Mu­sik­schü­ler über­zeu­gen auf der „gro­ßen Büh­ne“

Som­mer­kon­zert be­sticht mit ta­len­tier­tem Mu­si­ker­nach­wuchs – Mu­si­ka­li­sche Band­brei­te von Ba­rock bis Rock’n’Roll

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - MARKDORF/SERVICE - Von Mar­ti­na Wol­ters

MARK­DORF - Das som­mer­li­che Wet­ter und die Kon­kur­renz der vie­len Fes­te in der Um­ge­bung ha­ben dem Schü­ler­kon­zert der Mu­sik­schu­le nichts an­ha­ben kön­nen. Bei Kon­zert­be­ginn wa­ren fast al­le vor­be­rei­te­ten Stüh­le in der Stadt­hal­le be­setzt. Die Ele­ven und Ele­vin­nen im Al­ter von zwölf bis 82 Jah­ren be­lohn­ten die Treue der Be­su­cher mit ta­len­tier­ten Dar­bie­tun­gen auf ho­hem Ni­veau.

„Ein­mal im Jahr wol­len wir un­se­ren Schü­lern die­se gro­ße Büh­ne bie­ten“, sag­te Mu­sik­schul­lei­ter Ger­hard Eberl bei der Be­grü­ßung. Die rund 40 Mit­wir­ken­den füll­ten den von Eberl ge­steck­ten Rah­men durch­aus aus. Der be­geis­ter­te Bei­fall zwi­schen den Stü­cken und zu Kon­zer­ten­de sprach für sich.

Tech­ni­sche Pro­ble­me sind kein Hin­der­nis

Je­de Men­ge High­lights ver­bar­gen sich in dem ein­ein­halb­stün­di­gen Kon­zert­pro­gramm mit ei­ner mu­si­ka­li­schen Band­brei­te von Ba­rock bis Rock’n’Roll. Ei­nen Glanz­punkt zu Be­ginn setz­te das Jun­ge Kam­mer­or­ches­ter mit vier­und­zwan­zig Jungstrei­chern aus Mark­dorf und Uhl­din­gen, en­ga­giert di­ri­giert von Jo­han­nes Eck­mann. Drei Wo­chen zu­vor hat­ten sie sich bei Pro­ben im Klein­wal­ser­tal auf ih­ren Auf­tritt vor­be­rei­tet. Die Früch­te ih­rer of­fen­sicht­lich in­ten­si­ven Pro­be­ar­beit konn­ten die Zu­hö­rer ge­nie­ßen. Nach fest­li­chem Prä­lu­di­um lie­ßen sie zwei fran­zö­si­sche Tän­ze des Ba­rocks nach Edyard Gried in ro­man­ti­scher Streich­ma­nier er­klin­gen: ei­ne ge­fühl­voll-ele­gan­te Sa­ra­ban­de und ei­ne fröh­li­che Ga­vot­te.

Trotz tech­ni­scher Pro­ble­me ge­lang der Auf­tritt von Mar­git KochSchmidts Ge­s­angs­schü­le­rin Pau­la Stüt­zen­ber­ger her­vor­ra­gend. Der Schul­lei­ter hielt kur­zer­hand ein im­mer wie­der her­un­ter­rut­schen­des Mi­kro­fon sel­ber fest und die voll­tö­ni­ge Stim­me Stüt­zen­ber­gers konn­te die Hal­le fül­len. „When we we­re young“der ma­lay­si­schen Mu­sik­päd­ago­gin Joy­ce Leong sang sie und er­hielt gro­ßen Pu­bli­kums­zu­spruch.

Be­geis­ter­ten Ap­plaus be­kam auch der jüngs­te So­list, Li­am Col­lier, für sei­nen auf­wen­di­gen Vor­trag aus der Fe­der des rus­si­schen Kom­po­nis­ten Ser­gei Pro­kof­jew. Ein Jahr lang hat der letzt­jäh­ri­ge Ge­win­ner des Lan­des­wett­be­werbs „Ju­gend mu­si­ziert“das an­spruchs­vol­le Stück vor­be­rei­tet. Mit dem Kla­vier­spiel an­ge­fan­gen hat der be­gab­te Zwölf­jäh­ri­ge im Al­ter von sie­ben Jah­ren. Das äl­tes­te Ta­lent des Abends stell­te der 82-jäh­ri­ge Ak­kor­de­on­spie­ler Wer­ner Abel mit ei­ner ei­ge­nen Kom­po­si­ti­on dar. Ak­kor­de­on spielt der rüs­ti­ge Se­ni­or schon seit 68 Jah­ren wie er im An­schluss er­zählt. Das mu­si­ka­li­sche Hand­werks­zeug zum Kom­po­nie­ren ha­be er bei Mu­sik­schul­leh­rer Jo­han­nes Eck­mann ge­lernt. „Die Ide­en und Me­lo­di­en sind von mir, aber Eck­mann führt mich ein biss­chen“, er­klärt das Se­ni­or­ta­lent.

Dem Mu­sik­schul­rek­tor bleibt zum Schluss nur noch für die er­brach­ten Leis­tun­gen zu gra­tu­lie­ren und sei­nen Kol­le­gen für ihr En­ga­ge­ment zu dan­ken.

FO­TO: MAR­TI­NA WOL­TERS

Die jun­gen Strei­cher un­ter der Fit­ti­che von Mu­sik­päd­ago­ge Jo­han­nes Eck­mann set­zen den ers­ten Glanz­punkt.

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