Kein Blit­zer für Meers­burg

Rä­te leh­nen Vor­schlag von Bür­ger­meis­ter Robert Sche­rer ab

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg -

(mw) - Der Ge­mein­de­rat hat den Ver­wal­tungs­wunsch nach ei­ner stän­di­gen Ver­kehrs­kon­trol­le und in­fra­ge kom­men­de Stand­or­te in jüngs­ter Sit­zung kon­tro­vers dis­ku­tiert und schließ­lich ab­ge­lehnt. Die Geg­ner setz­ten auf mo­bi­le Über­wa­chungs­an­la­gen und den Lärm­ak­ti­ons­plan.

We­gen zu­neh­mend hö­he­rem Ver­kehrs­auf­kom­men rund um die Stadt woll­te Bür­ger­meis­ter Robert Sche­rer beim Land­rats­amt ei­ne Ge­schwin­dig­keits­über­wa­chung be­an­tra­gen. Der vie­le Ver­kehr ha­be ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf Si­cher­heit und Le­bens­qua­li­tät von Ein­hei­mi­schen und Gäs­ten, be­grün­de­te er sei­nen Vor­stoß. Als mög­li­che Stand­or­te zog er sechs klas­si­fi­zier­te Stra­ßen in Be­tracht, dar­un­ter den Stre­cken­ab­schnitt von der Fäh­re bis zum B31An­schluss vor Stet­ten, die K7783 nach Dai­sen­dorf oder die L201 vom Fähr­an­le­ger in Rich­tung Un­te­ruhl­din­gen. „Ich be­für­wor­te ei­ne Blitz­an­la­ge – je­der, der lang­sa­mer fährt, tut der Stadt gut“, un­ter­strich der Bür­ger­meis­ter.

Bo­ris Mat­tes (SPD) stimm­te ihm zu. Es sei sinn­voll und der Be­darf „ab­so­lut da“, sag­te er. Prio­ri­tät hat­ten für ihn die Stet­tener-, Dai­sen­dor­fer-, und Mes­mer­stra­ße. Das sei­en „be­lieb­te Renn­stre­cken“, mein­te Mat­tes. Alex­an­dra Mahl von der Um­welt­grup­pe hät­te „am liebs­ten gleich meh­re­re Blit­zer“. Als „neur­al­gi­sche Stel­le“be­zeich­ne­te sie die Dai­sen­dor­fer­stra­ße bis zur Al­ten Post. An­ders sah das die CDU-Frak­ti­on: Martin Brug­ger fand ei­nen „Sta­ren­kas­ten nur da sinn­voll, wo auch Ge­fähr­dungs­po­ten­ti­al vor­liegt, wie in Kin­der­gar­ten­nä­he“, sag­te er. An­sons­ten war er für ei­ne mo­bi­le La­ser­mes­sung. Der Bür­ger­meis­ter wies ihn dar­auf hin, dass die Stadt kei­nen Ein­fluss dar­auf ha­be, wie oft ei­ne sol­che Mes­sung statt­fin­de.

Die Idee, mo­bil zu kon­trol­lie­ren hielt Mat­tes für gut. Al­ler­dings ge­be es „im Kreis kei­ne Mit­tel da­für, weil zu teu­er und zu per­so­nal­in­ten­siv“. Au­ßer­dem wür­den sol­che Kon­trol­len in­ner­halb von zehn Mi­nu­ten über das Ra­dio ver­brei­tet, gab Mat­tes zu be­den­ken. Da­mit sei­en sie nicht ef­fek­ti­ver als sta­tio­nä­re An­la­gen.

Wer­ner End­res (CDU) sprach sich „grund­sätz­lich ge­gen Blit­zer“aus. Es hand­le sich um „Ab­zo­cke­rei“und der Fah­rer ge­be gleich an­schlie­ßend wie­der Gas, mein­te er und sei­ne Frak­ti­ons­kol­le­gen Pe­ter Köst­lin­ger und Pe­ter Schmidt ga­ben ihm recht und hoff­ten auf Ver­bes­se­run­gen durch den Lärm­ak­ti­ons­plan.. Hein­rich Frey (FWV) und Pe­ter Krau­se (Um­bo) ho­ben auf die vie­len Über­wa­chungs­an­la­gen und Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen im Bo­den­see­kreis ab. Das sei zu­viel, mein­ten sie. „Die Men­schen ori­en­tie­ren sich beim Ein­kau­fen weg von Städ­ten wie Friedrichshafen“, be­fand Krau­se. Das Gre­mi­um vo­tier­te schließ­lich bei sechs Ge­gen­stim­men und drei Ent­hal­tun­gen ge­gen ei­ne Ge­schwin­dig­keits­über­wa­chungs­an­la­ge.

FO­TO: DPA

Martin Brug­ger von der CDU-Frak­ti­on spricht sich für mo­bi­le Ge­schwin­dig­keits­mes­sun­gen aus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.