Mi­ke Hal­der kämpft sich auf Rang zwei vor

Mo­tor­renn­sport: Meß­kir­cher in den Dü­nen von Zand­vo­ort/Nie­der­lan­de mit gu­ten Re­sul­ta­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Regionalsport - Von Micha­el Eh­ren­sper­ger

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Im Rah­men der ADAC GT-Mas­ters hat die ADAC TCR Ger­ma­ny-Se­rie im Cir­cuit Park Zand­vo­ort ih­re Wer­tungs­läu­fe sie­ben und acht aus ge­tra­gen. Ins­ge­samt wa­ren 38 Star­ter an den nie­der­län­di­schen Dü­nen-Kurs ge­reist. Bei sei­nem zwei­ten Start in dem hol­län­di­schen Küs­ten­ort ge­lang dem Meß­kir­cher Mi­ke Hal­der auf sei­nem Seat Le­on Cup Ra­cer ei­ne gu­te Punk­teaus­beu­te, dank der er jetzt in der Ge­samt­wer­tung den zwei­ten Platz ein­nimt. Ei­nen Po­dest­platz ver­pass­te er in Hol­land nur um Haa­res­brei­te.

Das Renn­wo­chen­en­de wur­de am Frei­tag­mor­gen mit frei­en Tests er­öff­net. Hal­der nutz­te die­se Mög­lich­keit, um sei­nen Seat für die Ren­nen vor­zu­be­rei­ten. Hal­der wur­de Drei­zehn­ter und Fünf­ter, wo­bei er je­weils mit ge­brauch­ten Slicks un­ter­wegs war.

Beim Qua­li­fy­ing am Sams­tag­mor­gen wur­de Hal­der in die Grup­pe A ge­lost. Auf An­hieb war er schnell un­ter­wegs und konn­te sei­ne Grup­pe ge­win­nen. Hier­mit war er für den an­schlie­ßend über zehn Mi­nu­ten ge­hen­den „Shoot Qut“ge­setzt. Der „Shoot Qut“war span­nend bis zur letz­ten Se­kun­de. Ha­rald Proc­zyk leg­te die Best­zeit vor, Hal­der kon­ter­te. Mit ei­nem Zeit­ab­stand von ge­ra­de mal 33 Tau­sends­tel Se­kun­den muss­te sich Hal­der mit dem zwei­ten Platz be­gnü­gen. In der Sai­son 2017 war dies der bis­lang knapps­te Ab­stand in der ADAC TCR-Ger­ma­ny im Kampf um die Po­le-Pos­ti­on.

Der sieb­te Wer­tungs­lauf wur­de am Sams­tag­nach­mit­tag bei be­wölk­tem Wet­ter, aber war­men Tem­pe­ra­tu­ren ge­star­tet. Mi­ke Hal­der er­wisch­te aus der ers­ten Rei­he ei­nen per­fek­ten Start. Er führ­te das Teil­neh­mer­feld in die „Tar­zan Bucht“, die ers­te Kur­ve. Wei­ter hin­ten in der Start­pha­se krach­te es fürch­ter­lich und ein Au­to stand an den Leit­plan­ken. Nach zwei Um­läu­fen ent­schied sich die Renn­lei­tung für ei­nen Renn­un­ter­bruch, um den Fah­rer und das Au­to ge­fahr­los zu ber­gen. Al­le Fah­rer stan­den so­mit wie­der in Start-Buch­ten. Der Him­mel ver­dun­kel­te sich dann und es be­gann leicht zu reg­nen. Fah­rer und Teams muss­ten sich ent­schei­den: Slicks (pro­fil­lo­se Rei­fen für tro­cke­ne Stre­cken) oder Re­genRei­fen? Mi­ke Hal­der wech­sel­te im letz­ten Mo­ment auf Re­gen-Rei­fen, nur we­ni­ge Fah­rer ver­trau­ten den Slicks. Hal­der er­öff­ne­te den Re-Start und muss­te fest­stel­len, dass er die fal­sche Wahl ge­trof­fen hat­te. Die Stre­cke trock­ne­te zwar nie ganz ab, war aber mit Slicks durch­aus gut be­fahr­bar. Hal­der fiel so bis auf den ach­ten Platz zu­rück. In den letz­ten fünf Run­den setz­te dann star­ker Re­gen ein und Hal­der konn­te bis auf den sechs­ten Platz vor­fah­ren.

Zeit­stra­fe von 30 Se­kun­den

Das Ren­nen wur­de nach 13 Run­den be­en­det. Sie­ger wur­de der Nie­der­län­der Niels Lan­ge­veld - auf Slicks. Aber das di­cke En­de kam noch: Nach Aus­wer­tung der Renn­lei­tung hat­ten 15 Pi­lo­ten ge­gen das Start­pro­ze­de­re ver­sto­ßen: Drei Mi­nu­ten vor dem Re-Start müs­sen die Fahr­zeu­ge auf den Rä­dern ste­hen und ma­xi­mal ein Mecha­ni­ker darf beim Au­to sein. Der Renn­sie­ger und auch Mi­ke Hal­der wur­den nach­träg­lich mit ei­ner Zeit­stra­fe von 30 Se­kun­den be­legt. Dies be­deu­te­te Platz 15 für Mi­ke Hal­der und we­ni­ger Punk­te. Der neue Renn­sie­ger hieß Ja­son Wol­fe (VW).

Da nach dem Re­gle­ment die ers­ten Zehn aus dem „Shoot Qut“in um­ge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge auf­ge­stellt wer­den, star­te­te Hal­der im Sonn­tags­ren­nen so­mit von Platz neun. Er­neut war es sehr stark be­wölkt und nie­mand wuss­te, wann der Him­mel sei­ne Schleu­sen öff­nen wür­de. Mi­ke Hal­der er­wisch­te aber­mals ei­nen per­fek­ten Start. Am En­de der Start/ Mi­ke Hal­der über das „Fo­to­fi­nish“um zwei­ten Ren­nen am Sonn­tag

Ziel­ge­ra­den war er be­reits Ach­ter. In Run­de vier er­folg­te der ers­te Sa­fe­ty Car-Ein­satz, der Re-Start in Run­de sie­ben. Der Meß­kir­cher hat­te auf­ge­passt und konn­te zwei Po­si­tio­nen auf ein­mal gut ma­chen. Zwei Run­den spä­ter muss­te das Sa­fe­ty Car er­neut aus­rü­cken. In der elf­ten Run­de er­folg­te der Re-Start, er­neut schlug Hal­der zu und ge­wann ei­ne wei­te­re Po­si­ti­on. Jetzt be­gann für Mi­ke Hal­der die Jagd auf ei­nen Po­di­ums­platz. In der vor­letz­ten von 16 Renn­run­den hat­te er auf den dritt­plat­zier­ten Ja­son Wol­fe (VW) auf­ge­schlos­sen. Auf der An­fahrt zur „Hans Ernst-Kur­ve“war er dann auf glei­cher Hö­he mit Wol­fe und bei­de be­rühr­ten sich leicht. Um ei­nen „Ab­flug“zu ver­mei­den, zog Hal­der et­was zu­rück.

Auf der An­fahrt zu Start/Ziel setz­te er sich er­neut ne­ben Ja­son Wol­fe. Um gan­ze 48 Tau­sends­tel­se­kun­den, um­ge­rech­net et­wa 20 Zen­ti­me­ter, ver­pass­te der Meß­kir­cher dann Rang drei.

In der Ge­samt­wer­tung ver­bes­ser­te sich Hal­der je­doch auf den zwei­ten Ge­samt­rang.

Am Sonn­tag nach dem ach­ten Lauf bi­lan­zier­te Hal­der: „Ich ha­be mich am Sams­tag halt für Re­genrei­fen ent­schie­den. Zwei Um­läu­fe län­ger bei dem auf­kom­men­den Re­gen zu Ren­nen­de und ein Po­dest­platz wä­re drin ge­we­sen. Mich är­gert die Zeit­stra­fe viel mehr. Das Sonn­tags­ren­nen war gut. Durch die bei­den Sa­fe­ty Car-Pha­sen wur­de mein Vor­wärts­drang al­ler­dings et­was auf­ge­hal­ten. Die Ak­ti­on in der vor­letz­ten Kur­ve mit Ja­son Wol­fe war hart aber fair. Ich kam ei­nen Tick zu lang­sam aus der letz­ten Kur­ve sonst hät­te es für mich zum drit­ten Platz ge­reicht.“

„Ich kam ei­nen Tick zu lang­sam aus der letz­ten Kur­ve, sonst hät­te es für mich zum drit­ten Platz ge­reicht.“

FOTOS (2): MICHA­EL EH­REN­SPER­GER

Mi­ke Hal­der führt hier im Qua­li­fy­ing-Ren­nen in Zand­vo­ort mit sei­nem Seat Le­on Cup Ra­cer (vor­ne links) das Feld an.

Mi­ke Hal­der in der Bo­xen­gas­se.

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