Vie­le Ver­let­zun­gen sind ver­meid­bar

Deut­sches Ro­tes Kreuz, Jo­han­ni­ter und Mal­te­ser leis­ten auf dem See­ha­sen­fest Ers­te Hil­fe

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen - Von Chris­toph Dier­king

- Ei­ni­ge El­tern schrei­ben ih­ren Kin­dern ih­re Han­dy­num­mer auf den Arm. Für den Fall, dass sie im Fest­ge­tum­mel ver­lo­ren ge­hen. Doch Kin­der, die ih­re El­tern nicht fin­den kön­nen, ma­chen nur ei­nen Teil der Ein­sät­ze aus. Auf dem See­ha­sen­fest sind die Eh­ren­amt­li­chen vom Deut­schen Ro­ten Kreuz, den Jo­han­ni­tern und den Mal­te­sern mit ganz un­ter­schied­li­chen Fäl­len kon­fron­tiert: Sie küm­mern sich um Be­trun­ke­ne, ver­sor­gen Schnitt­ver­let­zun­gen und hel­fen Men­schen mit Kreis­lauf­pro­ble­men. Wir ha­ben sie in ih­ren Zel­ten be­sucht.

Frü­her hat­te je­de Or­ga­ni­sa­ti­on ei­nen ei­ge­nen Zu­stän­dig­keits­be­reich. Seit dem letz­ten Jahr hat die Stadt ein neu­es Si­cher­heits­kon­zept: Das Fest­ge­län­de ist in zwei Ab­schnit­te un­ter­teilt, in de­nen sich je­weils ei­ne Sa­ni­täts­sta­ti­on be­fin­det. Das Deut­sche Ro­te Kreuz, die Jo­han­ni­ter und die Mal­te­ser ar­bei­ten an al­len Stand­or­ten ge­mein­sam. Ab­schnitt 1 ist für die Ufer­pro­me­na­de zu­stän­dig. Ab­schnitt 2 für den Hin­te­ren Ha­fen, wo der Ver­gnü­gungs­park auf­ge­baut ist. Die mo­bi­le Ein­satz­zen­tra­le be­fin­det sich vor dem Wohn­heim St. An­to­ni­us in der Karl­stra­ße. Von hier aus kann die Ein­satz­lei­tung die Sa­ni­täts­sta­tio­nen an­fun­ken und Hel­fer zu Ein­satz­or­ten schi­cken. Und um­ge­kehrt neh­men die Sa­ni­täts­sta­tio­nen mit der Ein­satz­lei­tung Kon­takt auf, bei­spiels­wei­se, wenn sie ei­nen Ret­tungs­wa­gen be­nö­ti­gen.

„Vie­le Not­fäl­le las­sen sich ver­mei­den“, sagt Uwe Prinz, Lei­ter des Ab­schnitts 1. Häu­fig hät­ten die Fest­be­su­cher bei den ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren zu we­nig ge­trun­ken. Des­halb kä­men vie­le ins Sa­ni­täts­zelt, die über Schwin­del und Kreis­lauf­pro­ble­me kla­gen. „Au­ßer­dem emp­feh­le ich fes­tes Schuh­werk“, fügt er hin­zu. So könn­ten Schnitt­ver­let­zun­gen ver­mie­den wer­den, denn auf dem Fest­ge­län­de wür­den vie­le Glas­scher­ben von ka­put­ten Bier­krü­gen her­um­lie­gen.

Die Sa­ni­täts­sta­ti­on am Hin­te­ren Ha­fen steht im Schat­ten des „Drif­ting Co­as­ters“, der Ach­ter­bahn mit den frei­schwin­gen­den Gon­deln. Chris­toph Haa­se be­setzt in die­ser Schicht den Pos­ten des Ab­schnitt­lei­ters. Er ist be­reits seit sie­ben Jah­ren da­bei. „Mir ge­fällt die Ge­mein­schaft un­ter den Kol­le­gen“, sagt er. „Und na­tür­lich ist es ein schö­nes Ge­fühl, wenn man den Leu­ten hel­fen kann.“Das fin­det auch To­bi­as Kreutz, Pres­se­spre­cher der Mal­te­ser: „Ich freue mich im­mer, wenn die Leu­te das Sa­ni­täts­zelt mit ei­nem Lä­cheln ver­las­sen kön­nen. Glück­li­cher­wei­se ge­lingt das in vie­len Fäl­len.“

Die Sa­ni­täts­sta­ti­on be­steht aus ins­ge­samt drei Zel­ten. Rechts be­fin­det sich das Be­hand­lungs­zelt, in dem die Pa­ti­en­ten ver­sorgt wer­den. Im Ein­gangs­be­reich steht ein gro­ßer Not­fall­ruck­sack. „Den gibt es auch im Ret­tungs­wa­gen“, er­zählt Kreutz. Dar­über hin­aus ist das Zelt mit al­len Ge­rä­ten aus­ge­stat­tet, die für die Ret­tung er­for­der­lich sind: Ein De­fi­bril­la­tor, ein Be­at­mungs­ge­rät und ein Ab­sau­ge­ge­rät lie­gen be­reit. Im lin­ken Zelt ist der am­bu­lan­te Be­reich un­ter­ge­bracht. „Hier kle­ben wir Pflas­ter und be­han­deln klei­ne­re Ver­let­zun­gen“, sagt Kreutz. Au­ßer­dem ste­hen hier zwei Tra­gen be­reit, die dem Pa­ti­en­ten­trans­port die­nen. Hin­ter bei­den Zel­ten be­fin­det sich noch ein Auf­ent­halt­spa­vil­lon, wo sich die Eh­ren­amt­li­chen für Be­spre­chun­gen zu­rück­zie­hen kön­nen.

FO­TO: CHRIS­TOPH DIER­KING

Chris­toph Haa­se (links), Lei­ter des Ab­schnitts 2, und To­bi­as Kreutz leis­ten am Hin­te­ren Ha­fen Ers­te Hil­fe.

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