Er­win Teu­fel be­sucht den St­üb­le­hof

Mi­nis­ter­prä­si­dent a.D. in­for­miert sich über den Melk­ro­bo­ter im Be­trieb der Fa­mi­lie Mock

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Nadine Sapot­nik

- Bei sei­ner Som­mer­tour durch den Bo­den­see­kreis hat Er­win Teu­fel, Mi­nis­ter­prä­si­dent a.D., den Hof der Fa­mi­lie Mock be­sucht. Teu­fel woll­te sich den Melk­ro­bo­ter an­schau­en, der seit Ok­to­ber 2016 in Be­trieb ist. Als Sohn von Land­wir­ten in­ter­es­sier­te er sich be­son­ders für die Wirt­schaft­lich­keit.

Im Som­mer ver­bringt Teu­fel in je­dem Jahr meh­re­re Wo­chen in sei­nem Fe­ri­en­haus in Über­lin­gen. Wäh­rend die­ser Zeit trifft er sich seit rund 20 Jah­ren mit sei­nem al­ten Par­tei­freund Ernst Ar­negger, um mit ihm ei­ne Tour zu in­ter­es­san­ten Or­ten im Bo­den­see­kreis zu ma­chen. In die­sem Jahr wähl­ten die bei­den un­ter an­de­rem den St­üb­le­hof aus.

Mar­kus Mock führ­te die Grup­pe über sei­nen Hof und zeig­te den Melk­ro­bo­ter, der rund um die Uhr läuft. Zwei der Ma­schi­nen lau­fen par­al­lel. Die Tie­re kön­nen sich selbst aus­su­chen, wann sie ge­mol­ken wer­den möch­ten. Bis zu vier­mal am Tag dür­fen die Kü­he sich mel­ken las­sen. Da­für ge­hen sie in den klei­nen Raum, der Ro­bo­ter legt die Ma­schi­ne au­to­ma­tisch ans Eu­ter der Kü­he an und melkt so­lan­ge, bis das Eu­ter leer ist. Wie­viel ab­ge­pumpt wor­den ist, hält ei­ne Soft­ware fest. „Für uns ist das ei­ne enor­me Er­leich­te­rung“, sagt Mock. Be­vor es den Ro­bo­ter auf dem Hof gab, muss­ten die 125 Milch­kü­he auf dem Hof al­le nach­ein­an­der von Hand an die Melk­ma­schi­ne ge­führt wer­den. Zwei­mal am Tag muss­ten die Kü­he da­mals ge­mol­ken wer­den. „Wich­tig war auch, dass wir ei­nen Rhyth­mus von zwölf St­un­den ein­hal­ten“, sagt Mock. Mit dem neu­en Ro­bo­ter fal­le das nun weg. Auch kör­per­lich sei der Ro­bo­ter ein enor­me Er­leich­te­rung. Rich­ti­ges Neu­land sind die Melk­ro­bo­ter nicht mehr, Mock schätzt, dass rund zehn bis 15 Pro­zent der Milch­be­trie­be im Bo­den­see­kreis, die auch noch in den kom­men­den zehn Jah­ren be­ste­hen wer­den, ei­nen sol­chen Ro­bo­ter ha­ben oder pla­nen ei­nen an­zu­schaf­fen.

Be­trie­be wur­den we­ni­ger

Er­win Teu­fel kennt die Land­wirt­schaft noch wie sie frü­her war. „Mei­ne Mut­ter hat auch ei­nen Hof ge­führt“, sagt er. „Ganz al­lei­ne mit uns drei Kin­dern, der Va­ter war im Krieg“. Über die Jah­re hin­weg ha­be Teu­fel mit­be­kom­men, wie sich die Land­wirt­schaft wan­del­te und für die Bau­ern nicht mehr so lu­kra­tiv war. „In un­se­rem Hei­mat­ort gab es frü­her 70 Be­trie­be, mitt­ler­wei­le sind es noch zwei“, sag­te Teu­fel.

Die An­schaf­fung der bei­den Ro­bo­ter hat rund 250 000 Eu­ro ge­kos­tet. „Dar­in ist noch nicht das Drum­her­um ent­hal­ten “, sagt Mock und deu­tet auf den ga­ra­ge­n­ähn­li­chen Bau, in dem die bei­den Ro­bo­ter ste­hen. Da der Milch­preis der­zeit lang­sam wie­der steigt, loh­ne sich das Ge­schäft der­zeit wie­der.

FO­TO: SAPOT­NIK

Kers­tin und Mar­kus Mock (Mit­te) füh­ren mit den Se­nio­ren des Hofs, Ag­nes und Franz Mock (ganz links), Er­win Teu­fel (Sechs­ter von links) und des­sen Frau Edel­traud (Zwei­te von rechts) mit Ernst Ar­negger (rechts) und des­sen Frau Eli­sa­beth (rechts) so­wie Bür­ger­meis­ter Ge­org Ried­mann (Drit­ter von links) über den Hof.

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