Flücht­lin­ge zie­hen bald ins Ge­wer­be­ge­biet

Drei ser­bi­sche Fa­mi­li­en woh­nen ab Au­gust in der neu­en Un­ter­kunft in Un­ter­sig­gin­gen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Deggenhausertal/Meersburg/Service - Von Na­di­ne Sapot­nik

- Im Ge­wer­be­ge­biet Un­ter­sig­gin­gen ist ei­ne neue Flücht­lings­un­ter­kunft fer­tig ge­wor­den. Am Don­ners­tag­abend konn­ten An­woh­ner ei­nen Blick in die ehe­ma­li­gen La­ger­räu­me wer­fen und sich so selbst ein Bild da­von ma­chen, wie die Ge­flo­he­nen dort le­ben wer­den.

Seit An­fang des Jah­res ist das Ge­bäu­de um­ge­baut wor­den. Rund 40 Flücht­lin­ge sol­len in der neu­en Un­ter­kunft un­ter­ge­bracht wer­den. Im Erd- so­wie Ober­ge­schoss sind meh­re­re Mehr­bett­zim­mer mit Ein­ze­lund Eta­gen­bet­ten. Auf bei­den Eta­gen gibt es Bä­der mit ein­zel­nen Toi­let­ten­und Dusch­ka­bi­nen. Je­des Zim­mer ist mit ei­nem Tisch und Stüh­len aus­ge­stat­tet so­wie Klei­der­schrän­ken. Au­ßer­dem be­kommt je­des Zim­mer ei­nen Kühl­schrank, um dort Le­bens­mit­tel zu küh­len. In der un­te­ren Eta­ge gibt es ei­ne gro­ße Ge­mein­schafts­kü­che, in der meh­re­re Her­de ste­hen und gro­ße Spül­be­cken, so­wie ei­nen Ge­mein­schafts­raum. Au­ßer­dem kön­nen die Be­woh­ner ih­re Klei­dung in Wasch­ma­schi­nen wa­schen, die vom Land­rats­amt be­reit­ge­stellt wor­den sind.

In den Mehr­bett­zim­mern sol­len vor al­lem Fa­mi­li­en un­ter­ge­bracht wer­den. Auch wenn die­se nur aus drei Per­so­nen be­steht und noch zwei freie Bet­ten in dem Zim­mer blei­ben, wer­den die­se dann nicht be­legt. „Bei Fa­mi­li­en sind die Zim­mer dann aus­ge­schöpft, da kommt nie­mand hin­zu“, sag­te Wan­gert. Al­ler­dings wer­den bei Al­lein­rei­sen­den meh­re­re Män­ner aus ei­ner Na­ti­on, zu­sam­men auf ein Zim­mer ge­legt. Mö­bel­stü­cke da­zu stel­len, dür­fen die Be­woh­ner nicht. „Hier ist nicht der Ort, um sich häus­lich ein­zu­rich­ten“, sagt Ra­mo­na Wan­gert, Sach­ge­biets­lei­te­rin beim Land­rats­amt. Erst in der An­schluss­un­ter­brin­gung sol­len sich die Flücht­lin­ge rich­tig ein­rich­ten. „Die Zim­mer wür­den sonst ein­fach zu voll wer­den“, sag­te sie.

Frü­her war der An­sturm grö­ßer bei Be­sich­ti­gun­gen

Ei­ne über­schau­ba­re Zahl an An­woh­ner kam, um sich die Un­ter­kunft an­zu­schau­en. „Wenn wir in Hochzei­ten ei­ne Un­ter­kunft er­öff­net ha­ben, ka­men schon vie­le An­woh­ner“, sagt Wan­gert. Mitt­ler­wei­le sei das In­ter­es­se ein biss­chen ge­rin­ger ge­wor­den.

Auch Bür­ger­meis­ter Fa­bi­an Me­schen­mo­ser war vor Ort. „Ich hof­fe, es wird sich ei­ne Sy­ner­gie zwi­schen uns und den neu­en Be­woh­nern ent­wi­ckeln“, sag­te er. Als der Bau­an­trag im ver­gan­ge­nen Herbst ver­ab­schie­det wur­de, sei erst ein­mal ei­ne Wel­le durch die Be­völ­ke­rung ge­gan­gen. Vie­le sei­en nicht da­mit ein­ver­stan­den ge­we­sen, dass die Un­ter­kunft in Un­ter­sig­gin­gen ge­baut wird. Doch mitt­ler­wei­le ha­be sich das ge­legt. „Es ist wie­der ru­hig ge­wor­den“, sagt Me­schen­mo­ser. Der­zeit le­ben 35 Flücht­lin­ge im Deg­gen­hau­ser­tal, al­le von ih­nen in An­schluss­un­ter­brin­gun­gen in Un­ter­sig­gin­gen.

An­fang Au­gust zie­hen mit drei ser­bi­schen Fa­mi­li­en die ers­ten Flücht­lin­ge in die Un­ter­kunft ein. Da­nach sol­len ei­ni­ge Al­lein­rei­sen­de aus Afri­ka hin­zu­kom­men.

FO­TOS (3): SAPOT­NIK

So se­hen die Mehr­bett­zim­mer in der Un­ter­kunft aus.

In der Kü­che ste­hen meh­re­re Her­de, so­dass die Flücht­lin­ge dort ih­re ei­ge­nen Ge­rich­te ko­chen kön­nen. Da­bei wer­den sie von ei­ner Haus­wirt­schaf­te­rin un­ter­stützt.

Auch von au­ßen ist die Un­ter­kunft frisch her­ge­rich­tet.

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