Mes­ser­ste­cher muss acht­ein­halb Jah­re in Haft

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen -

(flo) - Das Land­ge­richt Ra­vens­burg hat am Mitt­woch drei jun­ge Män­ner we­gen des Mes­ser­an­griffs an der Meis­ters­ho­fe­ner Stra­ße ver­ur­teilt. Der 23-jäh­ri­ge Haupt­tä­ter muss we­gen ver­such­tem Tot­schlag acht­ein­halb Jah­re ins Ge­fäng­nis, sein 27-jäh­ri­ger Bru­der für sechs Jah­re. Ein drit­ter Mann, der die bei­den be­glei­tet hat­te, er­hielt ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe von ei­nem Jahr und sechs Mo­na­ten.

Ei­nes stell­te Rich­ter Jür­gen Hut­te­rer in al­ler Deut­lich­keit fest: „Das war ei­ne bru­ta­le Mes­ser­at­ta­cke, bei der es oh­ne Wei­te­res zwei To­te hät­te ge­ben kön­nen.“Für das Land­ge­richt ist es er­wie­sen, dass die Brü­der am Abend des 19. Sep­tem­ber 2016 ge­zielt die Aus­ein­an­der­set­zung ge­sucht hat­ten. Auf dem Park­platz an der Meis­ters­ho­fe­ner Stra­ße woll­ten sie ihr Op­fer stel­len. Dass sich das Tref­fen dort zu­fäl­lig er­ge­ben ha­be, wie die Brü­der be­haup­tet hat­ten, glaub­te das Ge­richt nicht. Das Mo­tiv für die Mes­ser­at­ta­cke: Frau­en­geschich­ten, Ehr­ver­let­zun­gen, mar­tia­li­sches Bl­ab­la in ir­gend­wel­chen Chats. „Es ging ih­nen nicht um ein klä­ren­des Ge­spräch“, be­ton­te Hut­te­rer. „Sie woll­ten zei­gen, wer das Sa­gen hat.“Bei der Atta­cke hielt der äl­te­re Bru­der das Op­fer fest, der jün­ge­re Bru­der stach zu. Mit tie­fen Stich­wun­den ge­lang es dem schwer ver­letz­ten Mann, sich auf die an­de­re Stra­ßen­sei­te zur Feu­er­wa­che zu ret­ten. Ein Freund, der ihm zu Hil­fe ge­eilt war, trug da­bei leich­te­re Schnit­te da­von.

Gleich drei Grün­de nann­te Hut­te­rer, war­um das Ge­richt den Vor­satz zu tö­ten er­kann­te: Zum ei­nen sei mehr­fach zu­ge­sto­chen, zum an­de­ren das Op­fer fest­ge­hal­ten wor­den. Zu­dem sei­en die drei An­ge­klag­ten ein­fach da­von ge­braust, wäh­rend der Schwer­ver­letz­te in sei­nem Blut ge­le­gen ha­be. Mit sei­nem Ur­teil ge­gen die bei­den Brü­der blieb das Land­ge­richt un­ter dem An­trag von Staats­an­wäl­tin Chris­ti­ne Weiss, die zehn Jah­re und drei Mo­na­te be­zie­hungs­wei­se neun Jah­re und drei Mo­na­te ge­for­dert hat­te. Re­la­tiv kurz an­ge­bun­den, er­klär­te die An­klä­ge­rin im Ge­spräch mit der Schwä­bi­schen Zei­tung, dass sie zu­nächst die schrift­li­che Ur­teils­be­grün­dung ab­war­ten wol­le, be­vor über wei­te­re Rechts­mit­tel ent­schie­den wer­de. Die An­wäl­te der bei­den Haupt­an­ge­klag­ten – sie hat­ten auf Frei­spruch plä­diert – woll­ten sich nicht äu­ßern. Das über­nahm da­für ei­ner ih­rer Man­dan­ten. „Das ist noch nicht zu En­de“, rief der äl­te­re Bru­der sei­nem An­hang zu, als er ab­ge­führt wur­de.

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