Ge­fähr­li­cher Haus­schwamm

Pilz liebt feuch­tes Holz und setzt vie­len Alt­bau­ten zu

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Bauen & Wohnen -

(dpa) - In vie­len al­ten Ge­bäu­den ist Feuch­tig­keit ein Pro­blem. Sie be­güns­tigt Pilz­be­fall. Ein be­son­ders ge­fähr­li­cher Schäd­ling ist der Ech­te Haus­schwamm. Er brei­tet sich oft un­be­merkt und weit­räu­mig aus. Dann dro­hen teu­re und auf­wen­di­ge Sa­nie­run­gen.

Vor dem Kauf ei­nes Alt­baus oder ei­ner Ei­gen­tums­woh­nung in äl­te­ren Ge­bäu­den, soll­ten In­ter­es­sen­ten des­halb nach An­zei­chen für Pilz­be­fall su­chen. Der Ver­band Pri­va­ter Bau­her­ren (VPB) weist dar­auf hin, dass sei­ne Bau­sach­ver­stän­di­gen im­mer wie­der in al­ten Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern auf den Ech­ten Haus­schwamm sto­ßen.

Die­ser Pilz liebt feuch­tes Holz und gilt als be­son­ders ge­fähr­lich, da er sich un­ter güns­ti­gen Be­din­gun­gen rasch ent­wi­ckelt, er­klärt der Ver­band. Er ver­ur­sacht dann die Braun­fäu­le, bei der sich das Holz dun­kel­braun ver­färbt und sich stück­wei­se in Wür­fel­form zer­setzt. Die­sen so­ge­nann­ten Wür­fel­bruch er­ken­nen auch Lai­en leicht.

Su­chen kön­nen Kauf­in­ter­es­sen­ten in ver­steck­ten Hohl­räu­men wie hin­ter Mö­beln so­wie an Bal­ken­köp­fen. Fin­det sich ein Be­fall, muss ein Ex­per­te das Ge­bäu­de ge­nau­er un­ter­su­chen und die Fol­gen ein­schät­zen. Der Pilz kann sich zum Bei­spiel auch in Trep­pen­stu­fen be­fin­den oder hin­ter nicht ein­seh­ba­ren Wand­ver­klei­dun­gen und Fuß­leis­ten.

Der Deut­sche Holz- und Bau­ten­schutz­ver­band be­tont al­ler­dings, dass es sich hier grund­sätz­lich um ei­nen nur schwer für den Lai­en er­kenn­ba­ren Be­fall han­delt. Der Ech­te Haus­schwamm lebt ver­steckt und kann sich auch un­be­merkt über meh­re­re Stock­wer­ke aus­brei­ten – und das so­gar un­ter ei­gent­lich un­güns­ti­gen Be­din­gun­gen. Denn er ist der ein­zi­ge Holz­pilz, der auch auf tro­cke­nem Holz vor­kom­men kann. Feuch­tig­keit holt sich dann sein My­zel oft über meh­re­re Me­ter hin­weg her­bei.

Die Sa­nie­rung die­ses Pilz­be­falls kann laut VPB sehr auf­wen­dig und teu­er wer­den. Dies gilt vor al­lem dann, wenn der Ech­te Haus­schwamm Holz­bö­den oder so­gar die Bund­wän­de mit Holz­stän­der­wer­ken be­sie­delt. Sie müss­ten kom­plett aus­ge­tauscht wer­den. Sta­ti­sche Pro­ble­me kön­nen sich bei Mo­der­ni­sie­run­gen wie dem Ein­bau von Auf­zü­gen oder dem An­le­gen von Dach­ter­ras­sen er­ge­ben. Die Pilz­spo­ren sie­deln sich auch auf po­rö­sen Bau­stof­fen wie Mau­er­werk, Fa­ser­plat­ten, Pa­pier und Tex­ti­li­en an.

FO­TO: VPB

Das be­fal­le­ne Holz zer­setzt sich wür­fel­ar­tig.

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