Spi­ra­tof­fel trifft Sei­tan: Bio kommt an

Sa­bi­ne und Pe­ter Ro­the: Das An­ge­bot oh­ne Tier­pro­duk­te hat sich be­währt

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer - Von Le­na Rei­ner

- Im zwei­ten Jahr ist er jetzt schon wäh­rend des Kul­turu­fers am Gon­del­ha­fen zu fin­den: Der Es­sens­stand des Re­stau­rants v2o und dem „Bio am See“, des­sen An­ge­bot bis auf zwei Aus­nah­men rein ve­gan ist. Die­se Gas­tro­no­mie kommt her­vor­ra­gend an.

„Un­ser Knob­lauch­dip sorgt bei man­chen für Ir­ri­ta­ti­on, weil er nach Jo­ghurt aus­sieht und schmeckt“, weiß Kü­chen­meis­ter Mar­tin Kraus. Er ver­spricht aber au­ßer­dem mit Si­cher­heit, dass der Dip wie al­le an­ge­bo­te­nen Sau­cen aus­schließ­lich Pflanz­li­ches ent­hält. Die Spei­sen­kar­te des Stands ha­be sich im ver­gan­ge­nen ers­ten Jahr auf dem Kul­turu­fer be­währt und so sei bis auf klei­ne Än­de­run­gen al­les beim Al­ten ge­blie­ben.

Es ge­be wie­der ne­ben den Spi­ra­tof­feln ver­schie­de­ne Wraps für je­weils ein wech­seln­des Ta­ges­ge­richt. Neu sei das Früh­stücks­an­ge­bot so­wie Kaf­fee. Hier sei­en al­ler­dings die Crois­sants zwar selbst­ver­ständ­lich bio, aber auf­grund der ent­hal­te­nen But­ter nicht ve­gan. Die zwei­te Aus­nah­me sei der Bur­ger, des­sen Pat­ties ta­ge­wei­se wech­selnd ve­ge­ta­risch und ve­gan sei­en – auf Nach­fra­ge und ei­ne ma­xi­ma­le War­te­zeit von zwei Mi­nu­ten ex­tra ste­he die ve­ga­ne Al­ter­na­ti­ve hier aber im­mer zur Ver­fü­gung.

Pe­ter Ro­the – der ge­mein­sam mit sei­ner Frau Sa­bi­ne das v2o lei­tet und hier mit am Stand die Gäs­te be­dient – be­tont, dass sich ih­re Phi­lo­so­phie na­tür­lich auch auf die Ge­trän­ke er­stre­cke. Die­se sei­en al­le­samt ve­gan und bio, selbst die Fla­schene­ti­ket­ten kä­men oh­ne Tier­mehl aus, das oft noch in Kleb­stoff ent­hal­ten sei.

Al­le Säf­te sei­en selbst­ver­ständ­lich auch nicht durch Ge­la­ti­ne ge­klärt wor­den. So­mit bie­tet der Stand nicht nur Ve­ge­ta­ri­ern, Ve­ga­nern und Lak­to­s­ein­to­le­ran­ten et­was Si­cher­heit bei der Ver­kös­ti­gung, son­dern auch Men­schen, die auf „ha­l­al“und „ko­scher“strikt ach­ten.

Zelt neu aus­ge­rich­tet

Au­ßer­dem ge­be es in die­sem Jahr auch al­ko­hol­frei­es He­fe­wei­zen, das selbst Kraus über­zeu­gen konn­te, als Ro­the es ihm zum ers­ten Mal kre­denz­te. „Ich mag nor­ma­ler­wei­se kein al­ko­hol­frei­es Bier, aber das schmeckt selbst mir“, ver­rät er. Die letz­te Neue­rung sei die Aus­rich­tung des Zel­tes ge­we­sen, schil­dern die bei­den. So sei ei­ne neue Sitz­ge­le­gen­heit auf den Stu­fen am Gon­del­ha­fen ent­stan­den, um die Aus­sicht noch bes­ser ge­nie­ßen zu kön­nen.

Da vie­le der Gäs­te nicht wüss­ten, was sich hin­ter dem Be­griff „Sei­tan“ver­ber­ge und gern et­was Un­na­tür­li­ches ver­mu­tet wer­de, er­läu­tert Ro­the noch­mal, um was es sich bei dem han­delt, was in man­chen der an­ge­bo­te­nen Ge­rich­te als Flei­scher­satz die­ne: „Sei­tan ba­siert auf ei­nem 1500 Jah­re al­ten Re­zept und wur­de von bud­dhis­ti­schen Mön­chen in Ja­pan er­fun­den. Aus Wei­zen­mehl und Was­ser wird ein Teig her­ge­stellt, dem in sechs bis acht Wasch­gän­gen al­les Wei­ße aus­ge­wa­schen wird, so dass nur der Wei­zen­kle­ber üb­rig bleibt.“

Die­ser wer­de dann in ei­nem Sud mit Ge­wür­zen ge­kocht, bis er ei­nen flei­schähn­li­chen Ge­schmack an­nimmt. Da­nach kön­nen aus ihm Me­dail­lons, Steaks oder auch Gy­ros her­ge­stellt wer­den. Selbst Men­schen, die sich nicht aus­schließ­lich ve­ge­ta­risch er­näh­ren, fin­den in Sei­tan ei­nen sehr gu­ten Flei­scher­satz.

FOTO: LE­NA REI­NER

Im zwei­ten Jahr sind mit bio-ve­ge­ta­ri­schem An­ge­bot Sa­bi­ne und Pe­ter Ro­the (Mit­te) da­bei zu­sam­men mit ih­rem Team und Kü­chen­chef Mar­tin Kraus (rechts vorn).

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