Sa­le­mer Kran­ken­pfle­ge­ver­ein steht vor Auf­lö­sung

Ver­mö­gen soll So­zi­al­sta­ti­on zu­gu­te­kom­men – Kas­sie­rer Hu­bert Volz legt Mit­glie­dern na­he, der So­zi­al­sta­ti­on als För­der­mit­glied bei­zu­tre­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Salem/deggenhausertal -

(sz) - Der Prin­zes­sin-Wil­helm-Kran­ken­pfle­ge­ver­ein Salem steht vor der Auf­lö­sung und will sein Ver­mö­gen dem För­der­ver­ein der So­zi­al­sta­ti­on Bo­den­see über­tra­gen. Das ha­ben die Mit­glie­der bei ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung be­schlos­sen.

Sin­ken­de Mit­glie­der­zah­len, sin­ken­de Ein­nah­men: Der Ver­ein, vor gut 60 Jah­ren zur Pfle­ge der Kran­ken ge­grün­det, krankt seit ei­ni­gen Jah­ren selbst. Der Kran­ken­pfle­ge­ver­ein Prin­zes­sin-Wil­helm Salem ist 1956 ge­grün­det wor­den. „Da­mals gab es noch Ge­mein­de­schwes­tern, die sich um die Al­ten und Kran­ken in der Ge­mein­de ge­küm­mert ha­ben“, blick­te Kas­sie­rer Hu­bert Volz zu­rück. Mit­glie­der des Kran­ken­pfle­ge­ver­eins hät­ten fi­nan­zi­el­le Vor­tei­le ge­habt. Mit Ein­füh­rung der Pfle­ge­ver­si­che­rung än­der­te sich das Sys­tem aber grund­le­gend. Seit­dem un­ter­stützt der Ver­ein nicht ein­zel­ne Mit­glie­der, son­dern spen­det an die So­zi­al­sta­ti­on Salem als kirch­lich ge­präg­ten am­bu­lan­ten Pfle­ge­dienst. Wäh­rend äl­te­re Mit­glie­der ver­stor­ben und kei­ne neu­en hin­zu­ge­kom­men sind, sank die Mit­glie­der­zahl von 2002 bis 2017 von 109 auf 36. Auch die Ein­nah­men und der Kas­sen­be­stand ge­hen im­mer wei­ter zu­rück – nicht zu­letzt, weil die Prin­zes­sin-Wil­helm-Stif­tung seit ei­ni­gen Jah­ren kei­ne Zu­schüs­se mehr gibt. Be­trug das Ver­eins­ver­mö­gen vor ei­ni­gen Jah­ren re­gel­mä­ßig 7000 bis 8000 Eu­ro, so liegt der Kas­sen­stand mo­men­tan bei 6600 Eu­ro, Ten­denz fal­lend.

Kein „Wei­ter so“

Als Lö­sung für das Di­lem­ma schlug Hu­bert Volz die Auf­lö­sung vor. Man kön­ne nicht „wei­ter so“sa­gen, son­dern sol­le recht­zei­tig die Wei­chen stel­len. Er schlug vor, den Ver­ein zum En­de die­ses Jah­res auf­zu­lö­sen und das Ver­mö­gen über den För­der­ver­ein der So­zi­al­sta­ti­on Bo­den­see der So­zi­al­sta­ti­on Salem zu­gu­te­kom­men zu las­sen.

De­kan Pe­ter Ni­co­la er­klär­te die Struk­tur der So­zi­al­sta­ti­on Bo­den­see, die mit ih­rer Zen­tral­ver­wal­tung das Dach für die Pfle­ge­be­rei­che Salem, Markdorf, Über­lin­gen und Stockach bil­det. Vor­stands­vor­sit­zen­der Wolf­gang Jauch ver­wies auf die ge­trenn­ten Ge­schäfts­be­rei­che und ver­si­cher­te, dass die Gel­der auf je­den Fall in Salem ver­wen­det wür­den. „Die Ein­nah­men des För­der­ver­eins tra­gen da­zu bei, un­se­re Ca­ri­tasPlus-Leis­tun­gen zu fi­nan­zie­ren. Hier­bei han­delt es sich um Leis­tun­gen, die zum christ­li­chen Selbst­ver­ständ­nis von kirch­li­chen So­zi­al­sta­tio­nen ge­hö­ren, aber nicht oder nur un­zu­rei­chend von Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen über­nom­men wer­den. Vor­ran­gig sind dies per­sön­li­che Ge­sprä­che mit Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­gen in Kri­sen­si­tua­tio­nen, aber auch so­ge­nann­te „Här­te­fäl­le“, bei de­nen die ei­ge­nen fi­nan­zi­el­len Mit­tel nicht für die not­wen­di­ge Pfle­ge aus­rei­chen“, er­klär­te Jauch die Ver­wen­dung der Gel­der.

Die Auf­lö­sung des Kran­ken­pfle­ge­ver­eins wur­de eben­so ein­stim­mig be­schlos­sen, wie zu­vor die Wahl des Kas­sie­rers Hu­bert Volz, der Vor­sit­zen­den Eli­sa­beth Schwei­zer und des Kas­sen­prü­fers Ot­to Stötz­le er­folg­te.

Nächs­te Ver­samm­lung 2018

Hu­bert Volz leg­te au­ßer­dem den Mit­glie­dern na­he, als För­der­mit­glied der So­zi­al­sta­ti­on Bo­den­see bei­zu­tre­ten: „Un­ser Wunsch wä­re es im Sin­ne der För­de­rung der Kran­ken­pfle­ge, wenn Sie in Zu­kunft den För­der­ver­ein der So­zi­al­sta­ti­on un­ter­stüt­zen wür­den.“Volz schlug vor, An­fang 2018 noch ein­mal ei­ne Ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen, um den Mit­glie­dern Re­chen­schaft über die Ver­ein­s­auf­lö­sung ab­zu­le­gen.

FO­TO: PR

Das Geld des Kran­ken­pfle­ge­ver­eins soll der So­zi­al­sta­ti­on in Salem zu­gu­te­kom­men (von links): Kas­sie­rer Hu­bert Volz und Vor­sit­zen­de Eli­sa­beth Schwei­zer vom Kran­ken­pfle­ge­ver­ein Prin­zes­sin Wil­helm und So­zi­al­sta­ti­on-Vor­stand Wolf­gang Jauch.

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