Was­ser­ver­lus­te er­rei­chen Re­kord­ni­veau

Stadt muss Lei­tungs­netz aus­bes­sern und Druck­mem­bran re­pa­rie­ren

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Ju­lia Frey­da

- Die Stadt Mark­dorf hat mit stei­gen­den Ver­lus­ten beim Frisch­was­ser zu kämp­fen. Ur­sa­chen sind laut Stadt­bau­meis­ter Michael Schle­gel vor al­lem Män­gel im Lei­tungs­netz. Da in die­sem Jahr aber di­ver­se Re­pa­ra­tu­ren und Er­neue­run­gen ge­plant sind, ist er zu­ver­sicht­lich, dass die Ver­lus­te in den kom­men­den Jah­ren wie­der ge­rin­ger aus­fal­len.

Fast 210 000 Ku­bik­me­ter Was­ser­ver­lust ver­zeich­ne­te die Stadt im ver­gan­ge­nen Jahr. Das geht aus dem Ge­schäfts­be­richt des Was­ser­werks her­vor. Im Jahr 2015 wa­ren es rund 138 000 Ku­bik­me­ter, 2010 rund 57 000 Ku­bik­me­ter. Die größ­ten Ver­lus­te wer­den im Rohr­netz der Kern­stadt ver­zeich­net. In den Teil­or­ten ist die La­ge bes­ser.

Ins­ge­samt wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 30 Rohr­brü­che ent­deckt. „Wir ge­hen re­gel­mä­ßig auf die Su­che nach Lecks, denn nicht bei je­dem Rohr­bruch tritt das Was­ser nach oben aus und gibt uns so den Hin­weis auf ei­nen De­fekt“, be­rich­tet Schle­gel. Ei­ne Ur­sa­che für die Rohr­brü­che ist, dass das Netz zum Teil ver­al­tet ist. Au­ßer­dem wur­den in den 1970er­und 1980er-Jah­ren Roh­re ver­legt, de­ren Qua­li­tät nicht so dau­er­haft ist, wie da­mals er­war­tet. Als wei­te­ren Grund nennt der Stadt­bau­meis­ter den Geh­ren­berg­hang. „Wir ha­ben da­durch die Si­tua­ti­on, dass er so­zu­sa­gen schiebt und es im­mer wie­der mi­ni­ma­le Erd­be­we­gun­gen gibt. Das kann in un­se­rem star­ren Sys­tem zu Pro­ble­men füh­ren“, schil­dert Schle­gel. Das al­les füh­re im­mer wie­der zu Rohr­brü­chen. Um die La­ge zu ver­bes­sern, sind in die­sem Jahr di­ver­se Re­pa­ra­tu­ren ge­plant. Et­wa sei­en die Was­ser­ver­lus­te auch ein Grund, wes­halb die Sa­nie­rung der Kreuz­gas­se als so dring­lich ein­ge­stuft wur­de.

Ein zu­sätz­li­ches Pro­blem ist, dass es von der Hoch­zo­ne zur Mit­tel­zo­ne bis­lang nur ei­ne Zu­lei­tung gibt. „Dort ist aber ei­ne Druck­mem­bran de­fekt, so­dass es der­zeit ei­nen leicht er­höh­ten Druck gibt. Für die Haus­hal­te ist das kein Pro­blem, aber ei­ne Be­las­tung für die Lei­tun­gen“, schil­dert Schle­gel. Da­her soll nun zu­nächst die Druck­mem­bran aus­ge­tauscht und ei­ne Al­ter­na­tiv­ver­bin­dung ge­schaf­fen wer­den. Da­nach soll wie­der ver­stärkt das Lei­tungs­netz aus­ge­bes­sert wer­den. Die Pla­nun­gen da­für lau­fen be­reits. Für 2018 ste­hen et­wa die Was­ser­lei­tun­gen in der öst­li­chen Ro­ber­tSchu­mann-Stra­ße auf der Agen­da. Dort ist der Aus­tausch von Roh­ren auf ei­ner Län­ge von rund 130 Me­tern ge­plant, da es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dort zwölf Rohr­brü­che ge­ge­ben hat. Auch im süd­li­chen Roß­weg soll auf rund 100 Me­ter Län­ge ei­ne Er­neue­rung ge­plant, da es dort vier Rohr­brü­che in fünf Jah­ren ge­ge­ben hat. „Wir kön­nen die ma­ro­den Be­rei­che nur nach und nach aus­bes­sern. Dann wer­den die Was­ser­ver­lus­te auch wie­der ge­rin­ger aus­fal­len“, ist Schle­gel zu­ver­sicht­lich. Für die In­stand­hal­tung des Lei­tungs­net­zes hat die Stadt im ver­gan­ge­nen Jahr rund 140 000 Eu­ro aus­ge­ge­ben – 57 000 Eu­ro mehr als ge­plant.

FO­TO: JU­LIA FREY­DA

Durch den Hoch­be­häl­ter Mög­gen­wei­ler wird das Ge­biet bis hin zu dem Stadt­teil Au­en in Mark­dorf ver­sorgt.

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