Neu­er Forst­be­triebs­plan ver­ab­schie­det

Bu­che kann als „op­ti­ma­le Stand­ort­baum­art“pro­blem­los ver­jüngt wer­den

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg/Stetten/Hagnau/Daisendorf - Von Mar­ti­na Wolters

- Dem vom Frei­bur­ger Re­gie­rungs­prä­si­di­um (RP) und Förs­ter Mar­tin Roth aus­ge­ar­bei­te­ten For­stein­rich­tungs­plan für die nächs­ten zehn Jah­re ha­ben die Ge­mein­de­rä­te in jüngs­ter Rats­sit­zung uni­so­no zu­ge­stimmt. For­stein­rich­ter Andre­as Ka­phe­gyi vom RP vi­sier­te trotz ge­sun­ke­nem Holz­vor­rat und zu­künf­tig leicht ge­rin­ge­ren Holz­ein­schlag ein aus­ge­gli­che­nes Be­triebs­er­geb­nis an. Des Wei­te­ren will er durch Ein­brin­gen wei­te­rer Misch­baum­ar­ten dem Kli­ma­wan­del trot­zen.

Der vor­ge­stell­te Zu­stands­be­richt wies zwar ei­nen deut­lich ab­ge­sun­ke­nen Durch­schnitts­vor­rat um zehn Pro­zent auf, be­fin­de sich aber im­mer noch auf dem Ni­veau ei­nes Durch­schnitts­be­trie­bes des Kom­mu­nal­wal­des. Au­ßer­dem ver­mel­de­te der Fach­mann ei­ne „star­ke Wuchs­dy­na­mik der Jung­be­stän­de“, die den Ver­lust ab­mil­de­re und in den kom­men­den zwei Jahr­zehn­ten wie­der aus­glei­chen kön­ne.

31 Pro­zent der Ge­samt­nut­zung fie­len im ver­gan­ge­nen For­stein­rich­tungs­zeit­raum Sturm-, Pilz oder Kä­fer­be­fall zum Op­fer. Die vor­ge­se­he­ne Holz­fäll­quo­te sei aber zu fast 100 Pro­zent er­füllt wor­den, er­klär­te Ka­phe­gyi. Das be­triebs­wirt­schaft­li­che Er­geb­nis wies ein jähr­li­ches De­fi­zit von rund 2000 Eu­ro auf. Die neue Pla­nung sieht als durch­schnitt­li­ches Be­triebs­er­geb­nis ei­ne „schwar­ze Null“vor. Die Pro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten sei­en aus­ge­schöpft, die Nach­hal­tig­keit aber ge­währ­leis­tet.

Der mit 19 300 Ern­te­fest­me­ter vor­ge­se­he­ne Ein­schlag für die nächs­te Forst­pe­ri­ode liegt laut Be­richt um 1700 Ern­te­fest­me­ter un­ter dem Hieb­satz des letz­ten Jahr­zehnts. Vor­ge­se­hen ist es, ri­si­ko­be­haf­te­te Fich­ten- und Bu­chen-Alt­höl­zer wei­ter ab­zu­bau­en und Bu­chen­be­stän­de wei­ter zu ver­jün­gen. We­gen des Eschen­triebst­er­bens durch Pilz­be­fall ging Ka­phe­gyi von ei­nem lang­fris­ti­gen Aus­blei­ben der Baum­art aus. Die Bu­che als „op­ti­ma­le Stand­ort­baum­art“kön­ne pro­blem­los ver­jüngt wer­den, er­klär­te der Ex­per­te auf die Fra­ge von Mar­kus Wai­bel (FWV) war­um zu 47 Pro­zent auf Bu­chen­bäu­me ge­setzt wer­de, statt auf Ei­che. Ver­sucht wer­de 30 Pro­zent Na­del­holz zu si­chern.

Ver­biss­schä­den durch Rot­wild gibt es nach Ka­phe­gy­is An­ga­ben im Be­reich von Tan­ne und Berg­ahorn. Ge­org Dre­her (CDU) ver­mu­te­te, es sei zu we­nig Wild ge­schos­sen wor­den. Förs­ter Roth er­klär­te, es ge­be al­le drei Jah­re ein Ver­biss­gut­ach­ten und ent­spre­chend dem könn­ten Ge­mein­de und Jagd­ge­nos­sen­schaft die Ab­schuss­plä­ne ab­stim­men.

Ne­ben der Holz­pro­duk­ti­on er­füllt der Stadt­wald wich­ti­ge Funk­tio­nen für das All­ge­mein­wohl wie zum Bo­den­und Was­ser­schutz oder als Er­ho­lungs­be­reich. Auf Nach­fra­gen von Micha­el Gi­low­sky (Um­bo) und Pe­ter Schmidt (CDU) sag­te der Förs­ter, „sau­rer Re­gen“sei der­zeit kaum noch ein The­ma. Die Um­welt­schutz­maß­nah­men hät­ten ge­grif­fen.

FO­TO: CLBX

Ri­si­ko­be­haf­te­te Fich­ten- und Bu­chen-Alt­höl­zer müs­sen wei­chen.

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