Streit um Aus­bau der St. Jo­hann-Stra­ße

Ge­mein­de will fünf Me­ter, Ei­gen­tü­mer be­harrt auf vier Me­ter

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Oberteuringen/immenstaad - Von An­ton Fuchs­loch

- Die St. Jo­han­nStra­ße von Un­ter­teu­rin­gen nach Ra­de­rach ist nicht nur dem Ge­mein­de­rat ein Dorn im Au­ge. Je­der, der dort fährt, wun­dert sich über den Zu­stand der Fahr­bahn, die et­li­che Lö­cher auf­weist und de­ren Rän­der aus­ge­franst sind. Wenn’s nass ist rutscht man schier in den Mai­sa­cker, wenn’s tro­cken ist, staubt’s wie auf ei­ner Pis­te. Die La­ge ver­schlim­mert sich von Jahr zu Jahr.

In meh­re­ren Ge­mein­de­rats­sit­zun­gen wur­den An­fra­gen ge­stellt, wann die­se Stra­ße nun end­lich ge­rich­tet wird. Bür­ger­meis­ter Kar­lHeinz Beck ver­trös­te­te im­mer wie­der Rä­te und Bür­ger. Die Ge­mein­de ha­be hier lei­der kei­ne freie Hand, zu ent­schei­den. Es hand­le sich zwar um ei­ne öf­fent­li­che Stra­ße, die aber auf Pri­vat­grund ver­lau­fe. Oh­ne Zu­stim­mung des Ei­gen­tü­mers sei da nichts zu ma­chen.

Nun ge­be es aber Licht am Ho­ri­zont. Dem Ei­gen­tü­mer lie­ge jetzt von Sei­ten der Ge­mein­de ein Ver­trags­ent­wurf vor. Ob er dar­auf ein­geht, sei noch un­ge­wiss. Er­gän­zend da­zu wur­de ein Be­bau­ungs­plan auf­ge­stellt, der im Fal­le ei­nes Schei­terns der Ver­hand­lun­gen in Kraft ge­setzt wer­de. Die­ser wür­de der Ge­mein­de den Zu­griff auf die Stra­ßen­flä­che er­mög­li­chen, so der Bür­ger­meis­ter.

Die Pla­nung zum Aus­bau und zur Sa­nie­rung der Stra­ße steht je­den­falls, wie Beck jüngst im Ge­mein­de­rat sag­te. Das Bü­ro Was­ser-Mül­ler ha­be auch ei­ne Kos­ten­rech­nung vor­ge­legt. Mit 350 000 Eu­ro müs­se man dem­nach rech­nen, um die et­wa 600 Me­ter Fahr­bahn bis zum Wald zu er­neu­ern. Mit Re­pa­rie­ren oder Fli­cken sei es hier nicht mehr ge­tan, er­gänz­te Orts­bau­meis­ter Werner Wet­zel.

Vor­ge­se­hen sei, die der­zeit zwi­schen 3,5 und 4 Me­ter brei­te Stra­ße auf fünf Me­ter plus je 50 Zen­ti­me­ter auf­ge­kies­te Ban­ket­te zu ver­brei­tern. Da­mit wä­re ein Be­geg­nungs­ver­kehr zwi­schen land­wirt­schaft­li­chen Fahr­ze­un­gen und Au­tos mög­lich. Für den Ei­gen­tü­mer ist das zu breit. Mit ei­nem sol­chen Aus­bau­stan­dart, ver­gleich­bar mit der Stra­ße zwi­schen Ai­lin­gen und It­ten­hau­sen, wer­de nicht nur der Ver­kehr zu­neh­men, son­dern es wer­de dann auch schnel­ler ge­fah­ren. Weil die Stra­ße au­ßer­orts ver­läuft ist ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kung nicht mög­lich. Die­se zu­sätz­li­che Be­las­tung wol­le und kön­ne er den Be­woh­nern sei­nes Hau­ses, das di­rekt an der Zu­fahrt liegt, nicht zu­mu­ten.

Auf sei­nen Vor­schlag, die Stra­ße bei vier Me­tern zu be­las­sen und Aus­weich­buch­ten ein­rich­ten, ha­be sich die Ge­mein­de nicht ein­ge­las­sen. Er ha­be nichts da­ge­gen, wenn die Stra­ße in ei­nen or­dent­li­chen Zu­stand ver­setzt wird, sag­te der Ei­gen­tü­mer auf An­fra­ge. Im Ge­gen­teil, das sei not­wen­dig. Aber gleich auf sechs Me­ter ver­brei­tern, sei zu viel. Auf die­ser Ba­sis wer­de man nicht zu­sam­me­fin­den, so der Ei­gen­tü­mer. Auf Ra­de­ra­cher Ge­mar­kung sei die Stra­ße auch nur 4,2 Me­ter breit und sei­nes Wis­sens den­ke man dort nicht da­ran, die Stra­ße, die an ei­nem Kin­der­gar­ten vor­bei führt, aus­zu­bau­en und da­mit Ver­kehr an­zu­zie­hen.

Der Ver­kehr auf der Ge­mein­de­ver­bin­dungs­stra­ße ha­be in den ver­gan­ge­nen Jah­ren oh­ne­hin schon stark zu­ge­nom­men. Sie sei zu ei­ner be­lieb­ten Aus­weich­stre­cke von Ra­vens­burg nach Fisch­bach ge­wor­den. Der Aus­bau wür­de au­ßer­dem den Cha­rak­ter der Land­schaft ver­än­dern, die dort noch sehr na­tur­nah sei.

FO­TO: PR

Sie ha­ben sich kräf­tig ins Zeug ge­legt, um den Spiel­platz des Kin­der­gar­tens St. Mar­tin her­zu­rich­ten.

FO­TO: AN­TON FUCHS­LOCH

Die Stra­ße von Un­ter­teu­rin­gen nach Ra­de­rach be­fin­det sich in ei­nem schlech­ten Zu­stand.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.