Kein Spa­zier­gang

Für DFB-Frau­en be­ginnt die EM gleich ge­gen Schwe­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Sport -

(SID) - Mit ei­ner EM-Re­kord­prä­mie als Ex­tra­mo­ti­va­ti­on träu­men die deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen im Schloss­ho­tel „De Ru­wen­berg“vom nächs­ten Som­mer­mär­chen. Das no­ble Te­am­quar­tier im idyl­li­schen Sint-Michielsgestel soll der per­fek­te Aus­gangs­punkt für die Ti­tel­mis­si­on des Re­kord-Eu­ro­pa­meis­ters in den Nie­der­lan­den sein. „Es ist traum­haft. Die Rah­men­be­din­gun­gen sind sehr gut“, schwärm­te Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes, sag­te mit Blick auf den schwie­ri­gen Auf­takt ge­gen Schwe­den am Mon­tag (20.45 Uhr/ARD) aber auch: „Jetzt liegt un­ser Fo­kus nur noch auf dem Sport­li­chen. Das ha­be ich auch der Mann­schaft ge­sagt: ,Jetzt geht es los, und al­les an­de­re ist ne­ben­säch­lich.‘“

Al­les an­de­re als ne­ben­säch­lich ist die Be­loh­nung, die der Mann­schafts­rat mit dem Deut­schen Fuß­bal­lBund aus­ge­han­delt hat. 37 500 Eu­ro win­ken je­der Spie­le­rin beim Ti­tel­ge­winn – im Ver­gleich zu den 22 500 Eu­ro vor vier Jah­ren beim Tri­umph in Schwe­den ei­ne deut­li­che Stei­ge­rung. „Das ist ei­ne rie­si­ge Wert­schät­zung vom DFB“, sag­te die zum Mann­schafts­rat ge­hö­ren­de Sa­ra Dä­britz. „Wir ha­ben es be­wusst so ge­macht, dass wir erst ab dem Halb­fi­na­le ho­no­riert wer­den, weil wir ei­nen ho­hen An­spruch an uns selbst ha­ben. Wir wis­sen, was in uns steckt.“Im Fal­le des Fi­nal­ein­zu­ges gibt es 20 000 Eu­ro, bei Er­rei­chen der Vor­schluss­run­de 10 000 Eu­ro.

Ne­ben den Ho­no­ra­ren wird das The­ma Si­cher­heit im DFB-La­ger dis­ku­tiert. Nach Hin­wei­sen auf ei­nen ge­plan­ten IS-An­schlag auf das EMSpiel zwi­schen En­g­land und Schott­land (19. Ju­li/Ut­recht) er­mit­telt die nie­der­län­di­sche An­ti-Ter­ror-Be­hör­de NCTV. „Wir ha­ben das mit­be­kom­men, füh­len uns aber si­cher. Es kommt kei­ne Angst auf. Wir ver­trau­en auf die Be­hör­den und sind si­cher, dass wir ei­ne fried­li­che EM er­le­ben wer­den“, sag­te Dä­britz. Rund um das Te­am­ho­tel wa­ren am Don­ners­tag kei­ne ver­schärf­ten Si­cher­heits­maß­nah­men zu er­ken­nen.

Den Olym­pia­sie­ge­rin­nen, die im Nach­bar­land den sieb­ten EM-Ti­tel in Se­rie an­stre­ben, steht ein kom­plet­ter Flü­gel des Vier-Ster­ne-Ho­tels süd­lich von ’s-Her­to­gen­bosch zur Ver­fü­gung, in dem die Spie­le­rin­nen den Lu­xus von Ein­zel­zim­mern ge­nie­ßen. An je­der Zim­mer­tür wei­sen ein Na­mens­schild und das pas­sen­de Pa­ni­n­iAb­zieh­bild die Be­woh­ne­rin aus. „Ich bin im­mer wie­der über­wäl­tigt, wie wir mit dem Na­tio­nal­team le­ben kön­nen“, sag­te Lin­da Dall­mann vor ih­rer ers­ten EM-Teil­nah­me.

Vor­erst kein Um­zug

Wäh­rend ei­nes Tur­niers nicht zu den ver­schie­de­nen Spiel­or­ten um­zie­hen zu müs­sen, ist für die DFB-Frau­en ein No­vum. Die ers­ten drei Sta­di­en in Bre­da, Til­burg und Ut­recht sind in ma­xi­mal 45 Mi­nu­ten Fahr­zeit zu er­rei­chen. Für den fast 50-köp­fi­gen DFB-Tross ist das ein gro­ßer Kom­fort­ge­winn. Al­lein 136 Ge­päck­stü­cke (18 Pa­let­ten und 118 Kof­fer) wur­den aus Frank­furt in die Nie­der­lan­de ge­lie­fert – je­der Um­zug wird zur lo­gis­ti­schen Her­ku­les­auf­ga­be.

Nach ei­ner zwei­stün­di­gen Bus­fahrt ab Düs­sel­dorf hat­te St­ef­fi Jo­nes ein lo­cke­res ers­tes Trai­ning an­ge­setzt und lob­te den Platz im Sport­park Ze­gen­werp: „Wir ha­ben uns ge­fragt, wie der Ra­sen nach dem Re­gen­guss so aus­se­hen kann. Kom­pli­ment!“Die bes­te Nach­richt für die Nach­fol­ge­rin von Sil­via Neid: Nach dem Aus­fall von Stür­me­rin Alex­an­dra Popp (Me­nis­kus­ope­ra­ti­on) sind bis­lang kei­ne wei­te­ren Ver­let­zun­gen zu be­kla­gen. „Ich ha­be gro­ßes Ver­trau­en in den Ka­der, füh­re den Spie­le­rin­nen aber auch vor Au­gen, dass es kein Spa­zier­gang wird“, sag­te Jo­nes mit Blick auf die Neu­auf­la­ge des Olym­pia­fi­nals von Rio 2016 (da­mals 2:1) ge­gen Schwe­den: „Wir müs­sen schau­en, dass wir un­se­re Do­mi­nanz zei­gen, den Geg­ner aber nicht un­ter­schät­zen.“Die wei­te­ren Geg­ner in Grup­pe B sind Ita­li­en (21. Ju­li) und Russ­land (25. Ju­li).

FO­TO: DPA

„Wir wis­sen, was in uns steckt“: Sa­ra Dä­britz.

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