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Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Jas­min Bir­ken­mai­er

ls Stu­dent ein­kau­fen zu ge­hen ist so ei­ne Sa­che. In mei­nem Fall läuft das Gan­ze meist ziem­lich aben­teu­er­lich ab. Ich be­ge­he näm­lich ei­nen gra­vie­ren­den Feh­ler im­mer wie­der aufs Neue: Ich ge­he hung­rig ein­kau­fen. Da­zu muss ge­sagt wer­den, dass man als Stu­dent prak­tisch im­mer ir­gend­wie Hun­ger hat. Zum Pro­blem wird die Sa­che nur dann, wenn sich die­ser Hun­ger in un­über­leg­ten und maß­los über­trie­be­nen Ein­kaufs­ex­zes­sen im Su­per­markt nie­der­schlägt.

Da kauft man dann all die le­cke­ren Din­ge, die ei­nen in die­sem Mo­ment an­la­chen. Wie bei­spiels­wei­se ei­ne wun­der­schö­ne Me­lo­ne, wel­che mir spä­ter noch zum Ver­häng­nis wer­den soll. Wenn man da­zu dann le­dig­lich ein Fahr­rad zur Hand hat, um all die Hams­ter­käu­fe nach Hau­se zu schaf­fen, wird das Gan­ze erst rich­tig kom­pli­ziert. Noch da­zu han­delt es sich bei die­sem Fahr­rad meist um ei­nen ge­brech­li­chen, in die Jah­re ge­kom­me­nen Draht­esel, der schon bes­se­re Ta­ge ge­se­hen hat. Die Kom­bi­na­ti­on aus Groß­ein­kauf und ein­ge­schränk­ten Trans­port­mög­lich­kei­ten ali­as Schrott­fahr­rad kann dann fa­ta­le Fol­gen ha­ben.

So auch bei mei­nem letz­ten Be­such im Su­per­markt mei­nes Ver­trau­ens. Rest­los mit Le­bens­mit­teln über­la­den tre­te ich den Heim­weg an. Blöd nur, dass die­ser Heim­weg auch noch tou­jours berg­auf geht. Da­zu noch ziem­lich steil berg­auf. Mein Fahr­rad quietscht und knarzt, das Hin­ter­rad schlin­gert ge­fähr­lich und mein Fahr­rad­korb ist kurz da­vor, sich samt In­halt vom Ge­päck­trä­ger zu ver­ab­schie­den. Da­zu knallt er­bar­mungs­los die Son­ne vom Him­mel, so­dass ich beim Stram­peln in die Pe­da­le bald ähn­lich äch­ze wie mein Zwei­rad un­ter mir. Und weil ich wohl noch nicht ge­nug über­for­dert bin, muss na­tür­lich pas­sie­ren, was pas­sie­ren muss. Be­sag­te Me­lo­ne, wel­che mich zu­vor noch so ver­lo­ckend an­ge­lacht hat, hat wohl plötz­lich doch Sehn­sucht nach ih­ren Art­ge­nos­sen. Kur­zer­hand be­schliesst sie des­halb, aus dem Korb zu fal­len und den Rück­weg zum Su­per­markt an­zu­tre­ten. Und da ste­he ich nun, ver­schwitzt und ver­zwei­felt, und schaue der Me­lo­ne nach, die un­auf­halt­sam den Berg hin­un­ter kul­lert.

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