Kunst­ver­ein zeigt den „gan­zen Buck“

Neue Aus­stel­lung „Re­tro­spek­ti­ve“mit Ma­le­rei, Druck­gra­fik und Pa­pier­ob­jek­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf/service - Von Ju­lia Frey­da

- Der Kunst­ver­ein Markdorf zeigt in der Stadt­ga­le­rie erst­mals ei­ne Re­tro­spek­ti­ve. Die Aus­stel­lung wid­met sich dem 2012 ver­stor­be­nen Künst­ler Rai­mund Al­bert Buck. Im Mit­tel­punkt der bis­he­ri­gen Aus­stel­lun­gen stan­den sei­ne Pa­pier­ob­jek­te. Doch in Markdorf sind nun auch frü­her Ma­le­rei­en und Druck­gra­fi­ken zu se­hen.

„Wir zei­gen so­mit den gan­zen Buck“, sagt Ku­ra­tor und Kunst­his­to­ri­ker Dr. Andre­as Ga­bel­mann beim Pres­se­ge­spräch. Dem Pu­bli­kum der Mark­dor­fer Stadt­ga­le­rie ist Buck be­reits durch die Grup­pen­aus­stel­lung „Po­si­tio­nen in Pa­pier“aus 2009 be­kannt. Auch da­mals wa­ren nur die cha­rak­te­ris­ti­schen Wer­ke aus trans­pa­ren­tem Zei­chen­pa­pier zu se­hen. Die­ses Aus­drucks­me­di­um hat­te Buck ab 2001 ent­deckt, mit der of­fe­nen Flam­me ei­nes Gas­bren­ners be­ar­bei­tet und un­ter an­de­rem zu Skulp­tu­ren ver­ar­bei­tet. „Da­mit hat er in der Kunst­sze­ne den Durch­bruch ge­schafft und vie­le sei­ner Wer­ke sind schon ver­kauft“, be­rich­tet Ga­bel­mann.

Auch Mit­glie­der des Kunst­ver­eins hat­ten sei­ne Pa­pier­ob­jek­te ge­se­hen und Lust auf mehr be­kom­men. Bei ei­nem Be­such des Ate­liers in Ra­dolf­zell ent­deck­ten sie schließ­lich auch Ma­le­rei und Gra­fik. „Die Wer­ke sind so un­ter­schied­lich, aber in sich im­mer stim­mig. Das hat mich fas­zi­niert“, be­rich­tet Jo­han­na Bi­schof­ber­ger vom Kunst­ver­ein. So ent­stand die Mo­ti­va­ti­on, das ge­sam­te Schaf­fen von Buck zu zei­gen, der 2012 im Al­ter von 63 Jah­ren nach schwe­rer Krank­heit ver­stor­ben ist. So sind auf den drei Eta­gen in chro­no­lo­gi­scher Fol­ge zu­nächst abs­trak­te Ge­mäl­de zu se­hen. „Die­se in­for­mel­le Kunst ent­deck­te er En­de der 1980er-Jah­re für sich, nach­dem er zu­nächst mit Still­le­ben be­gon­nen hat­te“, er­klärt Ga­bel­mann. Zu den nächs­ten Ent­wick­lun­gen von Buck ge­hör­te der Schritt zu geo­me­trisch abs­trak­ten Ma­le­rei­en. Ab An­fang der 2000er-Jah­re ent­stand so auch die so­ge­nann­te Y-Se­rie. Un­ter­bro­chen wer­den die Wer­ke im­mer wie­der durch die Pa­pier­ob­jek­te, die er ab 2001 schuf und de­nen er sich ab 2005 voll­kom­men wid­me­te. Laut Ga­bel­mann soll er mal in ei­ner Schaf­fens­kri­se das Zei­chen­pa­pier, das ihn im Be­rufs­le­ben tag­täg­lich be­glei­tet, zer­knüllt, wie­der ge­glät­tet und wie­der zer­knüllt ha­ben. Wie aber der Gas­bren­ner ins Spiel kam, weiß der Kunst­his­to­ri­ker nicht, der selbst eng mit Buck be­freun­det war und heu­te noch en­gen Kon­takt zur Wit­we pflegt.

Zur Kunst ge­kom­men war Buck – ge­lern­ter Bau­zeich­ner – über den Drang, sich ir­gend­wie aus­zu­drü­cken. Zu­nächst als Au­to­di­dakt, schließ­lich als Schü­ler von Hans Sau­er­bruch lern­te er Ma­len und Zeich­nen. Dies ent­wi­ckel­te er so in­ten­siv wei­ter, dass er 1999 schließ­lich sei­nen Be­ruf auf­gab und aus­schließ­lich als frei­schaf­fen­der Künst­ler tä­tig war.

Zu der Aus­stel­lung wird es auch ei­nen Ka­ta­log ge­ben. „Den ha­ben wir ge­macht, um die Band­brei­te des Künst­lers und des­sen Ent­wick­lung zu do­ku­men­tie­ren“, sagt Bi­schof­ber­ger.

FO­TO: JU­LIA FREY­DA

Kunst­his­to­ri­ker Dr. Andre­as Ga­bel­mann (von links) so­wie Jo­han­na Bi­schof­ber­ger und Kurt Da­di­scheck vom Kunst­ver­ein ha­ben die Wer­ke von Rai­mund Al­bert Buck zu­sam­men­ge­stellt, die ne­ben Ma­le­rei und Pa­pier­ob­jek­ten auch Druck­gra­fi­ken um­fas­sen.

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