SHW ist Über­nah­me­an­ge­bot von Pie­rer zu nied­rig

Vor­stand und Auf­sichts­rat ra­ten SHW-Ak­tio­nä­ren nicht zu ver­kau­fen

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wirtschaft - Von Andre­as Knoch

- Vor­stand und Auf­sichts­rat des Aa­le­ner Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rers SHW ra­ten ih­ren Ak­tio­nä­ren, das Über­nah­me­an­ge­bot des ös­ter­rei­chi­schen Un­ter­neh­mers Ste­fan Pie­rer nicht an­zu­neh­men. In ei­ner ge­mein­sa­men Stel­lung­nah­me be­kräf­tig­ten die SHW-Or­ga­ne am Mon­tag ih­re schon vor­ab ge­äu­ßer­te Auf­fas­sung, dass das An­ge­bot in Hö­he von 35 Eu­ro je Ak­tie „aus fi­nan­zi­el­ler Sicht nicht an­ge­mes­sen ist“. Pie­rer, In­ves­tor so­wie Chef und Mehr­heits­ak­tio­när des Mo­tor­rad­her­stel­lers KTM aus dem ös­ter­rei­chi­schen Mat­tig­ho­fen, will SHW über sei­ne Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Pie­rer In­dus­trie AG für 35 Eu­ro je Ak­tie über­neh­men. Ak­tu­ell ge­hö­ren ihm knapp 19 Pro­zent der SHW-Ak­ti­en.

SHW-Vor­stand und -Auf­sichts­rat stüt­zen sich in der Beur­tei­lung des Über­nah­me­an­ge­bots auch auf ein Gut­ach­ten der Ham­bur­ger Pri­vat­bank Be­ren­berg. In die­ser von SHW in Auf­trag ge­ge­be­nen Wer­t­ana­ly­se kommt das In­sti­tut zu dem Er­geb­nis, dass die von Pie­rer ge­bo­te­nen 35 Eu­ro je SHW-Ak­tie zu we­nig sind. Sol­che Gut­ach­ten sind im Zu­ge von Über­nah­men üb­lich. Da­bei wer­den di­ver­se Kri­te­ri­en zur Er­mitt­lung ei­nes fai­ren Wer­tes her­an­ge­zo­gen – im Fal­le von SHW wa­ren das laut Be­ren­berg un­ter an­de­rem die Pla­nungs­un­ter­la­gen von SHW, Be­wer­tungs­mul­ti­pli­ka­to­ren an­de­rer bör­sen­no­tier­ter Wett­be­wer­ber und his­to­ri­sche Über­nah­me­prä­mi­en aus der Bran­che.

„Um­satz- und Er­trags­schub“

SHW stellt in sei­ner Beur­tei­lung ins­be­son­de­re auf den für die Jah­re ab 2018 er­war­te­ten „er­heb­li­chen Um­sat­zund Er­trags­schub“ab. Da­für ha­be das Un­ter­neh­men in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten die Wei­chen ge­stellt. „Die er­folg­reich um­ge­setz­ten Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der ope­ra­ti­ven Ex­zel­lenz grei­fen, ein sub­stan­ti­el­les In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm von über 30 Mil­lio­nen Eu­ro zur In­ter­na­tio­na­li­sie­rung der Pum­pen­ak­ti­vi­tä­ten ist an­ge­lau­fen. Bis 2020 ist mit ei­nem ge­gen­über dem Ge­schäfts­jahr 2017 um rund 50 Pro­zent hö­he­ren Um­satz und ei­ner si­gni­fi­kan­ten Mar­gen­und Er­geb­nis­ver­bes­se­rung zu rech­nen“, hieß es in der Mit­tei­lung.

Gleich­wohl be­grüßt die SHWFüh­rung um Vor­stands­chef Frank Bos­hoff und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den Ge­org Wolf die An­kün­di­gung von Pie­rer, lang­fris­tig in SHW in­ves­tie­ren zu wol­len. Den Ge­sprächs­fa­den über die von Pie­rer ins Spiel ge­brach­ten Mög­lich­kei­ten ei­ner zu­künf­ti­gen Zu­sam­men­ar­beit wol­le man „un­ter Wah­rung der Ei­gen­stän­dig­keit der SHW“ger­ne fort­set­zen.

SHW be­schäf­tigt am Haupt­sitz in Aalen so­wie an den Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten in Bad Schus­sen­ried (Kreis Bi­be­rach), Neu­hau­sen ob Eck und Tutt­lin­gen (bei­de Land­kreis Tutt­lin­gen) rund 1200 Mit­ar­bei­ter. Im Ge­schäfts­jahr 2016 setz­te das Un­ter­neh­men 406 Mil­lio­nen Eu­ro um und ver­dien­te un­ter dem Strich 12,8 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Ak­ti­en­kurs von SHW schloss am En­de der Bör­sen­sit­zung am Mon­tag knapp un­ter der Mar­ke von 37 Eu­ro.

FO­TO: DPA

SHW-Chef Frank Bos­hoff.

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