„Sag’s doch“-Nut­zer will kein „zwei­tes Strand­bad“

Kri­tik an Ba­den­den am GZH-Strand – Wi­der­spruch von der Stadt­ver­wal­tung

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Wir Am See - Von Gun­nar M. Flo­tow

- Nicht je­der mag beim ge­pfleg­ten Kaf­fee den An­blick von halb­nack­ten Men­schen. Ei­ner, der sich an Ba­den­den vor dem Graf-Zep­pe­lin-Haus stört, lud sei­nen Är­ger jüngst beim be­hörd­li­chen Be­schwer­de­por­tal Sags­doch ab. Die Stadt­ver­wal­tung sieht je­doch kei­nen Grund ein­zu­schrei­ten.

„An schö­nen Ta­gen wer­den die Wie­sen see­sei­tig vor dem GZH als zwei­tes Strand­bad ge­nutzt. Dies kann an die­ser Stel­le nicht die Nor­ma­li­tät sein“, schimpft der Sags­doch-Nut­zer. Sei­ne Be­ob­ach­tung: „Die Leu­te kom­men mit Kühl­ta­schen, Bier­käs­ten, De­cken und las­sen sich stun­den­lang nie­der. Man­che ge­hen mit Hand­tuch, teils bar­fuß ins Haus, um sich in der Toi­let­te um­zu­zie­hen oder ih­re Not­durft zu ver­rich­ten. Die Me­tall­ge­län­der um die Wie­sen sind mit Fahr­rä­der voll­ge­stellt.“

Halb­nack­te auf Hoch­zeits­fo­tos

Der Nut­zer fin­det, dass sich die­ser Ba­de­be­trieb nicht mit dem ge­pfleg­ten Am­bi­en­te, das am GZH herr­schen soll­te, ver­ein­ba­ren las­se. Wer bei­spiels­wei­se Hoch­zei­ten feie­re und auf dem See­grund­stück schö­ne Er­in­ne­rungs­fo­tos ma­chen wol­le, brau­che kei­ne Halb­nack­ten im Hin­ter­grund. Auch Men­schen, die bei an­ge­neh­mer At­mo­sphä­re es­sen oder ein gu­tes Glas Wein trin­ken wol­len, stör­ten sich am An­blick der Leicht­be­klei­de­ten. Sein Vor­schlag: Schil­der auf­stel­len mit der Auf­schrift „Kei­ne Lie­ge­wie­se. Bit­te be­nüt­zen Sie das Strand­bad oder den Na­tur­strand an der öst­li­chen Ufer­stra­ße.“

Von der Stadt­ver­wal­tung Friedrichshafen kommt zu die­sem Vor­schlag ei­ne kla­re Ab­sa­ge. „Das Ba­den vor dem GZH wird von Sei­ten der Stadt ge­dul­det, of­fi­zi­ell ist dort kei­ne öf­fent­li­che Ba­de­stel­le. Wir se­hen aber, dass das Ba­den dort bis­her in ei­nem ab­so­lut ak­zep­ta­blen Rah­men läuft und se­hen des­halb im Mo­ment auch kei­nen Grund, das zu re­gle­men­tie­ren“, teilt Mo­ni­ka Blank, Pres­se­spre­che­rin der Stadt, mit. Und sie be­tont: „So ein be­leb­ter Ufer­be­reich ge­hört aus un­se­rer Sicht zum Le­ben in ei­ner Stadt da­zu.“

So sieht’s auch ein an­de­rer Sags­doch-Nut­zer, der in ei­nem Kom­men­tar schreibt: „Ein ge­ne­rel­les Ba­de­und Nut­zungs­ver­bot aus­zu­spre­chen geht zu weit und soll­te nicht im Sin­ne der Stadt sein.“Er fin­det es viel­mehr „klas­se, dass hier, wie auch im Ufer­park mitt­ler­wei­le viel mehr los ist als frü­her und so­mit be­leb­ter Treff­punkt al­ler Ge­ne­ra­tio­nen und Be­völ­ke­rungs­schich­ten“sei.

FOTO: GUN­NAR M. FLO­TOW

Nicht je­dem ge­fällt, dass der Strand am Graf-Zep­pe­lin-Haus in Friedrichshafen für ei­ne klei­ne Ab­küh­lung oder ein Son­nen­bad ge­nutzt wird.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.