Schul­tes zahlt für pri­va­te Nut­zung des Di­enst­wa­gens

Im Mo­nat wer­den da­für pau­schal 150 Eu­ro be­rech­net– Vie­le Rä­te är­gert die Bü­ro­kra­tie

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg -

(mw) - Ein­stim­mig hat der Ge­mein­de­rat be­schlos­sen, dass der Bür­ger­meis­ter sei­nen Di­enst­wa­gen auch pri­vat nut­zen darf. Dass er da­für rück­wir­kend zum 1. April ei­ne Pau­scha­le von mo­nat­lich 150 Eu­ro zah­len muss, ge­fiel Mar­kus Wai­bel (FWV) und Jür­gen Ot­ter­bach (CDU) nicht. Wai­bel sprach sich au­ßer­dem als Ein­zi­ger ge­gen den er­neu­ten Ein­satz ei­nes Fahr­ten­buchs für wei­te­re drei Mo­na­te aus.

In der ers­ten Ju­li-Sit­zung hat­te das Di­enst­fahr­zeug für Bür­ger­meis­ter Ro­bert Sche­rer und des­sen pri­va­te Nut­zung im Ge­mein­de­rat be­reits zur De­bat­te ge­stan­den. Weil Tei­le der SPD-Frak­ti­on, der Um­welt­grup­pe und der Frei­en Wäh­ler ei­ne zu zah­len­de Pau­scha­le des Schul­tes an die Stadt für klein­lich hiel­ten, war das The­ma zwecks Prü­fung ver­legt wor­den.

„Kom­plet­ter Un­sinn“

Am Di­ens­tag­abend er­klär­te Haupt­amts­lei­te­rin Han­ne Wein­schenk nun, die Zah­lun­gen sei­en recht­lich not­wen­dig. Es müs­se wirt­schaft­lich ge­han­delt wer­den und ein Pau­schal­be­trag sei da­bei „die bes­te Lö­sung“.

Mar­kus Wai­bel sprach von „Un­gleich­be­hand­lung ge­gen­über der frei­en Wirt­schaft, wo le­dig­lich ei­ne „Ein-Pro­zent-Re­gel“gilt. Dass „der Mann ne­ben sei­nen vie­len Ver­pflich­tun­gen noch ein Fahr­ten­buch füh­ren muss“, fand er un­mög­lich. Auch Micha­el Gi­low­sky mach­te sei­nem Un­mut über die Bü­ro­kra­tie Luft. „Es ist kom­plet­ter Un­sinn“, mein­te er. Der Freie Wäh­ler Hein­rich Frey hin­ge­gen be­ton­te den Si­cher­heits­as­pekt der Re­ge­lung auf bei­den Sei­ten. Der von der Ver­wal­tung vor­ge­schla­ge­ne Be­trag von 150 Eu­ro er­gibt sich laut der Lei­te­rin „Zen­tra­le Di­ens­te“aus dem er­rech­ne­ten Mit­tel­wert der pri­va­ten Bür­ger­meis­ter­fahr­ten von April bis Ju­ni.

Rund 1250 Ki­lo­me­ter sind so bis jetzt zu­sam­men­ge­kom­men. Weil dar­in die Fahrt in die ita­lie­ni­sche Part­ner­stadt San Gi­mi­gna­no ent­hal­ten war, soll ein er­neu­ter Fahr­ten­auf­schrieb bis Ok­to­ber ge­star­tet wer­den, um die Preis­pau­scha­le ge­ge­be­nen­falls zu re­du­zie­ren.

FO­TO: PR

Ro­bert Sche­rer

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