St. Mar­ti­nus-Kir­che wird 500 Jah­re alt

Kirch­weih­fest mit Haydn-Mes­se steht ganz im Zei­chen des Ju­bi­lä­ums

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Immenstaad/oberteuringen/meckenbeuren -

(af) - Als Auf­takt zum Ju­bel­jahr „500 Jah­re Kirch­wei­he Sankt Mar­ti­nus Ober­teu­rin­gen“fin­det am Sonn­tag, 16. Ju­li, ein Fest­got­tes­dienst mit an­schlie­ßen­dem Kirch­weih­fest statt. Die Fest­tags­mess­fei­er be­ginnt um 9.30 Uhr. Der Kir­chen­chor singt die „Mis­sa bre­vis in F“von Jo­seph Haydn für zwei So­lo­so­pra­ne, Chor und Orches­ter.

An­schlie­ßend gibt es Mit­tag­es­sen. Für mu­si­ka­li­sche Un­ter­hal­tung wäh­rend des Früh­schop­pens im St. Mar­ti­nus-Ge­mein­de­haus sor­gen die EMUS (ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Trach­ten­ka­pel­le Ober­teu­rin­gen). Zu Kaf­fee und Ku­chen spielt Al­lein­un­ter­hal­ter Ma­xi­mi­li­an Soy­er auf. Mit ei­ner Abend­an­dacht um 16.30 Uhr en­det das Kirch­weih­fest. Der Er­lös kommt der Re­no­vie­rung des Kirch­turms zu­gu­te. Ein Fest­got­tes­dienst mit Bi­schof Geb­hard Fürst fin­det am 5. No­vem­ber statt.

Im dunk­len Mit­tel­al­ter

„Die An­fän­ge der ur­al­ten Pfar­rei Teu­rin­gen lie­gen im Dun­kel des Mit­tel­al­ters ver­bor­gen“, schreibt Ge­org Wie­land in dem 2002 an­läß­lich der 1250-Jahr-Fei­er der Erst­erwäh­nung der Ge­mein­de er­schie­nen Buch. Zwi­schen 709 und 714 dürf­te – aus­ge­hend von den Klös­tern St. Gal­len und Rei­chen­au – hier ei­ne ers­te Tauf­kir­che ent­stan­den sein. Die frü­hes­te Nach­richt über die Be­set­zung der Pfarr­stel­le stammt aus dem Jahr 1155. Die Pa­tro­na­ther­ren wech­sel­ten von den Her­ren von Teu­rin­gen und Schma­legg zu den Gra­fen von Wer­den­berg bis zur Reichs­stadt Ravensburg, die von 1413 bis 1802 das Sa­gen hat­te.

Kirch­wei­he war am 17. Ju­li 1517

Die heu­ti­ge Pfarr­kir­che wur­de ab 1516 er­rich­tet und am 17. Ju­li 1517 ge­weiht. Pfar­rer war da­mals Jo­han­nes Egen, der ei­ner Pa­tri­zi­er­fa­mi­lie aus Din­kels­bühl ent­stamm­te und über ein be­acht­li­ches Ver­mö­gen ver­füg­te, von dem er gro­ße Tei­le 1550 dem Spi­tal und den ar­men Leu­ten von Tett­nang stif­te­te. Dort ver­brach­te Egen, nach­dem er 47 Jahr lang die Pfarr­stel­le in Ober­teu­rin­gen be­klei­det hat­te, bei sei­nem Nef­fen Hans Egen, mont­for­ti­scher Hof­meis­ter und Vogt, sei­nen Le­bens­abend.

1846 wur­de der Kirch­tum um et­wa 20 Me­ter er­höht. Seit­her gilt er mit sei­nen mehr als 60 Me­tern als der höchs­te zwi­schen Ulm und Bo­den­see. An das da­ma­li­ge Pa­tro­nat er­in­nert das Ra­vens­bur­ger Wap­pen in der Sa­kra­ments­ni­sche. Die Kir­che wur­de mehrfach um­ge­stal­tet und re­no­viert - zu­letzt 2013 in­nen und 2017 au­ßen.

FO­TO: PR

Das Ju­bel-Kirch­weih-Lo­go will zei­gen, dass Kir­che nicht nur aus Mau­ern, son­dern aus le­ben­di­gen Baustei­nen be­steht.

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