Ein klei­ner La­den mit gro­ßer Wir­kung

Ta­fella­fen Friedrichshafen ver­sorgt täg­lich 60 bis 90 Men­schen mit Wa­ren – Hel­fer ge­sucht

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen -

(sz) - In Deutsch­land gibt es mehr als 900 Tafeln, die über 1,5 Mil­lio­nen Men­schen in Not mit ge­spen­de­ten Wa­ren un­ter­stüt­zen. Auch der klei­ne La­den der Fried­richs­ha­fe­ner Ta­fel ist ein be­gehr­ter Ort für Men­schen, die nur sehr we­nig Geld zur Ver­fü­gung ha­ben.

In der Nä­he des Bahn­hofs, im Ta­fel­la­den in der Ho­fe­ner Stra­ße, fin­den et­wa 60 bis 90 Men­schen mit schma­lem Geld­beu­tel täg­lich ne­ben Le­bens­mit­teln und an­de­ren Wa­ren Freund­lich­keit und An­er­ken­nung der eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter, wenn sie für ge­rin­ge Cent­be­trä­ge – eher ei­nem sym­bo­li­schen Wert – ein­kau­fen. Der Ta­fel­la­den er­in­nert des­halb so man­chen Kun­den auch an ei­nen „Tante Em­ma La­den“, denn über die La­den­the­ke hin­weg wer­den oft Ge­sprä­che zwi­schen den eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern und den Kun­den ge­führt und man­ches Mal auch Pro­ble­me ge­löst, wie die Ta­fel mit­teilt.

Re­gel­mä­ßig wird der Ta­fel­la­den auch re­no­viert, ge­stri­chen oder die Ein­rich­tung ver­bes­sert. Noch in die­sem Som­mer sol­len zum Bei­spiel die ur­al­ten, teils schon schä­bi­gen Wa­ren­ge­stel­le im Ver­kaufs­raum ge­gen neue Re­ga­le aus­ge­tauscht wer­den. Der La­den der Fried­richs­ha­fe­ner Ta­fel ist je­den Mor­gen zwi­schen 10 Uhr und 12.30 Uhr ge­öff­net (sams­tags bis 12 Uhr).

„Auch wenn, ge­nau­so wie in an­de­ren Tafeln Deutsch­lands, oft ei­ni­ge Gr­und­nah­rungs­mit­tel im La­den feh­len, ist die Ta­fel doch für vie­le Men­schen in Not ei­ne wich­ti­ge Hil­fe zum Le­bens­un­ter­halt“, er­klär­te auf der jüngs­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung Die­ter Stau­ber, der seit ei­nem Jahr Vor­sit­zen­der der Fried­richs­ha­fe­ner Ta­fel ist. Un­ter­stützt wird sei­ne Ar­beit von ei­nem drei­köp­fi­gem Vor­stand so­wie Ver­tre­tern der evan­ge­li­schen und der ka­tho­li­schen Kir­che und der Stadt Friedrichshafen.

Et­wa 18 Su­per­märk­te, Dis­coun­ter, Bä­cke­rei­en, Metz­ge­rei­en und an­de­re Lä­den spenden re­gel­mä­ßig Le­bens­mit­tel an die Ta­fel. Die­se Wa­ren ste­hen oft kurz vor dem Ver­falls­da­tum, sind aber qua­li­ta­tiv noch ein­wand­frei. Täg­lich ho­len sie Ta­fel­mit­ar­bei­ter mit ei­nem ei­ge­nen Kühl­wa­gen ab. Da­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem Obst und Gemüse, Reis und Nu­deln, Mol­ke­rei­pro­duk­te oder Brot und Ku­chen vom Vor­tag. Ein Häf­ler Bä­cker backt so­gar für die Ta­fel­kun­den täg­lich fri­sche Bröt­chen. Oft kom­men sehr zur Freu­de der Kun­den auch Pri­vat­leu­te mit Nu­deln, Kon­ser­ven und an­de­ren halt­ba­ren Le­bens­mit­teln in der Ho­fe­ner Stra­ße vor­bei.

In der Ta­fel darf nur ein­kau­fen, wer über ei­nen Ta­fel­aus­weis ver­fügt. Über 570 Ta­fel­aus­wei­se sind zur­zeit im Um­lauf, wie ei­ne neue sta­tis­ti­sche Er­he­bung in der Fried­richs­ha­fe­ner Ta­fel An­fang Ju­li er­gab. In die­sen Aus­wei­sen sind mehr als 1500 Personen ein­ge­tra­gen, die die Ta­fel re­gel­mä­ßig un­ter­stützt. Über 600 die­ser Personen sind min­der­jäh­rig.

Ge­führt wird der La­den von ei­nem ver­ant­wort­li­chen Markt­lei­ter und zwei Mit­ar­bei­tern in Teil­zeit. Von rund 25 eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern sind täg­lich et­wa fünf zu­stän­dig für das Ab­ho­len der Wa­ren, Säu­bern, Auf­be­rei­ten und Ver­tei­len der Le­bens­mit­tel im Ge­schäft, dem Ver­kauf bis hin zum ab­schlie­ßen­dem Put­zen des La­dens.

„Oh­ne die­sen groß­ar­ti­gen Ein­satz un­se­rer eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter könn­te der La­den­be­trieb so nicht funk­tio­nie­ren“, er­klär­te Die­ter Stau­ber. „Doch wir ha­ben, wie vie­le ge­mein­nüt­zi­ge Ver­ei­ne auch, das Pro­blem, dass wir drin­gend wei­te­re eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter brau­chen, um den La­den am Lau­fen zu hal­ten.“

FO­TO: PR

Ta­fel­vor­sit­zen­der Die­ter Stau­ber im Ge­spräch mit der Ta­fel­kun­din Ha­ti­ce Yel­pa­zä.

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