­sem wür­den die Bei­trä­ge für die Kin­der­gar­ten­jah­re 2017/18 und 2018/19 fort­ge­schrie­ben.

Bei den ver­län­ger­ten Öff­nungs­zei­ten er­gibt sich so ein 25-pro­zen­ti­ger Zu­schlag. Die Kos­ten für ei­ne ganz­tä­gi­ge Be­treu­ung mit neun St­un­den wer­den ent­spre­chend des hö­he­ren Per­so­nal­auf­wan­des eben­falls an­ge­ho­ben. Be­treu­er und El­tern­bei­rä­te sei­en mit­ein­be­zo­gen, die El­tern vor­ab in­for­miert wor­den, un­ter­strich Rose.

Er­hö­hun­gen „durch­aus to­le­ra­bel“

Mar­kus Wai­bel (FWV) be­grüß­te die Vor­ge­hens­wei­se. Dass kei­ne El­tern im Rats­saal an­we­send sei­en, be­stä­tig­te das, mein­te der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. „Die Prei­se sind völ­lig in Ord­nung“, sag­te er und lob­te das „gut funk­tio­nie­ren­de Team vor Ort“. Für Alex­an­dra Mahl (Um­welt­grup­pe) wa­ren die Er­hö­hun­gen „durch­aus to­le­ra­bel“. Micha­el Gi­low­sky (Um­bo) hät­te „am liebs­ten kei­ne Kin­der­gar­ten­ge­büh­ren“, sah aber die Not­wen­dig­keit auf­grund der ho­hen Per­so­nal­kos­ten ein. Chris­ti­ne Lud­wig (Grü­ne) in­ter­es­sier­te sich für den „be­darfs­ge­rech­ten Aus­bau“. Die Ab­tei­lungs­lei­te­rin führ­te ei­ni­ge neue Krip­pen­plät­ze und ei­ne zwei­te Hort­grup­pe an. Mat­tes sorg­te sich um fi­nanz­schwa­che Fa­mi­li­en und plä­dier­te für ei­nen ent­spre­chen­den Pas­sus in der Ge­büh­ren­sat­zung. Er be­ton­te, im Bo­den­see­kreis ge­be es die höchs­te Quo­te an al­lein­er­zie­hen­den Müt­tern. Ute Rose ent­geg­ne­te, dass die Ge­büh­ren auf schrift­li­chen An­trag hin auch ab­ge­stot­tert wer­den kön­nen. Au­ßer­dem be­ste­he die Mög­lich­keit ei­nes So­zi­al­amt­zu­schus­ses.

Käm­me­rin Hei­ke Sonn­tag be­zwei­fel­te auf­grund des Äqui­va­lenz­ge­bo­tes, dass Mat­tes An­sin­nen sat­zungs­mä­ßig zu re­geln sei. Chris­ti­an Her­ter (Um­bo) mein­te, Be­dürf­ti­ge soll­ten sich un­be­dingt an das So­zi­al­amt wen­den. Es ge­he nicht an, dass die gan­zen Kos­ten bei der Kom­mu­ne ver­blie­ben.

Bür­ger­meis­ter Robert Sche­rer schlug vor, über den An­trag im Herbst ab­zu­stim­men. Die Ver­wal­tung wer­de ihn bis da­hin auf sei­ne Mach­bar­keit prü­fen. Dem Vor­schlag folg­te das Gre­mi­um bei vier Ge­gen­stim­men.

FO­TO: MAR­TI­NA WOL­TERS

Die Ge­büh­ren für die Kin­der­be­treu­ung in Meers­burg, wie hier in der Nach­mit­tags­be­treu­ung bei Li­sa Ober­mül­ler, wer­den an­ge­passt.

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