Mark­dor­fer wol­len Grill­meis­ter wer­den

Das Team „con fuo­co“tritt zum drit­ten Mal bei der Deut­schen Grill­meis­ter­schaft an

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Ju­lia Frey­da

- Für Andre­as Reinl und Ro­land Här­le gibt es nichts, das nicht auf den Grill ge­hört. Denn Gril­len ist für die bei­den nicht nur Lei­den­schaft, son­dern auch Wett­kampf. Am Wo­che­n­en­de tre­ten sie zum drit­ten Mal bei der Deut­schen Grill­meis­ter­schaft in Fulda an.

Ko­chen war schon im­mer ei­ne Lei­den­schaft der Ar­beits­kol­le­gen. „Aber die Wen­de kam mit ei­nem Se­mi­nar an der Barbe­cue Aca­de­my in Lindau“, er­in­nert sich Här­le. Vor rund fünf Jah­ren lern­ten die Mark­dor­fer dort bei Klaus Win­ter nicht nur die Theo­rie des am­bi­tio­nier­ten Gril­lens, son­dern auch wie Lachs auf Ze­dern­holz­plan­ke per­fekt zu­be­rei­tet wird. „Ab da war uns klar: Wir wol­len

mehr“, sagt Reinl. Das hat un­ter an­de­rem zur An­schaf­fung von Grills ge­führt. Stol­ze 13 Ex­em­pla­re ste­hen mitt­ler­wei­le bei ihm. Aber auch zu Ex­pe­ri­men­tier­freu­de. „An­fangs wa­ren wir noch re­zept­hö­rig, doch mit wach­sen­dem Selbst­ver­trau­en ha­ben wir im­mer mehr aus­pro­biert“, sagt Här­le. Und sich so­gar ei­nen ei­ge­nen Grill ge­baut: ei­nen frei­ste­hen­den Ring­grill mit Stahl­plat­te und Rost. So sind auch Spie­gel­ei­er, Waf­feln und Tin­ten­fi­sche kein Pro­blem.

Vor ei­ni­gen Jah­ren ha­ben Här­le und Reinl zum ers­ten Mal ei­ne Grill­meis­ter­schaft be­sucht und woll­ten mal her­aus­fin­den, wo sie sel­ber im Ver­gleich zu an­de­ren Ama­teurgril­lern ste­hen. Auf An­hieb hol­ten sie den vier­ten Platz. Vor zwei Jah­ren brach­ten sie als Team „con fuo­co“Po­ka­le

nach Hau­se: Den zwei­ten Platz für Schwei­ne­rü­cken mit Par­me­s­an­rös­ti und Trüf­fel­sah­ne, Mil­le feuille nach Ra­ta­touille­art und Ge­würz­to­ma­ten so­wie Platz drei für das Des­sert: ge­füll­te Grill­pfir­si­che mit war­mem Scho­ko­ku­chen auf Him­beer­spie­gel. Im ver­gan­ge­nen Jahr kehr­ten sie oh­ne Po­kal heim. „Die Kon­kur­renz ist in dem Jahr enorm ge­stie­gen. Da ist kein ein­zi­ger Spaß­gril­ler mehr da­bei“, sagt Här­le. Für die­ses Wo­che­n­en­de ha­ben sie sich als Ziel ge­steckt un­ter den Top fünf in der Ge­samt­wer­tung zu lan­den und wür­den auch ger­ne wie­der ei­nen Po­kal für ein Ein­zel­ge­richt mit­brin­gen.

Ge­duld ist ge­fragt

Vier Gän­ge müs­sen die Ama­teurgril­ler bei der Meis­ter­schaft der Ger­man Barbe­cue As­so­cia­ti­on zu­be­rei­ten. Be­wer­tet wird je­des Ge­richt ein­zeln und in ei­nem Ge­samt­ur­teil zu­sam­men­ge­rech­net. In die­sem Jahr sind Wolfs­barsch, Schwei­ne­bauch und Flap­steak vor­ge­ge­ben. Beim Des­sert ha­ben die Gril­ler freie Bahn. Als Her­aus­for­de­rung se­hen bei­de das Steak, des­sen Fa­ser­struk­tur deut­lich grö­ber und mar­mo­rier­ter ist als die an­de­rer Steaks. „Um es zart und saf­tig hin­zu­be­kom­men, ist Ge­duld ge­fragt“, sagt Reinl. Al­ler­dings ste­hen die Gril­ler un­ter Zeit­druck: Zwei St­un­den pro Gang er­laubt die Ju­ry. In­ner­halb ei­nes fi­xen Zeit­fens­ters müs­sen die Tel­ler an­ge­rich­tet sein: elf Tel­ler für zwei Ju­ro­ren, vier Gas­tes­ser, vier

Blind­ver­kos­ter und ei­nen als Prä­sen­ta­ti­on für die Be­su­cher.

Da­mit aber am Wo­che­n­en­de in Fulda al­les klappt, ha­ben die Gril­ler flei­ßig trai­niert. Für die Bei­la­gen wur­de ex­pe­ri­men­tiert, die op­ti­ma­le Zu­be­rei­tungs­art ge­sucht und der Ablauf akri­bisch ein­stu­diert. Je nach Ge­richt ist das gar nicht so ein­fach, denn we­der Töp­fe noch Pfan­nen sind bei der Meis­ter­schaft er­laubt. Das hat die Gril­ler schon auf krea­ti­ve Ide­en ge­bracht: Et­wa ha­ben sie ei­nen Knö­del im Wa­ter Smo­ker zwei St­un­den lang im Was­ser­dampf ge­gart. „Wir sind be­reit, aber auch das Lam­pen­fie­ber steigt kurz vor­her“, wis­sen Här­le und Reinl. Al­ler­dings war in den letz­ten Ta­gen eher Pa­cken als Gril­len an­ge­sagt: Zel­te, Kühl­schrän­ke und meh­re­re Grills muss das Team mit dem Trans­por­ter nach Fulda brin­gen.

FO­TO: PR

Das Team „con fuo­co“will bei der Deut­schen Grill­meis­ter­schaft wie­der er­folg­reich sein. Da­für set­zen sich Phil­ipp Hof­mann (von links), Na­ta­lie Kraus Litz­ki, Andre­as Reinl, Pe­ter Thum und Ro­land Här­le ein.

FO­TO: PR

Auf dem selbst­ge­bau­ten Ring­grill ist viel Platz.

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