Pro­blem wird nur ver­la­gert

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Friedrichshafen - Von Gun­nar M. Flo­tow g.flo­tow@schwa­ebi­sche.de

Wer ei­ne Ab­schaf­fung der Rad­weg­be­nut­zungs­pflicht an der Fried­rich­stra­ße for­dert, muss nach­wei­sen, dass sich da- durch ei­ne Ver­bes­se­rung der Si­cher­heit er­gibt, al­so ei­ne Ver­min­de­rung der Ri­si­ken. An­ge­nom­men, die Fahr­bahn wür­de tat­säch­lich für Rad­ler frei­ge­ge­ben – was wür­de pas­sie­ren? Ein Teil von ih­nen wür­de si­cher­lich auf die Stra­ße aus­wei­chen. Die Fol­ge: We­ni­ger Ver­kehr auf dem ge­mein­sa­men Fuß- und Rad­weg und da­mit we­ni­ger Kon­flik­te mit Fuß­gän­gern. Der Ha­ken da­bei: Die­je­ni­gen Rad­ler, die bis­lang in Fuß­gän­gern ein Ver­kehrs­hin­der­nis ge­se­hen ha­ben, wer­den nun sel­ber zu ei­nem – für die Au­to­fah­rer. Neue ge­fähr­li­che Si­tua­tio­nen sind vor­pro­gram­miert. Denn 30 St­un­den­ki­lo­me­ter, um ei­ni­ger­ma­ßen im Ver­kehr mit­schwim­men zu kön­nen, er­rei­chen nur am­bi­tio­nier­te Rad­fah­rer. Im Prin­zip wür­de bei ei­ner Auf­he­bung der Rad­weg­be­nut­zungs­pflicht ein Teil des Pro­blems auf die Stra­ße ver­la­gert. Al­ler­dings ha­ben Un­fäl­le zwi­schen Rad­lern und Au­tos in der Re­gel schlim­me­re Fol­gen als Un­fäl­le zwi­schen Rad­lern und Fuß­gän­gern.

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