Gott der Au­to­kor­rek­tur

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Gerd Mä­ger­le

ie ken­nen das be­stimmt: Sie wol­len ei­ne SMS oder ei­ne WhatsApp-Nach­richt auf Ih­rem Smart­pho­ne tip­pen und das Au­to­kor­rek­tur-Pro­gramm macht aus ei­nem ei­gent­lich rich­tig ge­schrie­be­nen Wort oder Na­men et­was völ­lig an­de­res. Der Text ist zwar gram­ma­tisch feh­ler­frei, in­halt­lich aber völ­lig ver­än­dert.

Das kann im Zwei­fel zu gro­ßen Miss­ver­ständ­nis­sen füh­ren. „Um 15.21 Uhr kam der klei­ne Na­zi zur Welt“, da­bei woll­ten die El­tern doch „Ma­xi“schrei­ben. Zum Ehe­bruch könn­te ei­ne Nach­richt füh­ren wie „Schatz, kom­me spä­ter, der Chef will mit mir noch zum Pet­ting“, da­bei hat­te die Gu­te doch „Mee­ting“ein­ge­tippt. Mei­ne Ge­schwis­ter und ich schrei­ben uns öf­ter Nach­rich­ten auf Schwä­bisch. Fra­gen Sie nicht, was da bis­wei­len her­aus­kommt. Bis heu­te ar­bei­te ich dar­an, mei­nem Smart­pho­ne den Dia­lekt bei­zu­brin­gen.

Völ­lig ver­wirrt hat mich ges­tern die SMS ei­nes Re­dak­teurs­kol­le­gen, der mir ei­gent­lich schrei­ben woll­te: „Hal­lo Gerd, kom­me et­was spä­ter.“Statt­des­sen er­hielt ich die Nach­richt: „Hal­lo Gott, kom­me et­was spä­ter.“Dass in je­dem et­was Gött­li­ches steckt, mag ja sein, aber dass er mich in­zwi­schen für Gott­va­ter hält, war mir neu. Aber viel­leicht hat er ein­fach nur recht ...

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