Ma­ri­an­ne Os­wald geht in Ru­he­stand

Kon­rek­to­rin war 21 Jah­re lang an der Tan­nen­hag-Schu­le tä­tig

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Am See -

(lys) - Ma­ri­an­ne Os­wald, Kon­rek­to­rin der Tan­nen­hag-Schu­le, geht in den Ru­he­stand. Nach 21 Jah­ren ver­lässt sie das „Son­der­päd­ago­gi­sche Bil­dungs- und Be­ra­tungs­zen­trum mit dem Schwer­punkt Geis­ti­ge Ent­wick­lung“. Mehr als zwei Jahr­zehn­te hat die Son­der­päd­ago­gin, zu­nächst als Stu­fen- so­wie Klas­sen­leh­re­rin und ab 2008 kom­mis­sa­risch und dann 2010 of­fi­zi­ell als Kon­rek­to­rin, die Ge­schi­cke der Schu­le mit­ge­stal­tet.

Glaubt man an die Fü­gung, ist die­se Ma­ri­an­ne Os­wald wohl wi­der­fah­ren, als sie auf Ein­la­dung ei­ner Freun­din ei­nen Schul­land­auf­ent­halt be­such­te und zum ers­ten Mal Kon­takt mit Schü­lern mit ei­ner geis­ti­gen Ent­wick­lungs- ver­zö­ge­rung hat­te. „Ich war fas­zi­niert von die­sen Be­geg­nun­gen“, er­in­ner­te sie sich. Sie be­schloss, ih­re na­tur­wis­sen­schaft­li­che Ar­beit als ge­lern­te Phar­ma­zeu­tin an den Na­gel zu hän­gen, und das Stu­di­um der Son­der­päd­ago­gik auf­zu­grei­fen. Das war Mit­te der 70er-Jah­re. Zu ei­ner Zeit „als die­ser Stu­di­en­gang noch re­la­tiv neu war“.

Für ihr Stu­di­um muss­te die ge­bür­ti­ge Wald­kir­che­rin nach Reut­lin­gen zie­hen und mit Ab­schluss in den Fach­be­rei­chen „Geis­ti­ge Be­hin­de­run­gen und Lern­be­hin­de­run­gen“so­wie der Kunster­zie­hung hat sie ihr Re­fe­ren­da­ri­at in der Kä­the-Koll­wit­zSchu­le in Böblingen ab­sol­viert. Dort hat sie ein wei­te­res Jahr ge­ar­bei­tet, um da­nach zehn Jah­re im „Ma­ria­berg Heim“, ei­ner pri­va­ten Heim­son­der­schu­le, tä­tig zu wer­den. Zum Schul­jahr 1986/1987 wech­sel­te sie an die Tan­nen­hag-Schu­le, da­mals noch ei­ne Son­der­schu­le für Men­schen mit ei­ner geis­ti­gen Be­hin­de­rung. Heu­te be­rät und be­glei­tet die Schu­le als „Son­der­päd­ago­gi­sches Bil­dungs­und Be­ra­tungs­zen­trum mit dem Schwer­punkt geis­ti­ge Ent­wick­lung“El­tern und Schü­ler über die schu­li­sche Bil­dung hin­aus. Sie un­ter­rich­te­te an der Schu­le, war Mul­ti­me­dia­be­ra­te­rin, An­sprech­part­ne­rin und Men­to­rin für die Leh­rer­aus­bil­dung und den Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­lern und hat es sich trotz ih­rer Ar­beit als Kon­rek­to­rin nicht neh­men las­sen, an drei Vor­mit­ta­gen in der Wo­che Schü­ler mit Mehr­fach­be­hin­de­run­gen zu be­treu­en und zu för­dern.

Es sind aber nicht nur die fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen, die Ma­ri­an­ne Os­wald aus­zeich­nen. Es ist ins­be­son­de­re ih­re Fein­füh­lig­keit, ih­re Gü­te so­wie ihr Ver­ständ­nis für schwie­ri­ge Le­bens­si­tua­tio­nen, die sie als Men­schen aus­zeich­nen. Vie­le Grün­de, wes­halb das Kol­le­gi­um, die Schü­ler, El­tern und Rek­tor Ge­rold Ehin­ger sie nur un­gern ge­hen las­sen und mit ei­nem Fest ver­ab­schie­de­ten. Für die na­he Zu­kunft steht ei­ne Kreuz­fahrt im Mit­tel­meer an, „aber ich freue mich genau­so auf die klei­nen Din­ge im All­tag: wie­der mehr künst­le­risch tä­tig zu sein, den Gar­ten zu ge­stal­ten oder auch Zeit mit Freun­den zu ver­brin­gen“und ist sich heu­te schon si­cher: „Mei­ne Kol­le­gen und die Schü­ler wer­de ich ver­mis­sen.“

FO­TO: LYS

Ma­ri­an­ne Os­wald

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