Jens Spahn dis­ku­tiert mit Mit­tel­ständ­lern

CDU-Staats­se­kre­tär be­sucht mit Lothar Rieb­sa­men (CDU) die Fir­ma Ra­fi El­tec in Über­lin­gen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Überlingen/meersburg - Von Na­di­ne Sapot­nik

- Beim Be­such in Über­lin­gen schien Staats­e­kre­tär Jens Spahn (CDU) ei­nes wich­tig zu sein: Den Ge­dan­ken „Uns geht es gut“, zu ver­mit­teln. „Wir le­ben im bes­ten Deutsch­land, das es je­mals gab“, sag­te er. „Aber spü­ren auch, dass es am­bi­va­lent ist.“Des­halb ist er da­von über­zeugt, dass Re­for­men nö­tig sind – un­ter an­de­rem bei der Mehr­wert­steu­er. Bei die­sen Re­for­men ge­he es dar­um, Ein­stel­lun­gen zu än­dern.

Auf Ein­la­dung der CDU Über­lin­gen be­such­te Spahn ge­mein­sam mit dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten des Land­krei­ses, Lothar Rieb­sa­men (CDU), das Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Ra­fi El­tec in Über­lin­gen zu ei­nem Ziel­grup­pen­ge­spräch zum The­ma „Per­spek­ti­ve Zu­kunft – wie Deutsch­land wirt­schaft­lich stark bleibt“. Ver­tre­ter des Mit­tel­stands aus ver­schie­de­nen Be­rei­chen ka­men und nutz­ten die Ge­le­gen­heit, um mit Spahn zu dis­ku­tie­ren. „Die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ist ei­ne Grund­be­din­gung für den Er­halt un­se­rer Stadt“, be­grün­de­te der Vor­sit­zen­de der CDU Über­lin­gen, Alex­an­der Bruns, die The­men­wahl für das Tref­fen.

Spahn ließ ei­ni­ge Mi­nu­ten auf sich war­ten, die Rieb­sa­men nutz­te, um über die ak­tu­el­len The­men der CDU im Wahl­kreis und auf Bun­des­ebe­ne zu spre­chen – er gab Ein­bli­cke in das Wahl­pro­gramm. Er möch­te sich mit sei­ner Par­tei da­für ein­set­zen, dass der Spit­zen­steu­er­satz erst ab ei­nem Ein­kom­men ab 60 000 Eu­ro im Jahr greift. Au­ßer­dem soll der So­li in den kom­men­den Jah­ren in meh­re­ren Schrit­ten ab­ge­schafft wer­den. In sei­nem Wahl­kreis möch­te er sich wei­ter­hin für die Elek­tri­fi­zie­rung der Süd­bahn ein­set­zen und auch die Orts­um­fah­run­gen von Ha­gnau und Me­cken­beu­ren sind für den Ab­ge­ord­ne­ten wich­ti­ge The­men. „Die Um­fah­run­gen sind grund­sätz­lich fi­nan­ziert“, sag­te er. „Es schei­tert aber an der Pla­nung.“

Die schlech­ten Pla­nun­gen bei Bau­vor­ha­ben kri­ti­sier­te schließ­lich auch Jens Spahn. Er rief da­zu auf, wirt­schaft­lich zu den­ken und des­halb bei der nächs­ten Bun­des­tags­wahl nicht Rot-Rot-Grün zu wäh­len. Schließ­lich sei­en nicht nur die die Gu­ten, die sich für das Wohl von Frö­schen und Lur­chen en­ga­gie­ren, son­dern auch die, die sich Ar­beits­plät­ze und In­dus­trie ein­set­zen. „Wir ha­ben kei­nen Fe­tisch, was die schwar­ze Null be­trifft“, sagt Spahn. „Wir wol­len Spiel­raum für die Zu­kunft.“

Horst Mül­ler, Vor­sit­zen­der des De­o­ho­ga Bo­den­see­kreis aus Ha­gnau gab zu Be­den­ken, dass der Mit­tags­tisch auf dem Land aus­stirbt. „Wir kämp­fen mit Un­ter­neh­mens­steu­ern und Mehr­wert­steu­er­sät­zen in der Le­bens­mit­tel­bran­che“, sag­te er. Im Ver­gleich mit an­de­ren EU-Mit­glieds­staa­ten ha­be nur Deutsch­land un­ter­schied­li­che Mehr­wert­steu­er­sät­ze. Spahn be­ton­te dar­auf­hin, wie wich­tig er ei­ne kon­se­quen­te Mehr­wert­steu­er­re­form für die Zu­kunft fin­det. „Das braucht aber viel Kraft“, sag­te er und noch ha­be er ei­nen sol­chen Plan nicht auf­ge­stellt.

Auch ganz ak­tu­el­le Nach­rich­ten be­schäf­tig­ten die Gäs­te. Der Vor­sit­zen­de der MIT Bo­den­see, Hart­mut Kräwin­kel, woll­te wis­sen, in­wie­weit die Bun­des­re­pu­blik mehr in­ves­tie­ren soll­te. Da­bei be­zog er sich auf den fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Em­ma­nu­el Ma­cron, der von Deutsch­land for­dert, mehr in Eu­ro­pa zu in­ves­tie­ren. Spahn be­ton­te dar­auf­hin, wie er­folg­reich Deutsch­land im Ex­port sei. „Die­je­ni­gen, die ein De­fi­zit in die­sem Be­reich ha­ben, soll­ten sich fra­gen, wo­her das kommt.“

FO­TO: SAPOT­NIK

Lothar Rieb­sa­men (Mit­te) lei­tet die Dis­kus­si­on, bei der Jens Spahn (rechts) Fra­gen zur Fi­nanz­po­li­tik be­ant­wor­tet. Auch der Vor­sit­zen­de der CDU Bo­den­see, Vol­ker May­er-Lay, ist an dem Vor­mit­tag bei dem Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Ra­fi El­tec in Über­lin­gen da­bei.

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