Kei­ne Hil­fe für Se­nio­ren

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf/service - Micha­el Franz, Mark­dorf

Ein Le­ser schreibt zur Be­richt­er­stat­tung über die In­te­gra­ti­ons­werk­statt vom Frei­tag, 28. Ju­li.

In­te­gra­ti­on von Asy­lan­ten ist si­cher­lich wich­tig, aber man soll­te dar­über die ei­ge­ne Be­völ­ke­rung nicht ver­ges­sen. In Mark­dorf le­ben rund 300 Asy­lan­ten, plus mi­nus. Für die­se Grup­pe gibt es von städ­ti­scher Sei­te zwei In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te. Jetzt fand so­gar ei­ne Werk­statt für In­te­gra­ti­on statt. Da­bei wur­den Ide­en ent­wi­ckelt, wie In­te­gra­ti­on ge­lin­gen kann. So wur­de an­ge­regt mit Asy­lan­ten zu gärt­nern, ins­be­son­de­re auch zu tur­nen.

Oh­ne Zwei­fel ist der Ver­such und Hil­fe zur In­te­gra­ti­on sehr wich­tig. Aber man soll­te dar­über ei­ge­ne Be­völ­ke­rungs­schich­ten, die viel­leicht auch der Hil­fe be­dür­fen, nicht ver­ges­sen. Gera­de in Sa­chen tur­nen wur­de vor ein, zwei Jah­ren ei­ne An­re­gung, dass man sich gera­de für Se­nio­ren um die „fünf Ess­lin­ger“be­mü­hen könn­te. Dies wur­de von den An­ge­spro­che­nen ab­ge­lehnt, man ha­be da­für kei­ne ge­eig­ne­ten Übungs­lei­ter. Dem kann ja wohl ab­ge­hol­fen wer­den.

So le­ben in Mark­dorf vie­le Se­nio­ren. Fast ein Drit­tel der Be­woh­ner Mark­dorfs sind Men­schen, die 60 Jah­re und äl­ter sind. Ei­nen Se­nio­ren­be­auf­trag­ten gibt es nicht und wird auch von der Rat­haus­spit­ze ab­ge­lehnt. Be­grün­det wird das da­mit, dass Frau An­ge­li­ka Webs­ky sich um die Be­lan­ge der Se­nio­ren küm­me­re, beim Aus­fül­len und An­trä­gen und so wei­ter hel­fe. Nichts ge­gen Frau Webs­ky, sie ist si­cher­lich freund­lich und hilfs­be­reit, nur haupt­amt­lich ist sie Mit­ar­bei­te­rin der Fried­hofs­ver­wal­tung. Viel­leicht hat man sich bei der Be­auf­tra­gung ge­dacht, dann ist der Weg für die Se­nio­ren nicht so weit – ein Schelm, wer Bö­ses da­bei denkt.

Es gibt in Mark­dorf ei­nen Be­hin­der­ten­be­auf­trag­ten, zwei Flücht­lings­be­auf­trag­te. Die Se­nio­ren­be­treu­ung wird so ne­ben­bei er­le­digt. Das zeigt, dass Se­nio­ren im Rat­haus Mark­dorfs kei­ne Lob­by ha­ben. Aber ei­nes soll­ten al­le die­je­ni­gen be­den­ken, die heu­te ei­nen Se­nio­ren­be­auf­trag­ten für über­flüs­sig hal­ten: Auch sie kom­men ein­mal in das Se­nio­ren­al­ter, be­nö­ti­gen dann viel­leicht je­man­den, der sich um sie küm­mert und für sie ein­setzt.

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