Le­ser­brief

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem / Deggenhausertal / Frickingen -

„Aus­wei­tung des Bil­dungs­an­ge­bots un­um­gäng­lich“

Lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser, wir freu­en uns über Ih­re Brie­fe. Bit­te ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis da­für, dass sich die Re­dak­ti­on bei lan­gen Zu­schrif­ten Kür­zun­gen vor­be­hält. Für die Aus­ga­be Mark­dorf gilt ei­ne Be­schrän­kung auf et­wa 60 Zei­tungs­zei­len (pro Zei­le et­wa 35 An­schlä­ge). Le­ser­zu­schrif­ten stel­len kei­ne re­dak­tio­nel­len Mei­nungs­äu­ße­run­gen dar. Aus pres­se­recht­li­chen Grün­den ver­öf­fent­li­chen wir an­ony­me Zu­schrif­ten grund­sätz­lich nicht. Tei­len Sie uns des­halb bit­te im­mer Ih­ren vol­len Na­men, Ih­re Adres­se und Ih­re Te­le­fon­num­mer mit. Und un­ter­schrei­ben Sie den Le­ser­brief. Ih­re SZ-Re­dak­ti­on

Zur De­bat­te um ei­ne Ober­stu­fe in Sa­lem:

Im Ge­gen­satz zur Schul­form „Ge­mein­schafts­schu­le“ist das drei­glied­ri­ge Schul­sys­tem ein Re­likt aus Zei­ten ob­rig­keits­staat­li­cher Ge­walt­herr­schaft. Un­ter dem Edikt „tei­le und herr­sche“wur­den will­fäh­ri­ge Un­ter­ta­nen her­an­ge­zo­gen – mit ka­ta­stro­pha­len Fol­gen.

Al­le eu­ro­päi­schen Staa­ten mit teil­wei­se jahr­hun­der­te­al­ten de­mo­kra­ti­schen Tra­di­tio­nen wie zum Bei­spiel Frank­reich, En­g­land oder die skan­di­na­vi­schen Län­der bil­den mit­tels ein­glied­ri­gem Schul­sys­tem wei­t­aus er­folg­rei­cher, wie PI­SA-Stu­di­en be­le­gen, ih­re Kin­der aus.

Die Ein­rich­tung ei­ner Ober­stu­fe an der GMS Sa­lem soll ge­währ­leis­ten, dass ab der fünf­ten Klas­se bis zur Hoch­schul­rei­fe glei­che Bil­dungs­chan­cen er­mög­licht wer­den. Das päd­ago­gi­sche Kon­zept der Ge­mein­schafts­schu­le soll für Kin­der aus al­len ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen (ob mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund oder aus bil­dungs­na­hen Schich­ten) of­fen ste­hen und die Schü­ler­zah­len (in Klas­sen­stu­fe sie­ben zum Bei­spiel sind der­zeit über 100 Schü­ler) spre­chen da­für, dass El­tern des­we­gen be­wusst die­sen Weg ge­hen wol­len.

Die, wie auch die­se Zei­tung be­rich­te­te, neu pro­gnos­ti­zier­ten Schü­ler­zah­len (im Bund bis zu ei­ne Mil­lio­nen Schü­ler mehr bis 2025) wer­den auch in Sa­lem spür­bar wer­den, auch des­halb ist ei­ne Aus­wei­tung des Bil­dungs­an­ge­bo­tes un­um­gäng­lich.

FDP und CDU ver­su­chen in (Wahl­kampf-)Ver­an­stal­tun­gen nach wie vor, die­se Schul­art im Stil na­tio­nal­kon­ser­va­ti­ver Re­form­ver­wei­ge­rung schlecht zu re­den, ob­wohl wir im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich im un­te­ren Mit­tel­feld ran­gie­ren.

Die po­si­ti­ven Aspek­te und die bis­her er­ziel­ten Lern­er­fol­ge, die nach­weis­lich in der Ge­mein­schafts­schu­le Sa­lem fest­zu­stel­len sind, wur­den und wer­den von CDU und FDP igno­riert. De­ren Lan­des­po­li­ti­ker po­le­mi­sie­ren über die Schul­form, oh­ne den Kon­takt zur Schu­le be­zie­hungs­wei­se Schul­lei­tung in Sa­lem ge­sucht zu ha­ben. Ege­nolf Löhr, Sa­lem

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