Pfahl­bau­mu­se­um er­hält 90 000 Eu­ro

Geld für nach­hal­ti­ge Ver­mitt­lung ar­chäo­lo­gi­scher Er­kennt­nis­se für ju­gend­li­ches Pu­bli­kum

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Uhdlingen-mühlhofen/meersburg - Von Clau­dia Paul

- Über ei­nen di­cken Scheck darf sich das Pfahl­bau­mu­se­um Unteruhldingen freu­en.An­läss­lich des Eu­ro­päi­schen Kul­tur­er­be­jah­res 2018 er­hält das seit 2011 als Welt­kul­tur­er­be aus­ge­zeich­ne­te Mu­se­um 90 000 Eu­ro. Es sei das ers­te Mal, dass das Mu­se­um ei­ne bun­des­po­li­ti­sche Wür­di­gung er­fah­re, freu­te sich Mu­se­ums­di­rek­tor Gun­ter Schö­bel ges­tern.

„Es geht um ,best-prac­tise’-Bei­spie­le für die nach­hal­ti­ge Ver­mitt­lung ar­chäo­lo­gi­scher Er­kennt­nis­se an ein ju­gend­li­ches Pu­bli­kum“, er­klär­te Schö­bel wäh­rend des gest­ri­gen Pres­se­ge­sprächs. Das Pro­jekt, das im kom­men­den Jahr star­tet, sei ei­nes von 34 aus­ge­wähl­ten in Deutsch­land. Ex­per­ten und Spe­zia­lis­ten aus eu­ro­päi­schen Län­dern wür­den ih­re Er­fah­run­gen und Er­kennt­nis­se aus der Archäo­lo­gie bei Ver­an­stal­tun­gen prä­sen­tie­ren. „Mit­ma­chen ist da­bei an­ge­sagt“, sag­te Schö­bel. Von der St­ein­be­ar­bei­tung über den Bron­ze­guss bis hin zur Glas­per­len­her­stel­lung wür­den Ver­fah­ren de­mons­triert, die jahr­tau­sen­de­lang in Eu­ro­pa be­kannt ge­we­sen sei­en und heu­te zu­neh­mend in Ver­ges­sen­heit ge­rie­ten.

Kampf um jun­ge Be­su­cher

Un­ter den 120 000 Be­su­chern, die das Pfahl­bau­mu­se­um jähr­lich zählt, sei­en auch vie­le Ju­gend­li­che. Um die­se Ziel­grup­pe zu er­rei­chen, müss­se man je­doch kämp­fen, weiß Schö­bel. „An re­gio­na­ler Archäo­lo­gie be­steht meis­tens we­nig In­ter­es­se“, sag­te der Mu­se­ums­di­rek­tor. Und: Als Mu­se­um in nicht-staat­li­cher Trä­ger­schaft sei es nicht so ein­fach, an staat­li­che Mit­tel zu kom­men.

Um­so glück­li­cher sei Schö­bel über die För­der­gel­der. Gleich­falls be­geis­tert zeig­ten sich CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber und MdB Lothar Rieb­sa­men (CDU) , die als of­fi­zi­el­le Über­brin­ger der gu­ten Nach­richt ges­tern vor Ort wa­ren. „Es ist schön, mal ei­nen Blick hin­ter die Ku­lis­sen zu wer­fen“, sag­te Tau­ber. Die Kul­tur­för­de­rung ge­be es zwar erst seit ein paar Jah­ren „,wir ha­ben aber viel er­reicht“, sag­te Lothar Rieb­sa­men.

„Die Kul­tur kann Brü­cken bau­en“, be­ton­te Schö­bel. Das Mu­se­um und die Archäo­lo­gie könn­ten Din­ge be­we­gen, die eu­ro­päi­sche Zu­sam­men­ar­beit soll­te in­ten­si­viert wer­den. Das Mu­se­um, ei­nes von 1300 in Ba­denWürt­tem­berg, müs­se sich ent­wi­ckeln, es ge­be be­reits bis zu acht un­ter­schied­li­che Ver­mitt­lungs­we­ge. Das Pfahl­bau­mu­se­um ha­be Po­ten­zi­al, das von ho­her ge­sell­schaft­li­cher Wich­tig­keit sei. Wie wich­tig und in­ter­es­sant das Mu­se­um ist, be­wies ges­tern auch die Tat­sa­che, dass es sich die Po­li­ti­ker ges­tern nicht neh­men lie­ßen, ei­nen Rund­gang über die An­la­ge zu ma­chen – trotz eng ge­tak­te­tem Zeit­plan.

FO­TO: CLAU­DIA PAUL

MdB Lothar Rieb­sa­men (von links) und Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber über­brin­gen Mu­se­ums­di­rek­tor Gun­ter Schö­bel gu­te Nach­rich­ten: Das Pfahl­bau­mu­se­um er­hält För­der­gel­der in Hö­he von 90 000 Eu­ro.

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