Istan­bul wen­det sich ab

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Türkei - Ein Jahr Nach Dem Putschversuch -

Seit Jahr­hun­der­ten blickt Istan­bul nach Wes­ten und muss­te nicht zu­letzt des­halb im 20. Jahr­hun­dert den Sta­tus der tür­ki­schen Haupt­stadt an das ana­to­li­sche An­ka­ra

ab­ge­ben. Das Stre­ben der Tür­kei nach Bei­tritt in die Eu­ro­päi­sche Uni­on ver­half der west­lich aus­ge­rich­te­ten Stadt in den letz­ten Jahr­zehn­ten zu neu­er Blü­te und gro­ßer Po­pu­la­ri­tät im Wes­ten. Doch mit der Neu­aus­rich­tung der tür­ki­schen Au­ßen­po­li­tik auf den Na­hen Os­ten und die mus­li­mi­sche Welt ha­ben sich auch die kul­tu­rel­len Ak­zen­te ver­scho­ben und den All­tag in der Stadt am Bo­spo­rus ver­än­dert. Die Sta­tis­tik des tür­ki­schen Tou­ris­mus­am­tes spricht für sich. Wäh­rend die Zahl der west­li­chen Be­su­cher schon im ver­gan­ge­nen Jahr um ein Drit­tel ein­brach und wei­ter sinkt, steigt die Zahl der Ein­rei­sen aus dem ara­bi­schen und mus­li­mi­schen Raum im Os­ten be­stän­dig an. Ei­nen Zu­wachs von 35 Pro­zent aus Irak, 37 Pro­zent aus Ku­wait, 23 Pro­zent aus Bah­rain, 22 Pro­zent aus Sau­diA­ra­bi­en, 40 Pro­zent aus Us­be­kis­tan, 60 Pro­zent aus Pa­läs­ti­na und mehr als 105 Pro­zent aus In­do­ne­si­en ver­zeich­ne­te das Amt im ers­ten Tri­mes­ter die­ses Jah­res, sei­ner neu­es­ten ver­öf­fent­lich­ten Sta­tis­tik. (güs)

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