Vor­spiel auf dem Kul­turu­fer

Stadt dankt Flücht­lings­hel­fern für ih­re Ar­beit mit ei­ner Dan­ce-Show

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer Friedrichshafen - Von Ralf Schä­fer

- Als Dan­ke­schön für die Ar­beit der Flücht­lings­hel­fer und Hel­fer­grup­pen hat die Stadt Fried­richs­ha­fen die Men­schen am Don­ners­tag zu ei­nem Fest ins Gro­ße Zelt des Kul­turu­fers ein­ge­la­den. So­zu­sa­gen als Vor-Er­öff­nung des Kul­turu­fers sa­hen sie dort die Kib­butz Con­tem­pora­ry Dan­ce Com­pa­ny 2, ei­ne be­ein­dru­cken­de Tanz­grup­pe aus Is­ra­el.

Nach der Be­grü­ßung durch Kul­tur­bü­ro-Chef Win­fried Ne­u­mann be­dank­te sich Bür­ger­meis­ter Andre­as Kös­ter bei den Gäs­ten für ih­re Ar­beit mit Flücht­lin­gen, die da­mit die Be­mü­hun­gen von Land­kreis und Stadt eh­ren­amt­lich un­ter­stüt­zen.

„Zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger en­ga­gie­ren sich in Zu­sam­men­ar­beit mit ei­nem so­zia­len Trä­ger oder in ei­nem Hel­fer­kreis für die In­te­gra­ti­on der Men­schen, die seit 2015 aus den ver­schie­dens­ten Län­dern bei uns hier in Fried­richs­ha­fen Zuflucht su­chen. Es war al­so an der Zeit, nicht nur Dan­ke zu sa­gen, son­dern un­se­re Wert­schät­zung auch auf ei­ne an­de­re Art und Wei­se zum Aus­druck zu brin­gen“, sag­te Andre­as Kös­ter und be­gann na­ment­lich Or­ga­ni­sa­tio­nen und Men­schen auf­zu­zäh­len, die in der Flücht­lings­hil­fe und der In­te­gra­ti­on und Un­ter­stüt­zung der Men­schen hel­fen und ak­tiv sind. Auch Ge­mein­de­rat und Ju­gend­par­la­ment so­wie die Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung wa­ren ein­ge­la­den, denn auch sie ha­ben zum Ge­lin­gen der gro­ßen Auf­ga­be der Un­ter­brin­gung und Ver­sor­gung von Men­schen ge­hol­fen, die auf der Flucht vor dem Krieg in Fried­richs­ha­fen an­ka­men.

„Wir ha­ben von An­fang an auf ei­ne de­zen­tra­le Un­ter­brin­gung ge­setzt, was Ih­re eh­ren­amt­li­che Ar­beit si­cher nicht leich­ter ge­macht hat, als wenn Sie sich an ei­nem zen­tra­len Ort en­ga­gie­ren wür­den“, sag­te Kös­ter.

Der­zeit le­ben ins­ge­samt 864 Flücht­lin­ge und Asyl­be­wer­ber in un­se­rer Stadt, da­von 577 in städ­ti­scher An­schluss­un­ter­brin­gung. Der über­wie­gen­de An­teil, über 400 von ih­nen, stammt aus Sy­ri­en. Aus dem Irak und Af­gha­nis­tan stam­men je­weils um die 50 Flücht­lin­ge in An­schluss­un­ter­brin­gung und aus Ni­ge­ria und Pa­kis­tan je­weils rund 20.

Da die Stadt Fried­richs­ha­fen ih­re Quo­te be­reits über­er­füllt hat, wer­den die Zu­wei­sun­gen vom Land­kreis sich den Rest des Jah­res auf ge­rin­gem Ni­veau be­we­gen. Durch den Fa­mi­li­en­nach­zug kom­men den­noch wei­ter­hin neue Flücht­lin­ge, ins­be­son­de­re Frau­en und Kin­der.

Die Tanz­show

Als Dan­ke­schön gab es ei­ne Tanz­show der Ex­t­ra­klas­se. Das Pro­gramm der Kib­butz Con­tem­pora­ry Dan­ce Com­pa­ny 2, das auch am Frei­tag im Gro­ßen Zelt ge­zeigt wur­de, durf­ten die Gäs­te be­reits ei­nen Tag zu­vor se­hen.

1970 ge­grün­det, ent­wi­ckel­te sich die Dan­ce Com­pa­ny in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu ei­ner der be­deu­tends­ten Tanz­com­pa­gni­en Is­ra­els. Ge­prägt durch die Hand­schrift ih­res ge­gen­wär­ti­gen künst­le­ri­schen Lei­ters Ra­mi Be’er er­lang­te das En­sem­ble in­ter­na­tio­nal gro­ße An­er­ken­nung. „Ganz ge­zielt grün­de­te Ra­mi Be’er 1994 die­se zwei­te Com­pa­gnie mit 14 jun­gen Tän­ze­rin­nen und Tän­zern zwi­schen 18 und 24 Jah­ren, um ein fri­sches, neu­es pro­fes­sio­nel­les En­sem­ble zu bil­den“, schrei­ben die Ver­an­stal­ter. Die ak­tu­el­le Pro­duk­ti­on „First of All Sto­ries“han­delt von den Men­schen als In­di­vi­du­en und als Ge­mein­schaft, von ih­ren Ei­gen­schaf­ten und wie die­se zu­sam­men­pas­sen. Tem­pe­ra­ment, Ener­gie, Dy­na­mik, Hu­mor und ei­ne ori­gi­nel­le Tanz­spra­che so­wie die Ein­bin­dung des Pu­bli­kums in Tanz­pas­sa­gen sind die Grund­la­ge für die­se Cho­reo­gra­phie, die in der Welt des Thea­ters spielt. „Mit sei­nem un­ver­wech­sel­ba­ren Ge­spür für Mu­sik hat Ra­mi Be`er zu den Be­we­gun­gen ei­ne mit­rei­ßen­de Sound­col­la­ge ge­schaf­fen“, heißt es im Pro­gramm. Her­aus kam ei­ne Show, die man nicht so schnell ver­ges­sen wird.

FO­TOS: STADT FRIED­RICHS­HA­FEN/FE­LIX KÄSTLE

Die Kib­butz Con­tem­pora­ry Dan­ce Com­pa­ny 2 er­öff­net das Kul­turu­fer vor ge­la­de­nen Gäs­ten so­wie mit ih­rer ers­ten öf­fent­li­chen Vor­stel­lung am Frei­tag.

Die ge­la­de­nen Gäs­te se­hen ei­ne Tanz­show aus Is­ra­el. Nach der Show gab es Ge­le­gen­heit für Ge­sprä­che auch mit Bür­ger­meis­ter Kös­ter (Mit­te).

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