Zum Fi­na­le steht, klatscht und tanzt das Pu­bli­kum

Al­sa­rah and the Nu­ba­to­nes spie­len Ost­afri­ka-Re­tro-Pop

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer - Von Michael Tschek

- Ob in ih­rer Mut­ter­spra­che Su­da­ne­sisch oder auf Eng­lisch ge­sun­gen, die im Su­dan ge­bo­re­ne Sän­ge­rin Al­sa­rah hat von An­fang an zu­sam­men mit ih­rer Band „The Nu­ba­to­nes“am Mon­tag auf dem Kul­turu­fer das Pu­bli­kum im Klei­nen Zelt mit „East Af­ri­can Re­troPop“in ih­ren Bann ge­zo­gen.

Zum En­de ei­nes ein­ein­halb­stün­di­gen Kon­zer­tes hält es fast nie­man­den mehr auf sei­nem Stuhl, al­le klat­schen, sin­gen und tan­zen rhyth­misch im Takt der Songs der fünf Mu­si­ker mit. Heiß war es im Klei­nen Zelt, so tro­pisch, dass vie­le Be­su­cher ver­su­chen, sich durch mit­ge­brach­te Fä­cher oder Pro­gramm­hef­te des Kul­turu­fers et­was Ab­küh­lung ins Ge­sicht zu we­deln. Doch als „Al­sa­rah And The Nu­ba­to­nes“die Büh­ne be­tre­ten, ver­schwin­den die Fä­cher, weil die Hän­de zum Klat­schen ge­braucht wer­den.

Kein Wun­der, denn dass der Fun­ke von Be­ginn an auf das Pu­bli­kum über­springt, da­für sorgt die su­da­ne­sisch­stäm­mi­ge Mu­si­ke­rin Al­sa­rah, die seit dem ach­ten Le­bens­jahr in Ame­ri­ka lebt, zu­sam­men mit ih­ren mu­si­ka­li­schen Be­glei­tern Ra­mi El Aas­ser (Schlag­zeug und Per­cus­sion), Ma­wue­na Kod­jo­vi (Bass und Trom­pe­te), Bran­don Ter­zic (Oud, ei­ne Kurz­hals­lau­te aus dem vor­de­ren Ori­ent und Ngo­ni, ei­ne Lang­hals­spieß­lau­te) und Al­sa­rahs Schwes­ter Nahid (Ge­sang und Per­cus­sion). Das Quin­tett prä­sen­tiert im Lau­fe des Abends Lie­der aus dem Al­ben „Silt“und dem Kon­zer­t­album „Ma­n­a­ra“und spie­gelt da­bei die su­da­ne­si­schen, nu­bi­schen und ägyp­ti­schen Sti­le wi­der.

Ge­ra­de die Ver­bun­den­heit zu ih­rer al­ten Hei­mat wird da­bei in dem Ti­tel­song des letz­ten Al­bums „Ma­n­a­ra“deut­lich, was über­setzt „Leucht­turm“heißt. „Manch­mal ge­hen wir be­reit­wil­lig nach Hau­se, manch­mal sind wir ge­zwun­gen, manch­mal wol­len wir zu­rück, und manch­mal wis­sen wir nicht, ob wir je­mals un­se­re Lie­ben wie­der­se­hen wer­den“, kün­digt Al­sa­rah die­sen Ti­tel an – und stellt da­mit ei­nen be­son­de­ren, ak­tu­el­len Be­zug zu der der­zei­ti­gen Flücht­lings­si­tua­ti­on her.

Die Sän­ge­rin über­zeugt so­wohl im Ein­zel- als auch im per­fek­ten Har­mo­nie­ge­sang mit ih­rer Schwes­ter Nahid, aber auch die üb­ri­gen Band­mit­glie­der dür­fen im Lau­fe des Abends in So­li ih­re Per­fek­ti­on an ih­ren In­stru­men­ten vor­stel­len.

Die Fünf ver­sprü­hen ein­fach Lei­den­schaft und Ge­füh­le, auch wenn zeit­wei­lig in ei­ner Spra­che ge­sun­gen wird, die nicht un­be­dingt ver­stan­den wer­den kann. So emp­fin­den es die Zu­hö­rer, die nach ein­ein­halb St­un­den Kon­zert ein­fach nicht auf­hö­ren wol­len zu tan­zen und mit­zu­sin­gen. Die laue Som­mer­nacht run­det das Wohl­füh­len zu­sätz­lich ab.

FOTO: MT

Al­sa­rah (links) und ih­re Schwes­ter Nahid über­zeu­gen ge­sang­lich.

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