„See­al­li­anz“rückt nä­her

Ge­mein­den, Netz­be­trei­ber und Stadt­wer­ke wol­len ei­ne Strom­netz­ge­sell­schaft grün­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf/service -

(bw) - Die Grün­dung der kom­mu­na­len Strom­netz­ge­sell­schaft rückt nä­her. In der Sit­zung des Ge­mein­de­ra­tes be­rich­te­te Käm­me­rer Bernd Hab­nitt über den au­gen­blick­li­chen Ver­hand­lungs­stand. Die sechs Ge­mein­den Ber­ma­tin­gen, Owin­gen, Uhl­din­gen-Mühl­ho­fen, Sa­lem, Deg­gen­hau­ser­tal und Mark­dorf wol­len ge­mein­sam mit den Net­ze BW (bis­her EnBW) und den Stadt­wer­ken am See die Strom­netz­ge­sell­schaft „See­al­li­anz“grün­den und be­trei­ben.

Kern die­ser Idee sei nicht die Ren­di­te, son­dern die Ho­heit über die Strom­net­ze in den be­tei­lig­ten Ge­mein­den zu ha­ben, er­klär­te Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann. „Wir wol­len das Sa­gen ha­ben, wo und wie die Net­ze aus­ge­baut wer­den“, mach­te er deut­lich. Die Strom­net­ze ge­hö­ren ge­nau­so zur In­fra­struk­tur ei­ner Ge­mein­de wie die Frisch- und Ab­was­ser­lei­tungs­net­ze. Wie es nicht sein sol­le, wer­de ge­ra­de beim Aus­bau der Breit­band­ver­sor­gung deut­lich, bei der die Ge­mein­den kei­nen Ein­fluss ha­ben. Auch hier sei die Ge­mein­de da­bei, ein ei­ge­nes Netz auf­zu­bau­en. Zu­dem be­deu­te die Be­tei­lung an den Strom­net­zen ei­ne wert­er­hal­ten­de In­ves­ti­ti­on bei ei­ner si­che­ren Ren­di­te in ei­nem re­gu­lier­ten Markt.

Die Kom­mu­nen wer­den mit 51 Pro­zent des Ge­sell­schafts­ka­pi­tals die Mehr­heit in der „See­al­li­anz“hal­ten, die Net­ze BW und die Stadt­wer­ke am See brin­gen ih­re Net­ze ein und hal­ten ei­nen An­teil von 49 Pro­zent. Mark­dorf wer­de rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro in die Ge­sell­schaft ein­brin­gen müs­sen, er­klär­te der Käm­me­rer. Die bei­den Strom­lie­fe­ran­ten wer­den die Net­ze von der „See­al­li­anz“an­pach­ten. Laut Ver­trags­ent­wurf kön­nen die Kom­mu­nen nach 15 Jah­ren den Netz­part­ner aus­tau­schen. Dies sei nicht be­ab­sich­tigt, es sei ei­ne lang­fris­ti­ge, dau­er­haf­te Part­ner­schaft be­ab­sich­tigt, stell­te Hab­nitt klar. Der Fo­kus der Ge­sell­schaft lie­ge auf dem Netz­be­trieb, nicht auf dem StromVer­kauf.

Die Kom­mu­nen ha­ben auch die Mehr­heit im Auf­sichts­rat und da­mit die letz­te Ent­schei­dung über die ge­mein­sa­me In­ves­ti­ti­ons­po­li­tik. Sitz der Ge­sell­schaft soll Mark­dorf sein. Nach auf­wen­di­gen und kom­ple­xen Ver­hand­lun­gen sei­en ge­mein­sam mit Wirt­schafts­prü­fern und Rechts­an­wäl­ten die not­wen­di­gen Ver­trags­ent­wür­fe vor­be­rei­tet wor­den. Nach der Som­mer­pau­se soll in den Ge­mein­de­rä­ten der sechs Kom­mu­nen die Grün­dung der Strom­netz­ge­sell­schaft dis­ku­tiert und be­ra­ten wer­den.

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