Som­mer­topf er­mög­licht un­be­schwer­te Fe­ri­en­ta­ge

Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus möch­te mit Spen­den­ak­ti­on be­dürf­ti­gen Fa­mi­li­en Freu­de be­rei­ten

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Ju­lia Frey­da

- Bei schö­nem Wet­ter an den Sa­le­mer Schloss­see. Da­zu ein Eis oder ein Kaf­fee und abends viel­leicht noch ins Kino? Re­na­te Hold kennt durch ih­re Ar­beit im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus (MGH) ge­nü­gend Fa­mi­li­en und vor al­lem Al­lein­er­zie­hen­de, für die das rei­ner Lu­xus ist. Das Geld reicht ih­nen häu­fig nur für das Nö­tigs­te. Dann kön­nen sechs­ein­halb Wo­chen Som­mer­fe­ri­en ganz schön lang sein.

Zu­sam­men mit dem Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus hat die „Schwä­bi­sche Zei­tung“des­halb den „Som­mer­topf “ins Le­ben ge­ru­fen: Mit ei­ner Spen­de kann man Freu­de schen­ken; Ge­mein­sam­kei­ten für Fa­mi­li­en, in de­nen das Geld knapp ist. Wie im ver­gan­ge­nen Jahr soll die Ak­ti­on be­dürf­ti­gen Fa­mi­li­en Fe­ri­en­träu­me er­fül­len. Da­bei geht es nicht um Rei­sen oder Über­nach­tun­gen, son­dern um ganz ein­fa­che Ta­ges­aus­flü­ge in die Um­ge­bung, die als ge­mein­sa­me Un­ter­neh­mung zu­sam­men­schwei­ßen.

Fast 30 Fa­mi­li­en – vor al­lem Al­lein­er­zie­hen­de – kennt die MGHLei­te­rin Hold in Mark­dorf und Um­ge­bung, die oh­ne et­was Un­ter­stüt­zung kei­ne Mög­lich­keit auf ein biss­chen Ab­wechs­lung hät­ten. „In den Fe­ri­en wird die Ar­mut spür­bar, aber auch die­se Men­schen sol­len ein we­nig die Leich­tig­keit des Som­mers spü­ren kön­nen“, sagt Hold. Da­zu dient der „Som­mer­topf“. Je­der Er­wach­se­ne er­hält 50 Eu­ro, pro Kind gibt es 25 Eu­ro aus den Spen­den­gel­dern. „Für vie­le ist die­ses Ge­schenk ei­ne tol­le Über­ra­schung und die Freu­de groß. Die meis­ten Fa­mi­li­en wol­len in Mo­nats­fahr­kar­ten in­ves­tie­ren“, be­rich­tet Hold. Denn da­mit könn­ten sie im ge­sam­ten bo­do-Ge­biet von Au­len­dorf bis Ra­dolf­zell fah­ren und Aus­flü­ge ma­chen.

Pro Jahr ver­teilt das MGH rund 2300 Eu­ro aus dem „Som­mer­topf“an be­dürf­ti­ge Fa­mi­li­en. „Das ist ein Bat­zen Geld, aber ei­ner der Freu­de bringt“, sagt Hold. Da­mit das Geld auch ent­spre­chend sinn­voll ver­wen­det wird, brin­gen die El­tern spä­ter zum Bei­spiel Fahr­kar­ten oder Tick­tes im MGH vor­bei. Das dient als Nach­weis, dass sie mit dem Fe­ri­en­geld auch tat­säch­lich dem All­tag ent­flo­hen sind.

Re­na­te Hold weiß, dass der Geld­beu­tel vor den Som­mer­fe­ri­en in kaum ei­ner Fa­mi­lie lo­cker sitzt. Vie­le ha­ben Rei­sen ge­plant, auch das kos­tet. Wenn man sich aber be­wusst ma­che, wie we­nig bis gar nichts sich an­de­re Fa­mi­li­en leis­ten kön­nen, dann hofft sie dar­auf, dass der ein oder an­de­re den­noch ein paar Eu­ro für den Som­mer­topf spen­det.

FO­TO: JU­LIA FREY­DA

Azu­bi Ka­trin Bach­mann (links) und Buf­di Sa­bi­ne Kad­ler vom MGH wer­fen sich den Ball zu. Als Al­lein­er­zie­hen­de wis­sen die bei­den, wie wich­tig ge­gen­sei­ti­ge Un­ter­stüt­zung ist und dass für Aus­flü­ge das Geld oft zu knapp ist.

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