Preis­trä­ger von „Ju­gend mu­si­ziert“be­geis­tern bei Lie­be­nau­er Kon­zer­ten

Sechs jun­ge Künst­ler ge­ben Men­schen mit Ein­schrän­kun­gen die Mög­lich­keit zur Teil­ha­be an Kul­tur

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Immenstaad/oberteuringen -

(sz) - Kla­ri­net­te, Kla­vier, Vio­li­ne und Schlag­werk: Mehr­fa­che Preis­trä­ger des Wett­be­werbs „Ju­gend mu­si­ziert“auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne be­geis­ter­ten beim zwei­ten Lie­be­nau­er Kon­zert im Schloss ihr Pu­bli­kum. Auch bei die­sem in­klu­si­ven Kon­zert der Stif­tung Liebenau, das of­fen für al­le Be­su­cher war, ging es nicht nur um mu­si­ka­li­sches Er­le­ben auf höchs­tem Ni­veau, son­dern um die Teil­ha­be an Kul­tur für Men­schen mit Ein­schrän­kun­gen. Ha­ben sie doch sonst we­nig Ge­le­gen­heit zu ei­nem Kon­zert­be­such.

Je­der der sechs jun­gen Künst­ler – die Äl­tes­te ist gera­de mal 19 Jah­re alt – übt täg­lich meh­re­re St­un­den. Den Auf­takt mit Trom­mel­wir­bel mach­te Tim Vö­ge­le aus Me­cken­beu­ren, der Klas­se 9 des Mont­fort-Gym­na­si­ums Tett­nang be­sucht. Bei „Li­co­ri­ce & Mo­las­ses“von John S. Pratt, ei­nem Stück mit aus­ge­klü­gel­ter Rhyth­mik, spiel­te er die klei­ne Trom­mel. Mehr als ei­ne Num­mer grö­ßer war das Ma­rimba­fon, auf dem Vö­ge­le „Ma­rim­ba Mu­sic“von Eck­hard Ko­petz­ki hö­ren ließ. Mit je zwei Schlä­geln in je­der Hand ar­bei­te­te er die Dy­na­mik des Stü­ckes ge­konnt her­aus und ließ ein meis­ter­li­ches Klang­werk hö­ren. Mit der „Bal­la­de“aus der So­na­te op. 27, Nr. 3 von Kom­po­nist Eu­gè­ne Ysaye zeig­te Sa­ra Schlum­ber­ger-Ruiz aus Stutt­gart an der Vio­li­ne, welch Ta­lent in ihr steckt. Vir­tu­os, mit en­er­gi­schem Strich und ra­san­ten Läu­fen prä­sen­tier­te sie das Werk. Am Flü­gel be­glei­tet von ih­rer Mut­ter Car­men Ruiz-Me­ri­no ge­lan­gen ihr auch „In­tro­duc­tion et Ron­do ca­pric­cio­so op. 28“von Charles Ca­mil­le Saint Saëns ganz her­vor­ra­gend. Ih­rem atem­be­rau­ben­den Spiel zu­zu­hö­ren, wur­de für die Zu­hö­rer zum Ge­nuss – die ab­so­lu­te Stil­le im Schloss­saal steht da­für. Das­sel­be galt für das Spiel von Fran­zis­ka Wi­ent­ges am Flü­gel. Mit „Auf­schwung“, „War­um?“, „Gril­len“und „In der Nacht“spiel­te sie aus Schu­manns Fan­ta­siestü­cken und ließ Rach­ma­ni­n­offs „Etu­des ta­bleaux op. 39, Nr. 3“fol­gen. Eben­so wie ih­re Kol­le­gin an der Vio­li­ne brauch­te die Bi­be­r­a­cher Mu­si­ke­rin kei­ne No­ten. Ein­fühl­sam, mit Hin­ga­be und nicht sel­ten mit ge­schlos­se­nen Au­gen, in­to­nier­te sie die Stü­cke und ließ ih­re Fin­ger über die Tas­ten flie­gen.

Die Kla­ri­net­te stand beim Trio „Ra­di­ci“, zu dem sich Mo­ritz Im­re­cke, Cle­mens Barth und Ja­mie Mey­er-Eg­gen ge­fun­den ha­ben, im Mit­tel­punkt. Beim „Al­le­gro ma­es­to­so“aus „Se­cond Grand Trio Con­cer­t­an­te“von Ja­mes Wa­ter­son und bei dem von ih­rem Leh­rer Mar­kus Kern auf den Leib kom­po­nier­ten „Ra­di­ci“, über­zeug­ten die drei Stutt­gar­ter durch Spiel­freu­de, Fin­ger­fer­tig­keit und ei­nen lan­gen Atem. Ob bei eher me­lan­cho­li­schen Tö­nen oder im schwung­vol­len Wal­zer­takt – ihr Zu­sam­men­spiel ge­lang mit viel Aus­druck. Am En­de spar­te das Pu­bli­kum nicht mit Ap­plaus, und ein be­geis­ter­ter Zu­hö­rer dank­te je­dem Mu­si­ker mit ei­nem Hän­de­druck. „Ich wer­de jetzt auch wie­der üben“, sag­te er mo­ti­viert beim Ver­las­sen des Saals.

FO­TO: PR

Preis­trä­ger von „Ju­gend mu­si­ziert“be­geis­tern beim zwei­ten Lie­be­nau­er Kon­zert im Schloss­saal (v. li.): Fran­zis­ka Wi­ent­ges, Sa­ra Schlum­ber­ger-Ruiz, Mo­ritz Im­re­cke, Cle­mens Barth, Ja­mie Mey­er-Eg­gen und Tim Vö­ge­le.

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