„Pol­ka funk­tio­niert in der Pro­vinz im­mer“

HISS be­geis­tert Fans am Kul­turu­fer – Von San­si­bar nach San­ta Fe - Gro­ße Par­ty im Klei­nen Zelt

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer -

Micha­el Roth (Mund­har­mo­ni­ka), Tho­mas Groll­mus (Gi­tar­re), Vol­ker Schuh (Bass) und Bernd Öh­len­schlä­ger (Schlag­zeug) un­ter­neh­men mit dem Pu­bli­kum ei­ne Welt­rei­se. Die „Schlei­er­pol­ka“spielt im Ori­ent, „Si­bi­ri­sche Lie­be“ir­gend­wo in der kal­ten Step­pe und „Christ­li­che See­fahrt“auf ho­her See.

Das ver­bor­ge­ne In­stru­ment

Micha­el Roth ist ein Vir­tuo­se an der Mund­har­mo­ni­ka. Wenn er das klei­ne In­stru­ment an sei­ne Lip­pen presst, ist es voll­stän­dig hin­ter sei­nen Hän­den ver­bor­gen. Aber die Tö­ne be­geis­tern. Sei­ne Im­pro­vi­sa­tio­nen kom­men an. Wo­mög­lich müs­sen die Mu­si­ker nach je­dem So­lo ein paar Tak­te ein­schie­ben, weil der Ap­plaus so lan­ge an­hält.

HISS mischt ver­schie­de­ne Stil­ar­ten: Rock, Folk und Coun­try. Aber vor al­lem über­zeugt die Band mit ih­rem dy­na­mi­schen Pol­ka­sound. „Pol­ka geht in der Pro­vinz im­mer“, sagt Hiss, und stimmt die „Fried­hofs­pol­ka“an. Der Text: „Hier lie­gen die Har­ten, hier lie­gen die Wei­chen. Egal was sie wa­ren, jetzt sind sie Lei­chen. Hebt eu­er Glas und trinkt auf die To­ten.“Die Kon­zert­be­su­cher he­ben ih­re Glä­ser in die Hö­he und sto­ßen an.

War­um macht ihr über­haupt wei­ter? Die­se Frage wür­de ih­nen im­mer wie­der ge­stellt, er­zählt Hiss. Schließ­lich hät­ten er und sei­ne Band­kol­le­gen al­les er­reicht. Sie könn­ten sich ge­nau­so gut zu­rück­leh­nen. Die Früch­te ih­rer har­ten Ar­beit ge­nie­ßen. Und ein ent­spann­tes Leben füh­ren. Al­so war­um noch nach Fried­richs­ha­fen kom­men? Hiss lie­fert Ant­wor­ten: „Wir ma­chen aus Nächs­ten­lie­be wei­ter“, sagt der Front­mann, und fügt hin­zu: „Un­se­re Aben­teu­er­lust ist un­ge­bro­chen.“

Doch plötz­lich ver­las­sen die Mu­si­ker die Büh­ne. Das Licht geht aus. „Zu­ga­be, Zu­ga­be“, for­dern die Fans, die klat­schen und ju­beln. Zwi­schen­durch er­tö­nen Pfif­fe. Und ei­nen Au­gen­blick spä­ter kommt die Band wie­der. „Frü­her ging es in un­se­ren Lie­dern im­mer um Al­ko­hol“, sagt Hiss. An De­tails kön­ne er sich nicht mehr er­in­nern. Jetzt sei die Zeit für ein Lie­bes­lied ge­kom­men: Die Mu­si­ker pa­cken ih­re In­stru­men­te und spie­len „Amor“. Es fol­gen „Das Fest“, „Män­ner in der Nacht“und „Te­qui­la“. Nach über zwei St­un­den ist das Kon­zert vor­bei. Chris­ti­ne, Mo­ni­ka, Pe­ter, An­ja und In­di­ra kom­men strah­lend aus dem Zelt. Sie sind die Fans, die vom An­fang bis zum En­de durch­ge­tanzt ha­ben. An­ja lau­fen noch ein paar Schweiß­per­len die Stirn hin­un­ter. Ihr Ur­teil: „Die ge­hen ge­nau­so ab wie frü­her.“Für das nächs­te Kon­zert wünscht sie sich we­ni­ger Stüh­le, da­mit es mehr Platz zum Tan­zen gibt. den Tipp der Re­dak­ti­on für die bas­ki­sche Tanz- com­pa­gnie Dant­zaZ aus San Se­bas­ti­an (Spa­ni­en) zu ver­ge­ben. Und das früh ge­nug, da­mit noch Kar­ten zu be­kom­men sind.

Ge­grün­det 2007, gilt Dant­zaZ als krea­ti­ves Pro­duk­ti­ons­zen­trum und leis­tet Pio­nier­ar­beit im Be­reich der Be­we­gungs­küns­te. In „AUREO“, der neus­ten Krea­ti­on von Dant­zaZ, wer­den fünf kur­ze Wer­ke prä­sen­tiert, die von international an­er­kann­ten Cho­reo­gra­fen und ei­ni­gen der neu­en, auf­stre­ben­den Tän­ze­rin­nen und Tän­zern ge­schaf­fen wur­den.

Her­aus­ge­kom­men ist ein ab­wechs­lungs­rei­ches Pro­gramm, in dem der mo­der­ne und zeit­ge­nös­si­sche Tanz, die Frei­heit der Schöp­fung und das künst­le­ri­sche En­ga­ge­ment Hand in Hand ge­hen.

Mu­sik, die Lust auf mehr macht: Vol­ker Schuh (links) und Tho­mas Groll­mus. Da­zu Micha­el Roth an der Mund­har­mo­ni­ka, Ste­fan Hiss mit Ak­kor­de­on und Schlag­zeu­ger Bernd Öh­len­schlä­ger.

FOTOS: CHRIS­TOPH DIER­KING

Glück­lich und ver­schwitzt: Chris­ti­ne, Mo­ni­ka, Pe­ter, An­ja und In­di­ra (von links) ha­ben vom An­fang bis En­de durch­ge­tanzt.

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