Re­gie­rungs­prä­si­dent si­chert den Pfahl­bau­ten Hil­fe zu

Mu­se­um in Un­te­ruhl­din­gen plant Er­wei­te­rung – Seit Er­öff­nung vor 95 Jah­ren ka­men 14 Mil­lio­nen Be­su­cher

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Daisendorf / Uhldingen - Mühlhofen / Service - Von Ju­lia Frey­da

- Das Pfahl­bau­mu­se­um in Un­te­ruhl­din­gen will wach­sen. Doch da­zu be­nö­tigt Mu­se­ums­di­rek­tor Gun­ter Schö­bel fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung und hat des­we­gen Re­gie­rungs­prä­si­dent Klaus Tap­pe­ser an den Bo­den­see ein­ge­la­den. Der si­cher­te bei ei­nem Rund­gang sei­ne Hil­fe zu. Zwar nicht di­rekt mit Zu­schüs­sen, aber mit Un­ter­stüt­zung bei der Su­che nach För­der­mit­teln.

Schon seit Er­nen­nung zum Welt­kul­tur­er­be im Jahr 2011 ar­bei­tet Schö­bel mit sei­nem Team an ei­nem Mas­ter­plan, um das Mu­se­um wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. So sind un­ter an­de­rem das Archae­o­ra­ma, der St­ein­zeit­par­cours und die Aus­stel­lung zum Welt­kul­tur­er­be ent­stan­den. Bei den wei­te­ren Vor­ha­ben legt der Chef des Frei­licht­mu­se­ums ei­nen Fo­kus auf über­dach­te An­ge­bo­te. „Die Sai­so­na­li­tät ist ein Rie­sen­pro­blem für uns. Im Som­mer strö­men die Gäs­te, bei Schnee und Eis ist es für uns schwie­rig“, be­rich­tet Schö­bel. Pro Jahr kom­men rund 300 000 Be­su­cher in das seit 1922 be­ste­hen­de Mu­se­um. Jüngst wur­de die Mar­ke der 14 Mil­lio­nen Gäs­te ge­knackt.

Da­mit das Mu­se­um auch künf­tig er­folg­reich ist, will Schö­bel in­ves­tie­ren. In ei­nem nächs­ten Bau­ab­schnitt ist ei­ne Piaz­za mit Ver­sor­gungs­be­reich ge­plant. Die Ge­samt­kos­ten der Er­wei­te­rung lie­gen bei 4,8 Mil­lio­nen Eu­ro. Mit drei Mil­lio­nen da­von wur­den be­reits un­ter an­de­rem Archae­o­ra­ma und der St­ein­zeit­par­cours ge­schaf­fen. In ei­nem zwei­ten Bau­ab­schnitt ist ei­ne Hal­le als Er­wei­te­rung des Mu­se­ums im nord­öst­li­chen Be­reich ge­plant. „Bau­en im Bo­den­see­kreis ist aber nicht ganz ein­fach. Wir hof­fen, dass wir An­fang 2018 ei­ne Lö­sung ha­ben und dann zum Jah­res­en­de be­gin­nen kön­nen“, sag­te Schö­bel. Da­mit die­ses ehr­gei­zi­ge Ziel klappt, bat er Tap­pe­ser um Un­ter­stüt­zung.

Der Re­gie­rungs­prä­si­dent zeig­te sich auf­ge­schlos­sen. „Es ist un­ser An­lie­gen, mög­lichst vie­len Men­schen das Welt­kul­tur­er­be Pfahl­bau­ten zu­gäng­lich zu ma­chen.“Für den Bo­den­see­raum sei der Tou­ris­mus ne­ben der Wirt­schaft das zwei­te Stand­bein. Da die Men­schen im­mer mehr Wert auf qua­li­fi­zier­ten Tou­ris­mus le­gen, gel­te es Ein­rich­tun­gen wie die Pfahl­bau­ten zu un­ter­stüt­zen. Im Fall des Mu­se­ums sei es auch von Vor­teil, dass es kei­ne staat­li­che Ein­rich­tung sei, son­dern von ei­nem Ver­ein ge­tra­gen wird. Da­durch ge­be es mehr Zu­schüs­se von der Denk­mal­pfle­ge. Al­ler­dings kön­ne das Trä­ger­mo­dell auch für den An­trag von För­der­mit­teln hin­der­lich sein. „Wir soll­ten uns zu­sam­men­set­zen und al­les im De­tail be­spre­chen. Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass wir et­was hin­krie­gen“, sag­te Tap­pe­ser. Die bes­ten Chan­cen se­he er bei Bun­des­mit­teln, aber auch das Pro­gramm „Ent­wick­lung länd­li­cher Raum“kom­me in­fra­ge.

FO­TO: JU­LIA FREY­DA

Uwe Jabs (von links) und Jo­chen Haa­ga vom Ver­ein für Pfahl­bau und Hei­mat­kun­de un­ter­stüt­zen beim Rund­gang mit Re­gie­rungs­prä­si­dent Klaus Tap­pe­ser und Mu­se­ums­di­rek­tor Gun­ter Schö­bel.

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