„Es krib­belt schon jetzt!“

SZ-Se­rie (Teil 2): Fuß­ball-Lan­des­li­gis­ten vor dem Sai­son­start: FV Wal­berts­wei­ler/Ren­gets­wei­ler

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Regionalsport - Von Oli­ver Koth­mann

- Ins Jahr eins nach Joa­chim Rud­dies geht der FV Wal­berts­wei­ler/Ren­gets­wei­ler. Der Er­folgs­coach, der den FV Wa­Re fünf Jah­re lang trai­nier­te und ihn aus der Kreis­li­ga A bis ins vor­de­re Drit­tel der Lan­des­li­ga Süd­ba­den II führ­te (Vor­jah­res­plat­zie­rung als Auf­stei­ger Rang sechs), ist be­kannt­lich zu Li­ga­kon­kur­rent Spvgg FAL ge­wech­selt. Rud­dies wei­nen sie an der Sand­gru­be auf­grund sei­ner Er­fol­ge aber auch auf­grund sei­ner mensch­li­chen In­te­gri­tät zwar die ein oder an­de­re Trä­ne nach. An­de­rer­seits gibt es in der Mann­schaft auch die Hal­tung: Gut, dass jetzt mal wie­der fri­scher Wind durch die Ka­bi­ne und über den Platz weht. Und zwar in Gestalt von Spie­ler­trai­ner Ste­fan Bach, der vom TSV Ben­zin­gen kam. 29 Jah­re ist der Stür­mer jung und da­mit un­ge­fähr halb so alt wie sein Vor­gän­ger. Bach sagt: „Ich ha­be gro­ßen Re­spekt vor dem, was Herr Rud­dies hier ge­leis­tet hat und ich bin ihm auch dank­bar da­für, wie er die­se Mann­schaft ent­wi­ckelt hat. Aber ich will nicht mit ihm ver­gli­chen wer­den. Das geht schon we­gen der un­ter­schied­li­chen An­zahl an Le­bens­jah­ren nicht. Und wir sind auch un­ter­schied­li­che Ty­pen.“Bach hat der Mann­schaft dies be­reits bei der ers­ten ge­mein­sa­men Trai­nings­ein­heit zu ver­ste­hen ge­ge­ben. Den­noch - die Fuß­stap­fen, die Rud­dies bei Wa­Re hin­ter­las­sen hat, sind groß. Doch Bach ist ehr­gei­zig: „Ich wer­de dar­an ar­bei­ten, dass man ei­nes Tages sagt: Der, der nach dem Rud­dies kam, war auch ganz gut.“

Wenn Bach mit der Mann­schaft das Sai­son­ziel er­reicht, hät­te er da­hin ei­nen ers­ten Schritt ge­tan: „Wir wol­len ei­nen Platz bes­ser sein als in der Vor­sai­son“, legt er sich Bach fest und fügt an: „Wenn wir Spaß ha­ben und schö­nen Fuß­ball spie­len, dann kommt der Er­folg au­to­ma­tisch.“

Die per­so­nel­len Wei­chen beim FV sind ge­stellt: Vier neue Spie­ler ste­hen Bach zur Ver­fü­gung: Vom Li­ga­kon­kur­ren­ten SC Pful­len­dorf ka­men Lo­ris Tei­ber und Zvon­i­mir Kla­san. Güna­din Öz­gür wech­sel­te vom SV Meß­kirch zum FV und Tor­hü­ter Eric Herz kam vom FC Ra­dolf­zell. Ver­las­sen hat den Ver­ein hin­ge­gen Bü­lent Al­kan. Er wird Trai­ner beim FC Beuren-Weil­dorf. Ju­li­an Stem­mer wird Trai­ner beim SV Hoß­kirch, Do­mi­nik Weiß wech­sel­te zum SV Meß­kirch. Ver­zich­ten müs­sen wird Ste­fan Bach zu­dem ei­ni­ge Mo­na­te lang auf die Di­ens­te von An­grei­fer Stef­fen Er­be, der sich beim Wa­Re-Cup am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de das Kreuz­band riss. Bach: „Das ist tra­gisch für ihn und bit­ter für uns. Zum Glück sind wir aber of­fen­siv ganz gut auf­ge­stellt und ha­ben im An­griff gu­te Al­ter­na­ti­ven, wie zum Bei­spiel Adri­an Stro­bel, Fa­bi­an Roth, Flo­ri­an Fürst oder Zvon­i­mir Kla­san.“Bach fügt an: „Mei­ne per­so­nel­len Wün­sche sind er­füllt wor­den. Ich woll­te jun­ge, hung­ri­ge Spie­ler. Und die ha­be ich be­kom­men.“

Dem Trai­ner­stab um Ste­fan Bach, der haupt­be­ruf­lich in der Spe­di­ti­ons­bran­che ar­bei­tet, ge­hört wei­ter­hin Bernd Ott als Co-Trai­ner an. Phy­sio­the­ra­peut Wilfried Mark­stei­ner küm­mert sich um die Bles­su­ren der Ki­cker, Ro­land Tey­ke wirkt als Be­treu­er.

Er füh­le sich „sehr wohl bei Wa­Re“, sagt Bach, der in der Ju­gend und da­nach zehn Jah­re bei den Ak­ti­ven für den würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­li­gis­ten FC Alb­stadt spiel­te und die ver­gan­ge­nen bei­den Jah­re beim Be­zirks­li­gis­ten TSV Ben­zin­gen Spie­ler­trai­ner war. Auch, „weil die Struk­tur hier so ähn­lich ist wie in Ben­zin­gen: Es ist ein Dorf­ver­ein, bei dem der Zu­sam­men­halt über­ra­gend ist. Ich glau­be, dass das in der Lan­des­li­ga in die­ser Form wie hier in Wa­Re auch ein­ma­lig ist.“

Neid­voll zum gro­ßen Nach­barn SC Pful­len­dorf bli­cken, der in der kom­men­den Run­de in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht der ab­so­lu­te Li­ga­pri­mus sein wird, will Bach schon al­lein des­halb nicht: „Wenn Geld fließt, birgt das auch im­mer ein ge­wis­ses Pro­blem­po­ten­zi­al. Ich ar­bei­te je­den­falls lie­ber mit ei­nem ver­schwo­re­nen Hau­fen, in dem zwar kei­ner Geld kas­siert, aber je­der für je­den rennt.“

Kampf­an­sa­ge an den SCP

Dass es gleich am ers­ten Spiel­tag ge­gen den SC Pful­len­dorf geht, sieht Bach po­si­tiv: „Man spürt bei uns al­len: Es krib­belt schon jetzt.“Der SCP sei für ihn „der Top­fa­vo­rit auf den Ti­tel. Ich glau­be aber nicht, dass die Pful­len­dor­fer gleich am ers­ten Spiel­tag ger­ne zu uns kom­men.“Beim ul­ti­ma­ti­ven Linz­gau-Der­by am 12. Au­gust wird mit über 1000 Zu­schau­ern in der Mar­co-Sport-Are­na zu rech­nen sein. Bach: „Das wir ein Rie­sen­er­leb­nis für mei­ne Mann­schaft, auf das sie sich schon jetzt freut.“

Die Spiel­phi­lo­so­phie des Stür­mers Ste­fan Bach ist - lo­gi­scher­wei­se - of­fen­siv ge­prägt: „Ich möch­te, dass wir den Geg­ner do­mi­nie­ren, viel Ball­be­sitz ha­ben und nach Bal­le­r­obe­rung den di­rek­ten Weg zum Tor su­chen.“Fra­ge: Gilt das al­les auch am ers­ten Spiel­tag ge­gen den SC Pful­len­dorf? Bach: „Ja, das gilt auch am ers­ten Spiel­tag ge­gen den SC Pful­len­dorf!“

ARCHIVFOTO: BODON

Flo­ri­an Mül­ler (rechts) ge­hört auch in der kom­men­den Run­de wie­der zu den Füh­rungs­spie­lern beim FV Wal­berts­wei­ler/Ren­gets­wei­ler. Der Vor­jah­res­sechs­te geht mit na­he­zu un­ver­än­der­tem Ka­der in die neue Sai­son, hat mit Spie­ler­trai­ner Ste­fan Bach aber ei­nen neu­en Chef, der auf den er­folg­rei­chen Joa­chim Rud­dies folgt.

FO­TO: KHB

Wa­Re-Spie­ler­trai­ner Ste­fan Bach ist schon jetzt heiß auf das Der­by ge­gen den SC Pful­len­dorf am ers­ten Spiel­tag.

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