„Fly­ing Lap­top“ist er­folg­reich ge­star­tet

Uni­ver­si­tät Stutt­gart schickt mit­hil­fe von Air­bus ei­nen Kl­ein­sa­tel­li­ten ins All – Land fi­nan­ziert Ent­wick­lung

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Oberteuringen/Immenstaad/Meckenbeuren -

(sz) - Ein 110 Ki­lo­gramm schwe­rer Kl­ein­sa­tel­lit der Uni­ver­si­tät Stutt­gart mit dem Na­men „Fly­ing Lap­top“ist ges­tern als Se­kun­där­nutz­last an Bord ei­ner So­jus-Fre­gat-Ra­ke­te von Bai­ko­nur ge­star­tet. Die Ent­wick­lung des Sa­tel­li­ten und ins­be­son­de­re die Sa­tel­li­ten­platt­form­tech­no­lo­gie wur­de maß­geb­lich von Air­bus in Immenstaad un­ter­stützt.

Die künf­ti­ge kos­ten­güns­ti­ge Platt­form FLP (Fu­ture Low-cost Plat­form) ver­fügt über ei­ne Air­bus-pa­ten­tier­te neue, in­te­grier­te Bord­com­pu­ter­und Ener­gie­ver­sor­gungs­ar­chi­tek­tur. Der Sa­tel­lit dient als Tech­no­lo­gie­de­mons­tra­tor für die neue Platt­form und bringt zu­dem vier Nutz­las­ten ins All: zwei Ka­me­ras für den Nah-In­fra­rot- und den Mul­tis­pek­tral­be­reich, ei­nen Emp­fän­ger zur au­to­ma­ti­schen Schiff­siden­ti­fi­ka­ti­on (Au­to­ma­tic Iden­ti­fi­ca­ti­on Sys­tem – AIS) des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) Bre­men und ein La­ser­ter­mi­nal des DLR Ober­pfaf­fen­ho­fen für die Über­tra­gung von Da­ten zwi­schen Welt­raum und Bo­den. Die Ent­wick­lung des Kl­ein­sa­tel­li­ten wur­de vor­wie­gend vom Land Ba­den-Würt­tem­berg fi­nan­ziert und durch die In­dus­trie, haupt­säch­lich von Air­bus De­fence and Space Gm­bH und Te­sa­tS­pace­com Gm­bH & Co.KG. mit Sach­mit­teln (Aus­rüs­tung) und Per­so­nal­b­ei­stel­lun­gen (Pro­mo­ti­ons­pa­ten­schaf­ten und Be­ra­tern), un­ter­stützt.

Auf­grund des gro­ßen na­tio­na­len In­ter­es­ses, das das Pro­jekt ge­nießt, ge­währt das DLR zu­dem für die In­be­trieb­nah­me­pha­se der Platt­form für bis zu ei­ner Wo­che Zu­gang zu den An­ten­nen­sta­tio­nen in Weil­heim, Inu­vik (Ka­na­da) und O’Higg­ins (Ant­ark­tis).

Der Sa­tel­li­ten­be­trieb wird von der in­sti­tuts­ei­ge­nen Bo­den­sta­ti­on der Uni­ver­si­tät Stutt­gart ge­steu­ert. Nach der Erst­in­be­trieb­nah­me des Sa­tel­li­ten wird die Uni Stutt­gart zur Steue­rung der Platt­form und der Nutz­last ih­re ei­ge­ne lo­ka­le An­ten­ne ein­set­zen.

FO­TO: PR

110 Ki­lo wiegt der Mi­ni-Sa­tel­lit: rechts und links die So­lar­pa­nels.

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