Mit Sen­se, Hand­schu­hen und Gum­mi­stie­feln ge­gen das Spring­kraut

Ro­ta­ry-Club und BUND sa­gen Neo­phy­ten im Hep­ba­cher-Leim­ba­cher Ried den Kampf an

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf -

(mt) - Nach der ers­ten Ak­ti­on An­fang Ju­li ha­ben Mit­glie­der des Ro­ta­ry-Clubs Mark­dorf und des Bun­des für Um­welt- und Na­tur­schutz Mark­dorf (BUND) dem in­di­schen Spring­kraut nun er­neut den Kampf an­ge­sagt. Am Sams­tag zo­gen die 14 Frei­wil­li­gen ins Hep­ba­cherLeim­ba­cher Ried, um dem Neo­phyt zu Lei­be zu rü­cken.

Neo­phy­ten sind Pflan­zen, die be­wusst oder un­be­wusst, in ein Ge­biet ge­langt sind, in dem sie na­tür­li­cher­wei­se nicht vor­ka­men. Auch das in­di­sche Spring­kraut ist in Eu­ro­pa nicht hei­misch. Ei­gent­lich als Zier­pflan­ze ge­dacht, wur­de das in­di­sche Spring­kraut im Jahr 1839 vom in­di­schen Sub­kon­ti­nent in En­g­land ein­ge­führt und ver­brei­te­te sich als­bald in vie­len eu­ro­päi­schen Gär­ten. Ei­nen gro­ßen Teil zur Aus­brei­tung tru­gen Im­ker bei, da sich das Spring­kraut auf­grund des ho­hen Zu­cker­ge­hal­tes des Nekt­ars gut als Bie­nen­tracht­pflan­ze eig­ne­te. Die Ver­wil­de­rung der Pflan­ze be­gann dann um 1855 in En­g­land, ers­te Be­rich­te über wild wach­sen­des Spring­kraut in der Schweiz gab es 1904 und schon 1920 war die Pflan­ze in Tei­len Süd­deutsch­land in gro­ßen Be­stän­den an­zu­tref­fen.

Wie Franz Beer, Vor­stands­mit­glied des BUND Mark­dorf, und Han­na-Ve­ra Mül­ler, Ro­ta­ry-Club-Mit­glied und Or­ga­ni­sa­to­rin der Ak­ti­on, er­klär­ten, stel­le das in­di­sche Spring­kraut, das be­reits vor 20 Jah­ren im Hep­ba­cher-Leim­ba­cher Ried auf­ge­tre­ten sei, zu­neh­mend ein Pro­blem dar. „Ein rie­si­ges“, wie Beer sag­te. Die ein­jäh­rig blü­hen­de Pflan­ze kön­ne näm­lich so do­mi­nant wer­den, dass sie ein­hei­mi­sche Pflan­zen voll­stän­dig ver­drän­gen kön­ne. Des­halb ha­be man in Mark­dorf be­schlos­sen, in Rand­be­rei­chen des Rieds ge­gen die Pflan­ze vor­zu­ge­hen. Dies ge­schieht ei­ner­seits mit Mäh­ma­schi­nen, die zwei­mal im Jahr ro­den, und an­de­rer­seits per Hand. Um in Be­rei­che zu ge­lan­gen, „wo Mäh­ma­schi­nen nicht hin­kom­men“, sag­te Han­na-Ve­ra Mül­ler. So auch am Sams­tag.

Aus­ge­rüs­tet mit Sen­sen, Hand­schu­hen, Gum­mi­stie­feln so­wie Son­nen­schutz, Mü­cken- und Ze­cken­schutz ging es dann auf­ge­teilt in zwei Grup­pen ins Ried. Bei den som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren ei­ne schweiß­trei­ben­de An­ge­le­gen­heit. Schweiß­trei­bend, aber auch ziel­füh­rend. Sie ent­fern­ten vie­le Pflan­zen und ver­mei­den so fürs Ers­te die wei­te­re Aus­brei­tung des Neo­phy­ten. Die Pflan­ze voll­stän­dig aus dem Ried zu ent­fer­nen, wer­de al­ler­dings auf­grund der Land­schafts­be­schaf­fen­heit nicht ganz ge­lin­gen, sag­te Beer.

FO­TO: MT

Han­na-Ve­ra Mül­ler vom Mark­dor­fer Ro­ta­ry-Club (Zwei­te von rechts ste­hend) hat als Or­ga­ni­sa­to­rin wie­der 14 Mit­strei­ter ih­res Clubs und vom BUND Mark­dorf für die Ak­ti­on fin­den kön­nen.

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